Detailhandel

05. März 2014 07:53; Akt: 10.03.2014 09:11 Print

Green Bag könnte Raschelsäckli ersetzen

von Dorothea Vollenweider - Ein Schweizer Erfinder hat eine kompostierbare Tragtasche entwickelt. Die Detailhändler sind wenig begeistert, obwohl sie einen nachhaltigen Ersatz für die Einweg-Säcke brauchen.

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Detailhändler sind am Greenbag noch nicht interessiert.

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Die Einweg-Plastiksäcke an den Kassen der Schweizer Detailhändler sind praktisch – aber nicht sehr ökologisch. Deshalb will der Bundesrat die kostenlose Abgabe der Säcke voraussichtlich ab 2015 verbieten. Nun hat ein Schweizer Erfinder eine Alternative entwickelt, die der Umwelt nicht schaden soll: Der Green Bag soll so belastbar wie übliche Kunststoff-Tragtaschen und vollständig kompostierbar sein.

Hinter der Erfindung steckt Lars Rominger, Wissenschaftler, Dozent an höheren Fachhochschulen, Fachbuchautor und Geschäftsführer von Rominger Kunststofftechnik. Der Green Bag ist nicht seine erste Erfindung: Rominger hat bereits mehrere Produkte auf dem Markt gebracht, beispielsweise ein Instrument, mit dem man Wein innert Minuten veredeln kann.

«Die Tragtasche ist absolut stabil»

Biologisch abbaubare Säcke werde heute zwar bereits für den Kompost verwendet, doch diese eignen sich nicht für einen Einkauf, da sie nicht belastbar sind. Der Green Bag dagegen soll so einiges aushalten: «Die Tragtasche ist absolut stabil», sagt Romingers Sprecher Markus Baumgartner. Zudem soll sie sich innert zwölf Wochen auflösen. Migros testet in der Waadt bereits ein ähnliches Produkt eines anderen Herstellers: Dort werden statt Plastiksäckli kostenpflichtige Säcke aus Biokunststoff der Firma Bioapply angeboten. Die Kompostierung dieser Säcke dauert ebefalls 12 Wochen.

Auch Rominger glaubt, mit dem Green Bag ein Produkt für den Schweizer Detailhandel entwickelt zu haben: «Die Green Bags wären eine gute Alternative zu den Wegwerf-Plastiksäcken», so Baumgartner. Doch Coop und Migros winken ab: «Die biologisch abbaubaren Plastiksäcke sind für uns, ob gratis oder kostenpflichtig abgegeben, zurzeit keine Alternative», sagt Coop-Sprecher Urs Meier. Grund: Man habe mit den Papiertragtaschen und den Recycling-PET-Permanenttaschen bereits ökologisch sinnvolle Alternativen im Angebot.

National kein Thema

Ähnlich tönt es bei der Migros. Obwohl die Genossenschaft Waadt biologisch abbaubare Tragtaschen eingeführt hat, sei eine solche Lösung national kein Thema, sagt Sprecherin Christine Gaillet. «Unser Konzept wird auf den mehrmaligen Gebrauch der Taschen hinzielen, da dies aus ökologischer Sicht am sinnvollsten ist», erklärt sie.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • V. Schmidt am 05.03.2014 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee!

    Superidee! Und ich hoffe, dass er damit erfolgreich wird! Migros und Coop träumen noch ein wenig, wenn sie meinen, es braucht keine Einwegsäckli mehr ...dran bleiben Herr Rominger!

  • S. Hollenstein am 05.03.2014 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kompostierbare Tragetasche

    Coole Sache! Die Komposttragtaschen würden bei mir die extra gekauften Kompostbeutel ersetzen. Verstehe die Grossverteiler nicht! Die Rechnung ginge bestimmt auf!

  • mehr davon am 05.03.2014 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Greenbac macht Sinn

    sind wir doch mal ehrlich, wer von uns hat noch nie ein Säckli von der Rolle gebraucht? und was ist mit den Säckli für Obst und Gemüse?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea Mordasini am 06.03.2014 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Tasche(n) von zu Hause mitnehmen ;)!

    Das beste wäre eh, etwas vorausschauender, vorausdenkender und umweltbewusster einzukaufen und eine kleine Einkaufstüte von zu Hause mitzunehmen. Ich habe in der Regel immer so eine kleine zusammenfaltbare Tasche dabei. Und mir soll niemand sagen, dass dies zu kompliziert und zu aufwändig sei! Eine solche Tasche hat übrigens überall Platz: entweder in der Handtasche oder der Hosen-/Jackentasche. Also, nicht nur Einkaufszettel schreiben und mitnehmen, sondern auch die eigene Einkaufstüte - Problem gelöst :)! Es braucht tatsächlich nicht so viel, bloss etwas mehr Eigenverantwortung und XMV :)!

  • Mond & Sterne am 05.03.2014 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Migros und Coop...

    die Grossverteiler wollen einfach ihre eigenen Säcke "verkaufen"! Ansonsten würden sie doch sofort auf das Gratisangebot eingehen.

  • Mauro am 05.03.2014 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Migros, Lieber Coop

    Ich will auf meine kostenlose Tasche nicht verzichten. Deshalb würde ich vorschlagen, dass ihr einfach die Papiertragetaschen kostenlos abgebt. Die 30 Rappen im Verkau pro Tasche sind vielleicht 15 Rappen im Einkauf und die lassen sich ja problemlos aus dem Gewinn der verkauften Produkte ohne Preisaufschlag bezahlen. Die Papiertaschen sind total Öko und damit wäre das Problem gelöst. Ansonsten nehme ich mir einfach die kostenlosen beim Gemüse, denn Gemüse wird man ja weiterhin offen verkaufen wollen. Oder ich fahre gleich nach Deutschland rüber.

  • D. Bottinelli am 05.03.2014 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    MEHRWEG!

    Ob Plastik- , Papier- Stoff- oder biologisch abbaubare Kunststofftaschen, bei deren Produktion wird die Umwelt immer mehr oder weniger belastet. Darum ist es ein MUSS jede Tasche zu verwenden, bis sie "kaputt" ist. Das hilf die Umwelt zu schonen!

  • Konsument am 05.03.2014 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    praxis

    Seien wir mal ehrlich: In der Praxis ist es doch so, dass die grosse Masse an Kunden, welche die kleinen weissen Plastiksäckli verwenden (zähle mich da auch dazu) ganz einfach nicht daran denkt, weil sich das Problem Transport ja mit den Säckli lösen lässt. Wären sie nicht mehr verfügbar würden wohl viele stattdessen einfach jedes mal einen Sack für 30 Rappen kaufen (Transportproblem auch gelöst, und ob mein Einkauf nun 12.20 oder 12.50 kostet ist mir doch egal). Das ist zwar nicht nachhaltig oder ehrenhaft, aber so funktioniert halt einfach heutige Gesellschaft.