Möbel vom Mode-Riesen

01. April 2014 07:06; Akt: 31.03.2014 22:19 Print

H&M und Zara machen Ikea Konkurrenz

von Claudia Landolt - Vom schwedischen Modehaus H&M gibts jetzt auch eine Kollektion für schöneres Wohnen. Konkurrent Zara zieht nach. Beide versprechen Trendiges zu bezahlbaren Preisen.

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Schöner wohnen: Der Moderiese H&M machts mit einer Home-Kollekion möglich. (Bild: hm.com) (Bild: 20 Minuten)

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Armani, Missoni, Diesel oder Ralph Lauren haben es vorgemacht: Sie wollten nach den Kleiderschränken die Wohnräume erobern und designten fortan auch noch Möbel, Textilien und Accessoires. Kunden können so nicht nur die Entwürfe ihrer Lieblingsmarke tragen, sondern auch darin wohnen, sitzen oder schlafen.

Als Fashion-Kette deckt H&M bereits alle Bereiche ab, nur eine Interior-Linie mit Wohntextilien und passenden Accessoires für die ganze Wohnung fehlte noch. 2009 stellte Schwedens erfolgreichster Fashion-Import seine Home-Kollektion vor, nun ist sie auch in der Schweiz erhältlich. Das Motto aus dem hohen Norden lautet: trendig und günstig.

Modisch und demokratisch

«Es muss nicht teuer sein, das Zuhause zu verändern oder neu zu dekorieren. Es ist so einfach, Kissenbezüge und Decken zu wechseln, um einen neuen Look zu kreieren,» erklärt Chefdesignerin Evelina Kravaev Söderberg anlässlich der Präsentation der Kollektion. Diese umfasst ein paar Hundert Artikel und reicht von Bettwäsche, Servietten, Küchentextilien über Handtücher bis hin zu kleineren Deko-Accessoires. Die Preise sind erwartungsgemäss demokratisch: Laut Sprecherin Ana Bobicanec pendeln sie zwischen Fr. 6.90 für Kissenbezüge und Fr. 59.90 für Bettwäsche.

Seit zwei Wochen ist H&M im Berner Einkaufszentrum Westside mit einem eigenen Laden vertreten. Die H&M-Sprecherin Ana Bobicanec ist mit dem Start zufrieden: «Das Interesse an Inneneinrichtung und Design ist sehr gross und unsere Kundinnen und Kunden fragen oft nach Wohn-Accessoires.» Neue Shops unter anderem in Basel seien geplant.

Konkurrenz aus Spanien

Zara, H&Ms grösster Konkurrent, verfügt über eine Kollektion von Heimtextilien und Kleinmöbel, unter anderem auch für Kinder (zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem beliebten Londoner Label Liberty). Bislang konnten die Artikel nur online gekauft werden. Wie aus guten Quellen zu vernehmen war, plant Zara an der Bahnhofstrasse in Zürich im Bally-Haus die Eröffnung eines Home-Shops. Auch bei Zara sind die Preise eher tief: Einen hübschen Beistelltisch gibts schon ab 100 Franken.

Damit machen die Modehäuser Ikea Konkurrenz. Lukrativ ist der Vorstoss ins Geschäft mit den Bettüchern und Duschvorhängen allemal. Schweizer gaben laut der letzten Statistik zum Haushaltseinkommen 2011 13,7 Millionen für die laufende Haushaltsführung, Haushaltsgeräte und Innenausstattung inklusive Möbel aus (Quelle: BFS).

Ikea begrüsst die Konkurrenz

Bei Ikea begrüsst man den Wettbewerb. David Affentranger, Kommunikationsverantwortlicher, erklärt gegenüber 20 Minuten: «Konkurrenz belebt das Geschäft. Diversität tut dem Markt gut. Wir betrachten das als gegenseitige Inspiration.» Man sei gespannt, wie die Kombination von Textilien und Kleider bei der Kundschaft ankomme.