«Gegengeschäfte»

25. Dezember 2011 10:00; Akt: 25.12.2011 10:15 Print

Gripen-Kauf soll Wirtschaft ankurbeln

Der Kauf des schwedischen Gripen soll dem Schweizer Markt über 6,5 Milliarden Franken über sogenannte Gegengeschäfte einbringen. Hauptprofiteur dürfte die Ruag sein.

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Mit dem Kauf des umstrittenen Kampfjets Gripen des schwedischen Herstellers Saab sollen der Schweizer Wirtschaft bis zu 6,5 Milliarden Franken zufliessen. Eine solche Summe soll durch sogenannte Gegengeschäfte zustande kommen, vermutet Saab-Chef HåkanBuskhein der «NZZ am Sonntag».

Wie das funktioniert? Das Prinzip ist einfach: Durch den Kauf des Kampffliegers durch die Eidgenossenschaft verschaffe sich die Schweiz einen Zugang zu einem Markt, in dem sie noch wenig präsent sei, sagt er. Saab verpflichtet sich im Gegenzug bei Schweizer Unternehmen einzukaufen – natürlich nur, wenn diese auch als wettbewerbsfähig eingestuft werden.

Der Flugzeughersteller habe sich laut eigenen Angaben bereits mit 250 Firmen getroffen und über insgesamt 350 Projekte gesprochen. Mit vielen der Unternehmen wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, mit einigen gar schon ein Vertrag.

Unternehmen der Rüstungs- oder Luftfahrtindustrie

«Namen von Firmen können wir im Moment noch nicht nennen», sagt jedoch Saab-Sprecherin Jenny Nilsson. Und es handle sich nicht mal ausschliesslich um Unternehmen mit einem Bezug zur Rüstungs- oder Luftfahrtindustrie: Über 50 Prozent der Geschäfte sollen sich ausserhalb der Bereiche Rüstung, Verteidigung und Aviatik abspielen.

Allerdings: Der staatliche Rüstungskonzern Ruag dürfte Hauptprofiteur der Gegengeschäfte werden. Noch ist aber der Gripen-Handel nicht unter Dach und Fach – und mit ihm die möglichen Gegengeschäfte.

(jam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ernst Grossenbacher am 25.12.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Flugzeug und gute Gegengeschäfte

    Es gibt keine Freiheit ohne Sicherheit und es gibt keine Sicherheit ohne Freiheit. Der Kauf von Kampffliegern für unsere Armee ist richtig wichtig. Und wenn es auch noch wirtschaftliche Gegengeschäfte gibt, umso besser!

    einklappen einklappen
  • Robin am 25.12.2011 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Besser investiert als bei den Banken

    Umdenken bei den Politiker ist angesagt

  • conny müller am 25.12.2011 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jet

    ist doch gut das gibt neue arbeitsplätze das brauchen wir

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Worker am 25.12.2011 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    da zweifle ich!

    Das ist doch schön, teure Flieger aus dem Ausland und die Kaufsumme wird mit Gegengeschäften kompensiert. So war das doch auch beim FA-18 - aber, profitiert die Wirtschaft wirklich in diesem Rahmen. Wie war das doch damals beim FA18? Gleiche Rede von Kompensation, aber die CH Wirtschaft hat nichts profitiert. Oder kann mir jemand konkrete Beispiele nennen in welchem Rahmen und Dimension Geschäfte von den Amis kompensiert wurden?

  • Robin am 25.12.2011 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Besser investiert als bei den Banken

    Umdenken bei den Politiker ist angesagt

  • Simon Johner am 25.12.2011 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kriegsindustrieprofiteure

    Es ist naiv zu glauben, das Schweizer Volk würde auch nur ein bisschen von diesen Kampfjets profitieren. Einzig für die RUAG und für deren Tochterfirmen ist das natürlich ein Goldesel. Korruption und Vetterliwirtschaft muss endlich der Kampf angesagt werden! Oder wollen wir in die Kriegsindustrie wirklich noch mehr Milliarden reinstopfen? Was haben wir konkret von diesen Kampfjets? Seht es endlich ein, Europa ist heute so sicher wie noch nie und auch in Zukunft wird sich daran nichts ändern. Freut euch und investiert das Geld besser in Bildung, AHV-Renten und Forschung.

  • luge am 25.12.2011 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzen?

    What the hell is "Gripen"? Der Eurofighter waere der richtige Deal begleitend zu den EU Nachverhandlungen im Steuerabkommen. Wieder eine Chance verpasst, wieder ein Ass verfeuert. Jetzt verkauft man uns veraltete Technik von einem wirtschaftlich wackligen Konzern und muss schon von Anfang an das Gerät nachbessern. Taktisch falsch, technisch falsch, unuetz wie ein Kropf am Hals.

  • R:G: am 25.12.2011 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Das VBS versucht das Volk zu täuschen

    Entweder braucht es Kampfjets oder nicht. Das Argument der Gegengeschäfte darf die Entscheidung nicht beeinflussen. Einmal mehr versucht das VBS mit manipulativen Argumenten das Volk zu täuschen.