Rohstoffbedarf

21. Februar 2018 15:26; Akt: 21.02.2018 15:26 Print

Glencore will stärker vom E-Auto-Boom profitieren

Der Rohstoffkonzern Glencore hat 2017 einen Rekordgewinn von 5,2 Milliarden Dollar erzielt. Und hofft auf noch mehr Geld – dank Batterien für Elektroautos.

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Der weltweit grösste Rohstoffhändler Glencore hat 2017 von den höheren Rohstoffpreisen profitiert und einen Rekordgewinn von 5,2 Milliarden Dollar gemacht. Das ist fast das Fünffache des Vorjahres, wie der Konzern mit Sitz im Kanton Zug am Mittwoch bekannt gab.

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Seit einigen Monaten steigen die Rohstoffpreise an den Märkten wieder an. Davon profitiert der Konzern, der sein Geld unter anderem mit der Produktion und dem Handel von Kupfer, Zink, Blei, Nickel, Aluminium und Eisenerz verdient. Neben höheren Rohstoffpreisen hätten auch die starke Kostenkontrolle die Margen im Bergbaugeschäft und in der Förderung ansteigen lassen, schreibt Glencore.

Glencore weitet Produktion wegen E-Autos aus

Glencore-Chef Ivan Glasenberg ist grosser Fan von Elektroautos: Von ihnen verspricht er sich künftig zusätzliches Wachstum durch den steigenden Bedarf an Kupfer, Kobalt und Nickel, die für die Batterien-Herstellung benötigt werden. Glasenberg will deren Produktion in seinen weltweiten Minen über die nächsten drei Jahre um zwischen 25 und 133 Prozent steigern.

Um von der wachsenden Nachfrage noch mehr zu profitieren, übernahm Glencore 2017 die Kupfer- und Kobalt-Mine Mutanda in der Demokratischen Republik Kongo als alleiniger Eigentümer.

«Angesichts von Glencores Milliardengewinnen ist es umso stossender, wie aggressiv Glencore im Kongo derzeit gegen ein Gesetz lobbyiert, das ausländische Minenbetreiber zu höheren Steuern und Lizenzabgaben verpflichtet», sagt Oliver Classen von der entwicklungspolitischen Organisation Public Eye zu 20 Minuten.

90 Milliarden Dollar werden investiert

Autobauer wollen weltweit mehr als 90 Milliarden Dollar in die Elektromobilität investieren, wie es in Glencores Jahresbericht heisst. Allein Volkswagen plane, bis 2030 bis zu 40 Milliarden Dollar auszugeben, um Elektroversionen von über 300 Fahrzeugmodellen zu entwickeln. Auch chinesische Autohersteller setzen zunehmend auf die Elektromobilität.

Noch 2015 hatte Glencore einen Milliardenverlust geschrieben. Sinkende Rohstoffpreise und die Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata im Jahr 2013 hatten dem Giganten schwer zugesetzt. Der Konzern sass auf einem riesigen Schuldenberg.

Im September 2015 zog der Konzern die Notbremse mit einem umfangreichen Programm zur Reduktion der Nettoschulden. Dieses wurde 2016 offiziell abgeschlossen. 2017 drückte Glencore die Nettoschulden erneut um 31 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar.

Fast 3 Milliarden Dollar für die Aktionäre

Auch für die Aktionäre ist die Durststrecke vorbei. 2016 hatten sie auf eine Dividende verzichten müssen. 2017 erhielten sie insgesamt eine Milliarde Dollar. Nun kommen sie in den Genuss von 2,9 Milliarden Dollar beziehungsweise 0,20 Dollar pro Aktie.

Glencore selbst hat festgelegt, dass ab 2018 die Aktionäre jeweils mindestens eine fixe Ausschüttung von einer Milliarde Dollar erhalten sollen und variable Zahlungen von mindestens 25 Prozent des operativen Free Cash Flow.

(sda/ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roro am 21.02.2018 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Unanständig

    Super, mehr Gewinn (im unanständigen Bereich) aber bei der Rohstoffgewinnung sparen (noch mehr). Da leiden aber die Arbeiter in den Minen und die Natur noch mehr. Schämt euch!!!!!!! Ein bisschen weniger Gewinn, mehr Umweltschutz beim Abbau und höhere Löhne für die Arbeiter. Das wäre anständig für ein Schweizer Unternehmen.

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  • Hugo am 21.02.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Geld, Geld, Geld

    Die Gier des Menschen ist unersätlich geworden.

  • Kolin 099 am 21.02.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Zug wird zum Ärmsten Kanton haha

    Was zahlt die Firma noch mal an Steuern? Scheinbar zu wenig die Zuger Verscherbeln neben ihrem Land auch schon ihre Autonummern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dipl. HF am 22.02.2018 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Glencore TOP

    Wo kann ich mich für eine Arbeitsstelle bei Glencore bewerben?

  • Daysi am 22.02.2018 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die können mal gehen

    Gleencore beschäftigt sowieso nur Fachkräfte aus dem Ausland. Nur die Putzfrau ist von hier, mit Abstammung aus Südosteuropa.

  • Albi am 22.02.2018 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hybrid statt die Rein-Elektro-Abzocke

    Nur Hybrid-Autos (90% E-Antrieb+ 10% Benzin) bringen den normalen Leuten was. Da der Benzinmotor zur Not sich zuschaltet. Die Energie in Form von Benzin kann besser gelagert sowie verteilt und auf Vorrat produziert werden. Jedoch bei reinem Elektroantrieb schaffen sich die Energiekonzern ein Monopol und diktieren in Zukunft den Strompreis. Man sieht schon dass diese dank der ersten E-Autos den Strompreis erhöhten. Alles GELDMACHEREI !

  • Bozz am 22.02.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    E-Autos schlechtere Öko-Bilanz

    E-Autos sind immer noch viel weniger nachhaltig als moderne Verbrennungsmotoren. Nur schon die Produktion und die Entsorgung bereiten grosse Schäden an der Umwelt. Zudem wird es immer noch je nach Standort hauptsächlich mit Atom und Kohlenenergie aufgeladen. Hybrid finde ich in dieser Hinsicht ein wenig besser, da diese auch noch langlebiger sind als reine E-Autos.

    • Quorn am 22.02.2018 16:52 Report Diesen Beitrag melden

      Hybrid ist nicht besser

      Nein Hybridfahrzeuge sind zu schwer, weil sie mit beiden Antriebsmöglichkeiten ausgestattet sind. Elektro ist die Zukunft. Ein Elektrofahrzeug ist viel Energieeffizienter als ein herkömmliches. Die Leistung wird zu 90% in Bewegung umgesetzt. Die Schweiz ist ideal für Elektrofahrzeuge, da wir sehr viel grünen Strom produzieren.

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  • Martin am 22.02.2018 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Unsäglich

    Die Herstellung von Akkumulatoren (nicht Batterien!!) führt zu grossem Leid bei Natur und Bevölkerung. Kinderarbeit im Kongo mit dem Kobalt - aber hoch lebe die Akkutechnologie! Was für eine selbst ironische Politik.

    • PeterPan am 22.02.2018 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Stromer sind nicht sauber

      Hoch lebe die vielgepriesene Elektromobilität. Stromer sind nicht sauber und auch nicht die Lösung unserer Mobilitätsprobleme. Es wäre schön, wenn die Linken und Grünen das auch mal erkennen würden. Ein 700 PS Tesla wird von denen immer noch als Öko-Mobil betrachtet. Hauptsache kein Otto- oder Dieselmotor. Wie kurzsichtig.

    • Ruedi am 22.02.2018 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      stimmt....

      @Peter Pan....ich habe immer noch das Gefühl, viele Leute glauben, dass die Batterien aus regenerierbaren Wassermelonen hergestellt werden...

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