Klimawandel

12. März 2019 21:51; Akt: 12.03.2019 21:51 Print

Millionen von Glencore für geheime Kohle-Kampagne

Der Rohstoffriese Glencore bestätigt eine geheime Kohle-Kampagne. Jetzt stoppt sie der Konzern und will Kohle nicht weiter ausbauen.

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Eine verdeckte Kampagne mit dem Namen Cesar hat im Auftrag des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore auf Social Media und unter Politikern Stimmung für Kohleenergie gemacht. Bis Anfang dieses Jahres wurden im Internet
von angeblichen Grassroots-Bewegungen Posts über «saubere Kohle» geschaltet, wie «Guardian Australia» berichtet. Zudem liess der Konzern Umfragen zum Thema Kohle durchführen. Der Rohstoff ist wegen des hohen Ausstosses des Klimagases CO2 in der Kritik.

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Glencore bestätigte die Kohle-Kampagne. «Das Ziel des Projekts bestand darin, Fakten rund ums Thema Kohle zu vermitteln und irreführenden Informationen von Umweltaktivisten entgegenzuwirken», sagt Glencore-Sprecherin Sarah Antenore zu 20 Minuten. Der Konzern habe stets alle Gesetze und Verordnungen eingehalten.

Spionage bei Greenpeace

Der Konzern beauftragte dafür Anfang 2017 die PR-Firma CT Group und soll dafür jährlich umgerechnet zwischen 5,3 und 9,3 Millionen Franken gezahlt haben. Glencore setzte bis diesen Februar auf den Ausbau des Kohlegeschäfts und kaufte auch in Australien weiter Kohleminen auf.

Bei seiner Kampagne habe Glencore auch Kohlegegner wie die Umweltorganisation Greenpeace ausspionieren lassen, wie der «Guardian Australia» weiter schreibt. Ziel sei es gewesen, an Informationen über ihr Budget und ihre Social-Media-Reichweite zu kommen sowie mögliche Schwachstellen zu finden, mit denen sie öffentlich blossgestellt hätte werden können. Zu diesem Vorwurf äusserte sich Glencore in einer offiziellen Stellungnahme nicht.

Glencore denkt um

Die Zeitung zitiert eine Quelle, wonach die Kampagne in Verbindung mit einer Website und Facebook-Gruppe namens «Energy in Australia» steht, die erneuerbare Energien wie Wind und Sonne für steigende Energiepreise und Blackouts verantwortlich macht. Website und Facebook-Gruppe wurden inzwischen vom Netz genommen.

Glencore stoppte die Kohle-Kampagne Ende Februar. Denn das Unternehmen hat seine generelle Energiestrategie geändert: Die Kohleförderung soll nicht mehr ausgeweitet, sondern auf dem jetzigen Stand begrenzt werden. Investoren haben Druck auf den Konzern ausgeübt haben und forderten von ihm eine klimafreundlichere Geschäftsstrategie. Dazu gehört auch UBS Asset Management, die das «Climate Action 100+»-Statement unterschrieben hat und Glencore als einer der grössten Klimagas-Emittenten der Welt angegangen ist.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alexander Uster am 12.03.2019 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uiiii

    ich bin SCHOCKIERT! Das hätte ich NIE von einer Rohstoff-Firma erwartet. Die sind ALLE so Ehrlich. Wer hätte DAS gedacht...

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  • Heinrich Z am 12.03.2019 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sonst alles io

    Na ja, der Herr im Bild hat wenigstens eine Krawatte an.

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  • Global Energy Commodities and Resource am 12.03.2019 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Bilder?

    Schön, dass es in Australien ab und an schneit und Atommeiler mit Kohle befeuert werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil Nh am 13.03.2019 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach leute bitte

    Ihr werdet es nih verstehen! Last die doch einfach machen es ist eh schon zuspät! Es ist bereits 12.03 uhr

  • Anton am 13.03.2019 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Persilschein

    Glencore ist gemäss FDP-Cassis über alle Zweifel erhaben. Also stimmt das auch!

  • Herr Max Bänzli Beim Hellseher am 13.03.2019 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    gehören Nestle und Glencore nicht schon zusammen bald

  • Gaggi Schturm am 13.03.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wünsche all diesen geldgeilen Säcken

    dass sie endlich aus ihrem Röhrenblick rauskommen und aus der Geldgier aufwachen. Wieso setzten die sich nicht mit gleichem Engagement FÜR die Natur ein? Sollen das Geld wieder in die Natur investieren.

  • Holger Narrog am 13.03.2019 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schockierender Ökoterror

    Kohle gibt den Menschen Wärme und Energie und ist damit Existenzgrundlage unserer Industriegesellschaft. Glencore ist ein grosser Kohleproduzent. Kohle ist das profitabelste Produkt von Glencore. Das Glencore für sein profitabelstes Produkt wirbt sollte selbstverständlich sein. Schockierend ist dass der Glencore Konzern auf völlig intransparenten Wegen gezwungen wird sein profitabelstes Geschäft "freiwillig" zu begrenzen und die Werbung hierfür einzustellen. Der Skandal ist die intransparente Machtausübung linker, destruktiver Eliten.

    • Eselsdame am 13.03.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Holger

      Da hat wohl jemand Glencore-Aktien. Dein Märchengeschichtlein kannst Du gerne wo anders erzählen. Der Mensch erhebt sich über die Kohle und beginnt die alten Systeme zu durchschauen und zu verändern/verbessern. Also, tschüss Kohle!

    • Holger Narrog am 13.03.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      Kohle ist Grundlage Ihres Wohlstands

      Hi Eseldame...ich bin in der Tat Glencore Aktionär. Moralische Aspekte stehen nicht an der Spitze meiner Kaufkriterien, allerdings ist Kohle ein Segen für die Menschheit (Bitte vergessen Sie nicht, dass Ihr persönlicher Wohlstand wesentlich auf Kohle beruht), insofern fühle ich mich sehr gut dabei. Ich meide Aktien, "Erneuerbare Energien" (Betrug! wertloser Strom zu Lasten der Menschen), bin bei Gras, Tabak und Alkohol nicht investiert.

    • Holger Narrog am 13.03.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Wohlstand durch Kohle

      Für all diejenigen die an die Ökoreligion glauben... - Alle Ihre Eisengegenstände, Haus, Auto.. wurden mit Koks(Kohle) erschmolzen! - Fast alle Ihre Kleider wurden in China mittels Kohleenergie hergestellt! - Der Strom den Sie nutzen stammt aus dem europäischen Verbundnetz in das Kohlestrom wesentlich beiträgt. Verwerflich ist es anderen ein Leben entsprechend des Mittelalters zu predigen aber selbst Strom zu nutzen, eine beheizte Wohnung zu bewohnen, ein Auto zu fahren...

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