Zu teuer

20. Dezember 2015 09:14; Akt: 20.12.2015 12:56 Print

Google macht Druck auf Standort Schweiz

Die hohen Löhne sind nur ein Grund, wieso der Technologiekonzern vermehrt auf London setzt. Auch die Regulierungswut kommt schlecht an.

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Unter Konkurrenzdruck: Am 6. März 2008 wurde in Zürich die grösste Forschungsstätte von Google ausserhalb der USA eröffnet. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Für Google verliert der Standort Zürich an Attraktivität. Unter anderem kritisiert ein leitender Mitarbeiter die Zuwanderungsbeschränkung und die Arbeitszeiterfassung. Zürich sei zwar ein wichtiger, aber auch der teuerste Standort des Technologie-Konzerns. Ein Ingenieur koste 20 bis 30 Prozent mehr als einer in London, sagt Julien Borel, leitender Ingenieur am Hauptsitz in Kalifornien, der «NZZ am Sonntag».

Weiter habe man Probleme damit, Stellen am Standort Zürich zu besetzen. «Wir bekommen keine Arbeitsbewilligungen mehr für Ausländer.» Stattdessen würden die Mitarbeiter vermehrt in Grossbritannien angesiedelt. In seiner Abteilung gab es dieses Jahr zwei Zugänge in Zürich, in London aber 20. «Zürich muss mehr Zuwanderung ­zulassen, sonst wird der Standort an Bedeutung verlieren», sagt Borel. Google hat in Zürich über 1500 Mitarbeiter.

«Schlecht organisierte Fussballmannschaft»

Die Infrastruktur und die Universitäten seien hervorragend, doch die Schweiz nutze diese Vorteile nicht aus, ist der 39-jährige Schweizer überzeugt. Ausländische Top-Studenten, die an der ETH studierten, würden nach dem Abschluss zurückgeschickt. Die Erfassung der Arbeitszeiten, die die Schweiz durchsetzen will, töte jeden Unternehmergeist, so Borel weiter zur «NZZ am Sonntag».

Zürich komme ihm vor wie eine schlecht organisierte Fussballmannschaft. «Sie möchten die Champions League gewinnen, wollen aber keine Ausländer im Team. Und sie hören nach 45 Minuten auf zu spielen.»

Derweil herrscht in der Heimat von Google, im Silicon Valley, eine Goldgräberstimmung wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Die Zahl der Jungfirmen, die Milliarden Dollar wert sind, steige massiv, berichtet die «NZZ am Sonntag».

(ij)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hellfire am 20.12.2015 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Oh..... kein Mitleid

    Google, zuerst bitte Steuern zahlen und zwar angemessen, dann darf man etwas bemängeln. Vorher bitte ganz ruhig bleiben. Die Regel heisst: "Vor Inbetriebnahme des Sprechgerätes, zuerst Gehirn einschalten."

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  • Toller Hecht am 20.12.2015 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Modern times

    Will das fie Schwez eigentlich? Dass ein paar weltweit beherrschende Konzerne uns diktieren, was wir zu tun haben um ihre endlose Geldgier zu befriedigen und sonst drohen. Sehr wahrscheinlich nach happigen Steuergeschenken. Ich nicht. Lest bitte auch den Artikel heute, wie das Silikon Valley die Kultur von San Franzisco zerstört. Und Arbeitszeiterfassung passt dem Konzern auch nicht. Passt.

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  • huschmie am 20.12.2015 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Dürrenmatt lässt grüssen

    Google ist eine Weltmacht. Die wollen, dank der grossen Kohle, die sie haben, uns ihre Gesetze aufdrücken. Wer kennt Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" ? So in etwa kommt mir die Geschichte vor.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl am 21.12.2015 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kommunisten denken

    Was viele vergessen, Google ist ein Top IT Unternehmen. Und Zürich ist einer Ihrer Forschungsstandorte, da wird geforscht, das heisst da werden nur die Besten eingestellt. Das Problem sind zu einem grossen Teil unsere linken und teils auch rechten Politiker. Die holen lieber Flüchtlinge als Top Leute rein, da Sie ja nicht Rosinenpicken wollen, auf der anderen Seite wollen die Rechten dann gleich alle Einwanderer ausschliessen. Wir Schweizer sind ein Volk von Opportunisten, das hat die Schweiz erfolgreich und reich gemacht, wo ist das Problem?

  • Arno Meylen am 21.12.2015 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Pendeln in London ist die Hölle

    Locker bleiben - pendelt mal in London oder im Silicon Valley und wohnt an einem bezahlbaren Ort wo die Schule für die Kinder passabel ist. Dann merkt man schnell wie unglaublich gut die Lebensqualität hier in Zürich ist. Dem sollte man sorgen tragen, ob das nun jemanden in Kalifornien passt oder nicht.

  • aschi Wender am 21.12.2015 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erpressung von USA

    Wenn ich einigen Menschen so beim reden zuhöre, denke ich oft, so ein Kondom hätte soviel verhindern können

  • John Lansing am 21.12.2015 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiefere Löhne mal sehen

    Wenn wir alle 25% weniger verdienen, dann ist die Kaufkraft auch gleich hinüber. Alle Restaurants , Fitnessabo , Kaufhäuser, Hobbys , Hotel, etc. würden das massiv zu spühren bekommen

  • Ivan am 21.12.2015 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Go go google

    Ich kenne Googl Vorstellung von Lohn, für jemand mit 15 Jahren Erfahrung und einem Masters in Computer Science sind ihre Lohnvorstellungen so um die CHF 6000.- Wieso sollte man mehr Zahlen es gibt ja genug gratis Praktikanten die es ja "geil" finden für Google zu arbeiten keine Famillie, keine Frau, keine Freundin, 3 Mahlzeiten in der Kantine und gratis saubere T-shirts für Ziellose Studienabgänger super!