Digitale Bücher

22. März 2011 20:47; Akt: 22.03.2011 22:53 Print

Google und Autoren verlieren vor Gericht

Ein US-Bundesrichter hat eine Vereinbarung zwischen dem Internetunternehmen Google und Autoren sowie Verlagen zurückgewiesen.

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hat es sich zum Ziel gesetzt, die größte digitale Buchsammlung der Welt zu errichten. (Bild: AFP)

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Der Suchmaschinenbetreiber hat es sich zum Ziel gesetzt, die grösste digitale Buchsammlung der Welt zu errichten. Eine solche Sammlung würde «einfach zu weit gehen», sagte Richter Denny Chin in seiner Urteilsbegründung. Sie würde Google «erhebliche Rechte geben, ganze Bücher ohne Zustimmung der Autoren zu verwerten.» Das Projekt war von den Rivalen von Google, Konsumentenschützern, Literaturagenten und von mehreren Regierungen heftig kritisiert worden.

Google-Anwältin Hilary Ware nannte die Entscheidung enttäuschend. «Ungeachtet des Ergebnisses werden wir weiter daran arbeiten, mehr Bücher online über Google Books auffindbar zu machen», sagte sie.

Google hat für das Projekt bereits mehr als 15 Millionen Bücher eingescannt und dafür unter anderem Vereinbarungen mit grossen Bibliotheken getroffen. Das Angebot von Google Books macht bislang nur Ausschnitte davon im Internet sichtbar. Ein gerichtlich genehmigtes Abkommen mit den Verlegern hätte es Google ermöglicht, digitale Kopien dieser Bücher zu verkaufen.

Ein erstes Abkommen stiess beim Justizministerium auf Einwände

Die beteiligten Parteien hatten sich Mitte November 2009 nach monatelangen Verhandlungen auf eine Neufassung des «Google Book Settlement» verständigt, das eine pauschale Zahlung von 125 Millionen Dollar vorsah. Ein erstes Abkommen war zuvor auf Einwände des Justizministeriums gestossen. Im Februar 2010 war die Vereinbarung schliesslich dem Gericht in New York vorgelegt worden.

Eine wichtige Rolle in den Verhandlungen spielten Bücher, die vergriffen sind und noch dem Urheberschutz unterliegen, ohne dass ein Kontakt zum Autor hergestellt werden kann. Die Einnahmen aus dem Verkauf der digitalen Ausgaben dieser «verwaisten Bücher» hätten nach den Plänen von Google zehn Jahre lang eingefroren werden sollen. In dieser Zeit hätten Copyright-Inhaber Ansprüche geltend machen können.

(ap)