Investmentbanking

14. Juni 2011 13:10; Akt: 14.06.2011 13:28 Print

Gut für die Boni, schlecht für die Steuerzahler

von Lukas Hässig - Die Grossbanken kämpfen bei der «Too big to fail»-Vorlage auch um ihre eigenen Boni. Den Schaden haben Steuerzahler und Aktionäre.

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Vom Investementbanking profitieren nur ein paar wenige Indsider. (Bild: Keystone)

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Warum wehren sich die Grossbanken UBS und CS trotz Dauerkritik für ihr grosses Investmentbanking? It's the money, stupid! Genauer: das eigene Geld. Die Gewinner eines grossen Investmentbankings sind nämlich in erster Linie die Handelscracks und deren oberste Chefs.

Kein Wunder, wollen die Spitzen von UBS und CS für die heute beginnende Parlamentsdebatte der «Too big to fail»-Vorlage keinen harten Schweizer Sonderweg beim Eigenkapital und keine Einschnitte bei der Strategie. Solche machen das Investmentbanking unattraktiv.

Aus impliziter wurde explizite Haftung

Umso wichtiger wären diese Grenzen für zwei andere Gruppen. Die Aktionäre, also die Eigentümer, hatten in den letzten 20 Jahren wenig vom Ausflug der Schweizer Grossbanken in die weite Welt des grossen Kasinos. Ihnen blieben Milliardenverluste und schwache Aktienkurse.

Auch die Steuerzahler mussten ihren Teil beitragen, aus einer impliziten Existenzgarantie wurde im Herbst 2008 eine explizite, als die Schweiz die UBS mit damals 68 Milliarden Franken rettete.

«First my money»

Der Ex-UBS-Investmentbankchef Markus Granziol, ein Insider der schlauen Spezie, brachte das Problem in einem Essay Ende 2007 auf den Punkt. Als sich die Schwere der Finanzkrise und die dereinst nötigen Steuermilliarden erst für wenige Eingeweihte am Horizont abzeichneten, schrieb er in der Bilanz: «Ein Investment-Banker hat einmal treffend räsoniert: ‹Money is the most important thing for me: first my money, then the bank’s money, then the client’s money.›»

Dass vom riskanten und verlustbringenden Investmentbanking vor allem ein paar wenige Insider profitieren, zeigt sich auch an der Lohnentwicklung bei den Schweizer Grossbanken. Noch Anfang der 1990er Jahre verdienten Leute wie Nikolaus Senn (damalige Bankgesellschaft), Walter Frehner (Bankverein) oder Robert Jeker (Kreditanstalt) rund eine Million – inklusive Bonus.

Ospel: Von 1 auf 18 Millionen

Das änderte sich unter Marcel Ospel und Lukas Mühlemann. Die beiden Grossbanken-CEOs hoben um die Jahrtausendwende die Boni fürs oberste Management aufs Niveau des globalen Investmentbankings.

Bereits 2000 verdiente Ospel, der die fusionierte UBS zur grossen Investmentbank ausbaute, 18,5 Millionen, ein Vielfaches der Gesamtentschädigung seiner Vorgänger. Bei der neu unter Credit Suisse auftretenden zweiten Grossbank war es Oswald Grübel, der goldene Bonus-Programme einführte, die letztes Jahr zu 71 Millionen für seinen Nachfolger Brady Dougan führten. Kaum war Grübel bei der UBS am Ruder, erhielten seine Manager einen ähnlichen Turbo-Bonus-Plan.

Kein Investmentbanking – kein Wahnsinnsbonus

Das Ende des grossen Investmentbankings wäre für die Topleute von UBS und CS auch das Ende der Sonderboni. Der Vergleich mit den bestbezahlten Tradern und den Spitzen der Wallstreet-Banken wäre nicht länger angezeigt. Stattdessen würden sich Saläre und Boni von CEO und Topkadern wie bis Mitte der 1990er Jahren an den Schweizer Ansätzen orientieren.

Es käme zu einem allgemeinen Schrumpfungsprozess, kleinere Banken müssten wohl ihre Top-Entschädigungen ebenfalls nach unten anpassen, um nicht aus dem Rahmen zu fallen. So ist schwer vorstellbar, dass der Chef der Privatbank Julius Bär, Boris Collardi seine gut 3 Millionen fix und nochmals so viel als Bonus weiterhin rechtfertigen könnte. Dasselbe würde für andere Privatbanken gelten. Weniger problematisch sind die Ansätze bei den Kantonal- und Regionalbanken, dort ist eher die Frage, ob die Leute ihr Geld wirklich wert sind.

Keine Tragödie

Der Preis für ein Gesundschrumpfen der irrwitzigen Entschädigungen bei den Grossbanken und weiteren Privatbanken wäre ein gewisser Bedeutungsverlust von Swiss Banking. Das grosse Investmentbanking von UBS und CS hat dazu geführt, dass die beiden Häuser zu den Top-Adressen im globalen Banking zählen.

Die Vorteile für die Steuerzahler und vermutlich auch für die Aktionäre liegen auf der Hand. Der Weg, den die Schweiz mit ihrer «Too big to fail»-Lösung einschlägt, geht in Richtung Reduktion des Investmentbankings. Das wird zu tieferen Spitzenlöhnen führen. Ein erster Schritt zurück zu gesunden Relationen ist getan.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco Grossi am 14.06.2011 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    typisch links

    Hackt nur weiter auf die Banken! Irgendwann wandern diese aus und dann heisst es "Adios" mit dem Wohlstand in der Schweiz! Vergesst nicht, dass immer noch die Reichen 80 % von unseren Steuern bezahlen... Vielleicht wird ja die UNIA die Steuerlücke übernehmen...

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  • Dominic Stuber am 14.06.2011 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bonus

    Die Diskussion ist lächerlich. Warum eigentlich immer nur die Banker angreifen? Die Politiker wollen mit diesem Thema nur auf Stimmenfang gehen. Zudem sind die Vergütungen im Internationalen Vergleich in der Schweiz nicht unglaublich hoch. Wer keine Ahnung hat, sollte lieber einmal nichts sagen. Schaut euch mal Inside Job an und dann wisst ihr, dass das ganze Weltwirtschaftssystem korrupt ist.

  • Tom Dubach am 14.06.2011 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bonibezüger

    sind auch Steuerzahler!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dominic Stuber am 14.06.2011 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bonus

    Die Diskussion ist lächerlich. Warum eigentlich immer nur die Banker angreifen? Die Politiker wollen mit diesem Thema nur auf Stimmenfang gehen. Zudem sind die Vergütungen im Internationalen Vergleich in der Schweiz nicht unglaublich hoch. Wer keine Ahnung hat, sollte lieber einmal nichts sagen. Schaut euch mal Inside Job an und dann wisst ihr, dass das ganze Weltwirtschaftssystem korrupt ist.

  • Carlos Zapato am 14.06.2011 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hats in den Händen?

    Wenn die Schweiz zukünftige Steuerausfälle aufgrund von fehlenden versteuerten Riesengewinnen budgetiert (und auch keine Stützungsmassnahmen bei der nächsten Bankenkrise), steht einem neuen Bankgesetz mit eben solchen Eigenkapitalvorschriften zumindest fiskalisch nichts im Weg. Und politisch? Das Parlament hats den Händen. Nicht die Banken.

  • Marco Grossi am 14.06.2011 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    typisch links

    Hackt nur weiter auf die Banken! Irgendwann wandern diese aus und dann heisst es "Adios" mit dem Wohlstand in der Schweiz! Vergesst nicht, dass immer noch die Reichen 80 % von unseren Steuern bezahlen... Vielleicht wird ja die UNIA die Steuerlücke übernehmen...

    • Adrian am 14.06.2011 16:35 Report Diesen Beitrag melden

      ....

      Anteil der Banken am CH BIP liegt um die 10%... Was haben denn die Reichen mit diesem Thema zu tun

    • Supermario am 14.06.2011 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Boni = Anständig?

      Niemand hakt auf den Banken rum, aber die Boni-Zahlungen sind nach wie vor unverschämt!

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  • R.T. am 14.06.2011 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boni

    Haupsache sie haben ihre Fetten Boni!!!

  • Tom Dubach am 14.06.2011 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bonibezüger

    sind auch Steuerzahler!

    • Peter Meierhans am 14.06.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

      Nunja...

      Nur, das die Schwelle ab welcher die Steuern nicht mehr ansteigen viel zu tief ist. Nur die Vermögenssteuer alleine ist sowieso kaum was wert...

    • Paulo Häberli am 14.06.2011 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      und gleichzeitig...

      meist genau diese Personen die am besten wissen, wie und wo man am wenigsten Steuern bezahlt. Marcel Ospel ist ja nicht aus ungefähr von Basel in die Innerschweiz umgezogen.

    • Marco S am 14.06.2011 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      Genie

      Das sind sie aber zu welchem Steuersatz...

    • Carlos Zapato am 14.06.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

      aber nicht in der Schweiz!

      aber im wesentlichen versteuern diese im Ausland, allem voran in den USA, UK und Asien. Diese Länder aber scheren sich einen Deut um ausländische Banken, sollte die nächse Krise anstehen. Dann wären wiederum CH-Steuergelder gefragt. So einfach ist das.

    • Spin Doctors@Work am 14.06.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      Langweilig wie das Neid Argument

      absolut richtig, ändert aber nichts daran das die Bonis eigentlich den Aktionären zustehen. Tom Dubach wird es kaum glauben..., Aktionäre sind ebenfalls Steuerzahler und tragen das risiko auf dem Kapital!

    • David Steinmann am 14.06.2011 15:54 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach gesagt...

      leider sind die meist pauschalbesteuert und müssen verhältnismässig viel zuwenig abdrücken! sehr fair und so.... prozentual zahlen diese Leute nicht einen viertel meiner steuern.... Fair?

    • Sandra am 14.06.2011 16:13 Report Diesen Beitrag melden

      Steuern?

      Bonis sind nicht Steuerpflichtig!

    • Tom Dubach am 14.06.2011 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      Wohl kaum!

      @Sandra Boni sind nicht steuerpflichtig? Wo das denn? Ein Bonus ist genau auch ein Lohnbestandteil, es werden die üblichen Sozialabgaben fällig, er taucht auf dem Lohnausweis auf und wird gaaaanz normal besteuert (Marco S.!). @David Steinmann, die Pauschalsteuer kann nur in Anspruch nehmen wer in der Schweiz keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Also für was sollten denn die Boni bekommen? Im Kt. ZH ist diese sowieso abgeschaft!

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