UBS

04. März 2011 14:39; Akt: 04.03.2011 17:37 Print

Grübel verzichtet auf Bonus

Der Big-Boss der Grossbank UBS gibt sich bescheiden. Oswald Grübel verzichtet auf seinen Bonus für 2010. Der Grund: Er habe keinen Mehrwert für die Aktionäre schaffen können.

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Oswald Grübel übt Verzicht (Bild: Keystone)

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Trotz eines Konzerngewinns von 7,2 Milliarden Franken im Jahr 2010 verzichtet UBS-CEO Oswald Grübel auf seien Bonus. Der Top-Manager streut sich Asche aufs Haupt: «Ich habe auf den Bonus verzichtet, weil ich leider nicht in der Lage war, Mehrwert für unsere Aktionäre zu schaffen», begründete Grübel seinen Entscheid in einem Telefoninterview mit Dow Jones Newswires. Auf Anfrage von 20 Minuten Online bestätigt die UBS-Pressestelle Grübels Entscheid.

Der UBS Aktienkurs sei Ende 2010 etwa gleich hoch gewesen wie Anfang des Jahres, sagte Grübel. Um ganz genau zu sein: Der Kurs des UBS-Wertpapiers ging im Jahr 2010 um 4,4 Prozent zurück. Trotz seines Bonusverzichts bleibt Grübel ein Grossverdiener: Sein Grundgehalt fürs Jahr 2010 betrug wie in den zwei Jahren zuvor drei Millionen Franken.

Zweiter Verzicht

Oswald Grübel hatte bereits 2009 – ebenso wie Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger – auf seinen Bonus verzichtet. Anders als im Jahr 2009, als die UBS noch einen Verlust schrieb, dürfte Grübel mit seinem neuerlichen Bonusverzicht eine Menge Geld ablehnen. Es ist davon auszugehen, dass Grübels Bonus für 2010 ein Mehrfaches des Grundgehalts betragen hätte.

Zum Vergleich: Der Bonus von Grübels Konkurrenten Brady Dougan, der an der Spitze der Credit Suisse steht, belief sich fürs Jahr 2009 auf 18 Millionen Franken, die jedoch mehrere Jahre gesperrt bleiben. Dougans Grundgehalt betrug lediglich 1,25 Millionen Franken. Zudem lief ein langfristiges Beteiligungsprogramm aus dem Jahr 2004 aus, das bei der Lieferung der Aktien im März 2010 einen Wert von rund 70 Millionen Franken hatte.

Alles in allem durfte Brady Dougan 2010 von seiner Arbeitgeberin CS Löhne und Boni entgegennehmen, die zum damaligen Zeitpunkt einen Wert von annähernd 90 Millionen Franken hatten.

10 Prozent weniger Boni

Für 2010 zahlte die UBS ihren rund 65 000 Mitarbeitern 4,3 Milliarden Franken aus. Damit wurde der Bonustopf gegenüber dem Vorjahr 10 Prozent kleiner. Gemessen an gesamten Lohnkosten machen die Boni einen Viertel aus.

Im Gespräch mit Dow Jones Newswires äusserte sich Grübel auch zu seiner persönlichen Zukunft. Pläne, sich zurückzuziehen, hat der Deutsche offenbar nicht: Er habe «immer noch Spass» an seiner Tätigkeit, so der 67-Jährige. Dies bedeute aber nicht, dass der Verwaltungsrat sich keine Gedanken über seine Nachfolge mache. Es gebe innerhalb der UBS «geeignete» Kandidaten für seine Nachfolge.

(sas)