Swiss Skies

10. September 2018 16:57; Akt: 11.09.2018 08:33 Print

Hat ein Schweizer Billigflieger eine Chance?

von R. Knecht - Eine Schweizer Firma will künftig Langstreckenflüge zum Billigtarif anbieten. 20 Minuten liefert Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Eine Schweizer Billig-Airline für Langstreckenflüge sucht derzeit nach Investoren. Das vorläufig «Swiss Skies» genannte Projekt will künftig vom Heimatflughafen Basel Flüge nach Nordamerika zu niedrigen Preisen bieten. Das Projekt wurde von vier Aviatik-Veteranen gestartet, darunter Armin Bovensiepen, der früher bei Air Berlin arbeitete, und Alvaro Oliveira, der momentan teilzeit als Ryanair-Kapitän arbeitet, wie die «Financial Times» berichtet.

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Doch hat eine Schweizer Billig-Airline auf dem hart umkämpften Markt überhaupt eine Chance? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie billig will Swiss Skies sein?
Swiss Skies plant laut der «Financial Times», die Kosten im Vergleich zu etablierten Airlines um 30 Prozent zu senken. Ob das gelingen wird, könne man nicht sagen, ohne die konkrete Strategie zu kennen, sagt William Agius, Aviatik-Experte an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Es komme auf Faktoren wie die angebotenen Dienstleistungen und die Verträge der Angestellten an. Dass die Airline komplett auf den neuen Airbus A321 setzen will, leuchtet dem Experten ein: Dieses Langstreckenflugzeug sei besonders leicht und verbrauche wenig Sprit, was die Kosten des Flugbetriebs tief halten könnte. Inwieweit die Preissenkung an die Kunden weitergegeben wird, muss sich noch zeigen.

Hat eine Schweizer Firma überhaupt eine Chance gegen etablierte Anbieter?
Für Agius ist die Schweiz als Firmenstandort nicht ausschlaggebend für eine Airline. Es komme vielmehr darauf an, ob Swiss Skies wirklich attraktive Preise biete und gleichzeitig gegen die Konkurrenz bestehen könne. «Die Swiss ist in dieser Beziehung recht aggressiv», so Agius. Zürich sei nahe bei Basel und die konkurrenzierenden Airlines würden so einen Angriff nicht auf sich sitzen lassen.

Wann hebt Swiss Skies ab?
Frühestens Mitte 2019 könnten die ersten Maschinen abheben, sofern die nötigen finanziellen Mittel zusammenkommen. Rund 100 Millionen Franken braucht die Firma, schreibt die «Financial Times».

Wohin will die Airline fliegen?
Anfangs will das Unternehmen vor allem Flüge nach Nordamerika bieten. Dazu sollen später Destinationen in der Karibik, Asien, Brasilien und im Mittleren Osten kommen. Details zu den Plänen will die Firma allerdings noch nicht verraten – wegen der Konkurrenz. Laut der «Financial Times» könnte Cincinnati eine der Destinationen sein.

Warum soll Basel der Heimatflughafen von Swiss Skies werden?
Laut William Agius gibt es mehrere strategische Gründe, die für Basel sprechen. Gerade weil es von Basel wenige Langstreckenflüge gibt, dürfte für Swiss Skies die Konkurrenz dadurch kleiner sein. Es könnte sogar sein, dass Passagiere ausserhalb des Einzugsgebiets Basel dort einen Zwischenstopp für den Langstreckenflug in Kauf nehmen würden. «Dann müsste sich der Preis aber wirklich lohnen», so der Aviatik-Experte.

Ist Basel als Standort auch einfach billiger?
Dafür spricht: Ansässige Firmen geniessen in der Schweiz steuertechnische Vorteile und können gleichzeitig Kosten sparen, wenn sie Angestellte aus Deutschland oder dem Elsass rekrutieren, die zu tieferen Löhnen angestellt werden können als Schweizer. Der Standort Basel ist wegen seiner Grenznähe speziell: Der Flughafen befindet sich genau genommen sogar schon in Frankreich. «Davon profitierte früher schon die Crossair», sagt Agius.

Swiss Skies klingt irgendwie bekannt ...
Tatsächlich gab es in der Vergangenheit bereits eine Firma namens Swiss Skies. Sie wurde 2002 vom Amerikaner Waleed Youssef gegründet, der ursprünglich die Swissair kaufen wollte – er war dort als Manager tätig. Bei Swiss Skies handelte es sich um eine Zürcher Betreibergesellschaft, die Flüge nach Kabul anbot. Die Firma ging allerdings 2008 in Liquidation und wurde aufgelöst. Einen Zusammenhang zur neuen «Swiss Skies» scheint es nicht zu geben. Wie die neue Billig-Airline zum Schluss definitiv heissen soll, ist noch nicht bekannt. Eine Sprecherin der Swiss sagt zu 20 Minuten, falls die neue Airline sich Swiss Skies nennen sollte, würde die Swiss dies rechtlich prüfen und sich weitere Schritte vorbehalten.

Gibt es überhaupt schon Langstreckenflüge von Billig-Anbietern?
Ja, es gibt Billig-Airlines, die auch Langstreckenflüge anbieten oder diese zumindest planen. Meist sind das allerdings Tochterfirmen von etablierten Airlines. So etwa die Air-France-Tochter Joon oder Scoot, der Billigflieger von Singapore Airlines. Allerdings gibt es auch einige eigenständige Anbieter wie etwa Norwegian Airlines. In der Schweiz ist jedoch kein solches Unternehmen ansässig.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr Realist am 10.09.2018 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Schnäppchenjäger und dann weint der Schweizer, dass die Umwelt kapput geht und fliegt mit dem billigsten Anbieter!

    einklappen einklappen
  • Meyer am 10.09.2018 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grounding

    Dann geht dieses Jammern wegen bezahlten aber nicht mehr durchgeführten Flügen wieder los. Freue ich mich jetzt schon auf diese weinerlichen Reaktionen :-))

    einklappen einklappen
  • Der Pilot am 10.09.2018 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Billigairlines mehr

    Völlig daneben. Wer kein Geld hat, bleibe zu hause! Wir brauchen nicht noch mehr Billigluftverpester!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • CH-MMeinung am 20.09.2018 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe Herr Ebner lässt sich nicht kaufen

    Dieses Geschäft darf auf keinen Fall zu Stande kommen

  • Rolf am 13.09.2018 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    UNFASSBAR DIESE ENTWICKLUNG

    Das Schmudel-Geschäft darf nicht zu Stande kommen. Hört auf dauernd Volks-Vermögen zu verscherbeln.

  • Ruth am 12.09.2018 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    CH braucht dringend neue Armee-Flugzeuge

    und keine Billig-Rettungs-Ramsch-Flugzeuge aus Pleite-Geschäften. Die zuständige BR D.L. UVEK hält sich wieder einmal im Hintergrund damit sie keinen Kratzer abbekommt, obwohl es zu ihrem Dossier UVEK gehört.

  • Ruth am 12.09.2018 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    NEIN zu Rettungs-Ring für Pleite-Flieger

    Lasst die Pleite-Flieger entlich Pleite gehen und nicht einfach mit einen neuen Fliger-Namen weiter wursteln lassen und das CH-Volk für dumm verkaufen.

  • Daniel am 12.09.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Heute prahlen diese Grossmäuler...

    von absoluten Pseudo Unternehmern bereits von 5'000 neuen Arbeitsplätzen und 1,5 Mia. Umsätzen.