Suchmaschine

09. März 2011 14:49; Akt: 10.03.2011 17:45 Print

Google will in der Schweiz kräftig ausbauen

Der Suchgigant wächst und wächst, auch in Zürich. Demnächst wird die Limmatstadt mit bis zu 1000 Mitarbeitern der grösste Entwicklungsstandort ausserhalb der USA sein.

Nelson Mattos, Vize-Präsident Google EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) für Produkte und Engineering. (Video: Keystone)
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Auch nach dem Ausbau ist der bisherige Sitz in Zürich bald zu klein. Deshalb hat die Suchmaschinenbetreiberin auf demselben Areal ein weiteres Gebäude für 300 Mitarbeiter gemietet.

Die genaue Anzahl Stellen, die in der Schweiz geschaffen würden, stehe noch nicht fest, teilte Google am Mittwoch mit. «Sicher ist, dass der Standort Zürich stark wachsen wird», erklärte Nelson Mattos, der Europa-Verantwortliche für Produkte und technische Entwicklung.

Als Google die Wachstumspläne im Januar 2011 bekannt gab, trafen innerhalb einer Woche weltweit über 75 000 Bewerbungen ein. Im Schnitt erhält Google pro Tag 3000 Bewerbungen. Insofern erstaunt es nicht, dass das Auswahlverfahren «rigoros» ist, wie Mattos sagte. Nur Kandidaten von Top Universitäten würden berücksichtigt. Das Spezielle an Googles Einstellungsverfahren: Nicht der Teamleiter entscheidet, wer engagiert wird, sondern die Mitarbeiter. «Ein Produkt-Manager will immer möglichst rasch neue Mitarbeiter, um seine Ziele zu erreichen. Darum geht er Kompromisse ein. Die Mitarbeiter hingegen haben keinen Grund, Kompromisse einzugehen», erklärte Mattos.

Grösster Entwicklungsstandort ausserhalb der USA

Der US-Konzern startete 2004 in der Limmatstadt mit zwei Mitarbeitern. Im März 2008 wechselte Google ins Hürlimann-Areal. Dort verdoppelte sich in den vergangenen drei Jahren die Präsenz von rund 300 auf heute über 700 Mitarbeiter.

«Damit ist Zürich der grösste Entwicklungsstandort ausserhalb der USA», erklärte Mattos. Die Schweiz spiele für die Forschung und Produktinnovation eine zentrale Rolle bei Google. Für Zürich und die Schweiz als Standort würden nebst Gründen wie die Lage im Herzen Europas, der hohe Lebensstandard und die hervorragende Infrastruktur auch spezifisch technische Vorteile wie der hohe Bildungsstand und die Nähe zur ETH Zürich und zur EPFL sprechen.

Während an den Standorten in Paris, London oder München jeweils grösstenteils einheimische Entwickler arbeiten, sind in Zürich Menschen aus über 60 Nationen beschäftigt. Die multikulturelle Belegschaft zeichne den Zürcher Standort aus, gab sich Mattos überzeugt. Entwickler aus Südamerika wüssten schliesslich am besten, was Südamerikaner wünschten, Entwickler aus Asien wissen wiederum, was die asiatischen Google-Nutzer brauchen.

Zu den Entwicklungstätigkeiten in Zürich zählen:

-Google Suche und Google Ads: Gearbeitet wird unter anderem an der Verbesserung der Search-Infrastruktur, an Google Shopping und an der Qualität der Textanzeigen.

-Google Apps: Die Entwickler arbeiten an Funktionen von Gmail und Google Kalender.

-Geo-Dienste: Am Standort Zürich werden verschiedene Elemente von Google Maps entwickelt.

-YouTube: In Zürich arbeiten Entwickler an den neusten Technologien, um die Plattform für Nutzer, Inhalteanbieter und Werbetreibende attraktiver zu machen.

Warnking neuer Country Manager Schweiz

Am Mittwoch präsentierte sich auch der neue Country Manager Google Schweiz, Patrick Warnking, zum ersten Mal den Medien. Der 43-jährige Deutsche arbeitete seit 2007 bei Google Deutschland, wo er die Verkaufsteams für die Branchen Local, Media, Entertainment und Public in Hamburg leitete. Seit Januar führt er das Schweizer Geschäft. Richtig angekommen in Zürich sei er allerdings erst diese Woche, da seine Familie nun auch hier wohne.

(owi/sda)