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15. Februar 2015 14:17; Akt: 15.02.2015 14:19 Print

HSBC entschuldigt sich für Schweizer Tochter

Mängel bei Vorschriften und Kontrolle: Mit grossen Inseraten in zahlreichen britischen Zeitungen entschuldigt sich die HSBC für die Geschäftspraxis ihres Genfer Ablegers.

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Der ehemalige HSBC-Präsident Stephen Green hat sich bisher nicht geäussert. (Bild: AFP/ed Jones)

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Die von einem internationalen Journalistennetzwerk ausgewerteten Bankdaten der Schweizer HSBC-Tochter aus den Jahren 2006 und 2007 werfen weitere Wellen. Nun hat sich HSBC mit grossen Inseraten für die einstigen Geschäftspraktiken ihres Ablegers in Genf entschuldigt.

HSBC gibt in den ganzseitigen Anzeigen in zahlreichen britischen Sonntagszeitungen zu, dass es bei ihrem Schweizer Geschäft Mängel bei der Einhaltung von Vorschriften und in der Kontrolle gegeben habe.

«Schmerzhaften Erfahrungen» für HSBC

Zahlreiche Medien hatten vor rund einer Woche berichtet, HSBC habe in der Schweiz Wohlhabenden weltweit bei Steuerhinterziehung oder Geldwäsche geholfen – darunter Schauspielern, Sportlern und Musikern, aber auch Industriellen, Waffenhändlern und Diktatoren. Nach Angaben des Recherchenetzwerks ICIJ enthielt der ausgewertete Datensatz Informationen zu mehr als 100'000 Kunden mit einem Einlagevermögen von rund 100 Mrd. Dollar.

HSBC-Konzernchef Stuart Gulliver, der den als Inserat publizierten Brief in der britischen Presse unterzeichnet hat, spricht im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen sein Institut denn auch von «schmerzhaften Erfahrungen» für Kunden, Angestellte und Aktionäre. «Wir müssen Verständnis dafür zeigen, dass die Gesellschaft, der wir dienen, mehr von uns erwartet», so Gulliver im Brief. «Wir entschuldigen uns daher aufrichtig.»

HSBC hält indes auch fest, dass die Mehrheit der 140 in den Medienberichten genannten Personen mittlerweile nicht mehr Kunden der Bank seien und man inzwischen genauer kontrolliere, wer als Kunde akzeptiert werde. «Wir wollen keine Geschäfte mit Kunden machen, die Steuern hinterziehen oder die Richtlinien der Bank bezüglich Finanzkriminalität nicht erfüllen», heisst es im Brief weiter.

Rücktritt aus dem Beirat der Banken-Lobby

Konsequenzen aus den Vorwürfen gegenüber HSBC hat auch Stephen Green gezogen, der in der Zeit, aus der die einst gestohlenen und nun von Journalisten ausgewerteten Bankdaten stammen, Präsident des Finanzkonzerns war. Er ist am Samstag von seinem ehrenamtlichen Posten beim britischen Banken-Lobbyverband TheCityUK zurückgetreten.

Zu den Vorwürfen hat sich Green bisher nicht geäussert. Offiziell liess TheCityUK verlauten, dass Green die Handlungsfähigkeit des Verbandes bei der Förderung von Good Governance nicht beeinträchtigen wolle und deshalb von seinem Amt als Präsident des Beirates von TheCityUK zurücktrete.

Da Green von 2011 bis 2013 auch britischer Handelsminister war, ist er derzeit auch Gegenstand politischer Reaktionen auf die unter dem Namen Swissleaks bekannt gewordenen Berichte zu den Geschäftspraktiken von HSBC Schweiz.

(sda)

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