Raiffeisen

08. November 2018 21:15; Akt: 08.11.2018 21:39 Print

Die Liebesfehler des CEO und der Verwaltungsrätin

von Isabel Strassheim - Mit der Liebe von CEO Gisel und der Ex-Verwaltungsrätin hat Raiffeisen eine neue Affäre. Das Paar hat nämlich gravierende Fehler gemacht.

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Laurence de la Serna war bis zum 16. Juni 2018 Raiffeisen-Verwaltungsrätin. Dort soll sie sich in CEO Patrik Gisel verliebt haben. Weder sie noch Raiffeisen-CEO Patrik Gisel informierten den Verwaltungsrat über ihre Beziehung. Delegiertenversammlung der Raiffeisenbank am 16. Juni 2018 in Lugano: Hier trat de La Serna nach einem Jahr im Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl an. Sie führte dafür «persönliche Gründe» an. Laut der «SonntagsZeitung» soll Gisel intern gesagt haben, dass die Beziehung zu de la Serna erst entstanden sei, als sie das Amt als Verwaltungsrätin schon abgegeben hatte. Raiffeisen teilte im März 2018 mit: «Die ersten sechs Monate der Raiffeisen Gruppe könnten kontrastreicher nicht sein.» Gemeint war damit der Raiffeisen-Skandal um Gisels Vorgänger Pierin Vincenz. Im Bild: Interimspräsident Pascal Gantenbein (l.) und Patrik Gisel. Gegen Vincenz wird wegen Veruntreuung strafrechtlich ermittelt. Zur Anklage kam es bislang noch nicht. Es gibt viele Genossenschafter, die sich offen gegen Gisel als Vincenz-Nachfolger ausgesprochen haben: «Alle Verantwortlichen aus der Ära Vincenz müssen weg, auch der heutige CEO Gisel», lautete der Tenor. Gisel ist seit 2000 bei der Raiffeisenbank und war jahrelang die Nummer zwei von Pierin Vincenz, der damals CEO war. Gisel ist aber nicht nur durch die Vincenz-Affäre belastet. Probleme gibt es auch mit der Informatik. In seiner Funktion als Informatikchef hat Gisel die IT-Plattform der Bank ersetzt – und sie funktioniert bis heute noch nicht richtig. An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. November 2018 soll Guy Lachappelle zum neuen Raiffeisen-Präsidenten gewählt werden. Er kommt von der Basler Kantonalbank.

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Laurence de la Serna leitet seit zehn Jahren den Genfer Flugzeugturbinen-Hersteller Jean Gallay. Die 51-Jährige sass bis letzten Juni auch im Raiffeisen-Verwaltungsrat. Dort war sie im Strategie- und Finanzausschuss. Was diese Woche publik wurde: Sie und Raiffeisen-Chef Patrik Gisel hatten sich in jener Zeit ineinander verliebt. «Raiffeisen Schweiz ist erst vor kurzem über diese Beziehung in Kenntnis gesetzt worden», sagte die Bank dazu.

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«Die Liebe selbst ist kein Problem», erklärt Peter V. Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Bern. Ein Problem sei aber ihre Verheimlichung, denn Verwaltungsrätin de la Serna hätte ihre Beziehung zu Gisel offenlegen müssen.

Liebe als Interessenkonflikt

Ist sie in Gisel verliebt, gibt es für sie einen Interessenkonflikt. Sie soll ihn als Verwaltungsrätin ja kontrollieren. «Sie hätte bei den Geschäften, bei denen es um Lohn oder operative Tätigkeiten von Gisel ging, in den Ausstand treten müssen», sagt Kunz.

Die Westschweizerin, die in San Francisco einen Wirtschaftsabschluss gemacht hatte, tat dies aber nicht. Auch Gisel schwieg. De la Serna kündigte im April lediglich an, dass sie aus «persönlichen Gründen» im Juni nicht zur Wiederwahl antrete. Das heisst: Sie sass noch mehrere Wochen im Verwaltungsrat und war an Entscheidungen beteiligt, obwohl sie wohl frisch in CEO Gisel verliebt war. Gisel soll bis im Frühjahr 2018 mit der Sekretärin eines Abteilungsleiters der Raiffeisen-Zentrale zusammen gewesen sein. 2015 hatte er sich von seiner Ehefrau, mit der er zwei Kinder hat, getrennt.

Pflichtverletzung

«Die Pflichtverletzung von de la Serna war grösser als die von Gisel, denn ihre Aufgabe war es ja, ihn zu beaufsichtigen», sagt Peter V. Kunz. Nun müsse der Raiffeisen-VR prüfen, ob es in den letzten Monaten zu Beschlüssen kam, bei denen sich de la Serna für Gisel eingesetzt hat.

Diesen Samstag soll an der Generalversammlung von Raiffeisen ein neuer VR-Präsident gewählt werden. Designiert ist Guy Lachappelle. Dem «Tages-Anzeiger» zufolge soll Gisel noch davor seinen umgehenden Rücktritt bekannt geben. Raiffeisen selbst will dies nicht kommentieren, wie Sprecher Dominik Chiavi zu 20 Minuten sagt.

Schlüsselfrage

«Für Raiffeisen ist das jetzt sicher nicht ein willkommenes Thema, aber Liebe ist menschlich», sagt Matthias Knill von der Wirtschaftsberatung Konsulenten. «Die Schlüsselfrage für Patrik Gisel ist, ob er schon vor dem Austritt von de la Serna eine gefestigte Beziehung zu ihr hatte.»

Gisel selbst hätte aber die Liaison auch offenlegen müssen, wenn diese erst nach dem Rücktritt von de la Serna zustande gekommen wäre, so Kunz. Die zeitliche Nähe zu ihrem Mandat sei einfach zu dicht.

Kulturelle Frage

Spätestens Ende Jahr wird Gisel ohnehin zurücktreten. Dies gab er bereits Mitte Juli bekannt – mit dem erklärten Ziel, «die öffentliche Debatte um meine Person und die Bank zu beruhigen» und die «Reputation der Raiffeisen zu schützen». Mit der publik gewordenen Liebschaft steht er nun wieder im Fokus.

«Für Raiffeisen ist das eine kulturelle Frage: Sie ist zwar die drittgrösste Bank der Schweiz, aber das Verhalten ist so wie bei einer kleinen Genossenschaft, bei der man sich kennt und beide Augen zudrückt», sagt Kunz.

Auch Gisels Vorgänger, Pierin Vincenz, war intern verbandelt: Seine Frau Nadja Ceregato war die Chefjuristin der Bank. Gegen Vincenz laufen noch immer strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 09.11.2018 02:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie

    Das ist unglaublich,dass alle die CEOs etc. viele Fehlern machen und davon keine Konsequenzen tragen. Ein normaler Arbeiter hätte schon längst die Arbeit verloren!

  • Stefan am 09.11.2018 04:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit statt ... es auch immer

    Gisel: 2015 von Ehefrau getrennt, dann die Sekretärin eines Abteilungsleiters vernascht, dann die Verwaltungsräten. Ich glaube, da konzentriert sich jemand trotz vermutlich sehr gutem Lohn nicht auf die Arbeit. Normale Angestellte werden für ein solches Verhalten entlassen. Was jetzt auch in seinem Fall richtig wäre.

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  • R.Sterk am 09.11.2018 05:50 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Es wird langsam Zeit die Chefetagen zu hinterfragen ob die noch Fachwissen haben oder nur Jubel Trubel Heiterkeit. Leute wacht auf, es geht so nicht mehr !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dejan am 09.11.2018 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen

    Was bitte ist schlimm daran!? Ich verstehe es nicht, sie ist ja zurückgetreten...

  • Rolf Lehner am 09.11.2018 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegensätze ziehen sich an

    Wie kann sich eine so hübsche und attraktive Frau nur in so einen wie Gisel verlieben?

  • Richtige Zeit am am 09.11.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    falschen Ort

    Liebe ist kein Fehler, die Beiden waren fehl am Platz! ,)

  • MB am 09.11.2018 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Senf

    Wenn ich all diese Kommentare lese, frage ich mich, ob ihr den Artikel richtig gelesen habt. Steht da irgendwo dass sie nicht korrekt gearbeitet haben?? Das muss noch geprüft werden wird geschrieben. & wer sich in wen verliebt geht garniemanden etwas an.. wiso gebt ihr alle euren Senf dazu.. seid ihr alle Bratwürste?!?

  • Regine am 09.11.2018 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Menschen sind gleich???

    Ich finde es gut, wenn man auch mal in der Teppichetage aufräumt und Anstand und Respekt erwartet. Beim Fussvolk sind sie ja sofort am meckern und disziplinieren.