Erste Schätzungen

13. Juli 2011 10:22; Akt: 13.07.2011 16:53 Print

Hagelschäden kosten bereits über 60 Millionen

von Amir Mustedanagic - Zum dritten Mal im Juli zog ein heftiges Gewitter über die Schweiz. Hagelkörner so gross wie Murmeln zerbeulten Autos und zerschlugen Fassaden. Die Schadensumme steigt täglich.

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Schwer erwischt hat es die Heitere-Wiese in Zofingen AG, wo Anfang August das Openair über die Bühne gehen soll. Am Tag nach dem schweren Gewitter sind in Zofingen eindrückliche Spuren zurückgeblieben. Das Gewitter entwickelte eine gewaltige Kraft, wie dieses Bild aus zeigt. Der Sturm von der Nacht auf Mittwoch zerfetzte einen Garten-Pavillon in In wurden die Wegweiser in Mitleidenschaft gezogen. Spektakulärer Blick vom Pilatus auf Das Unwetter richtete grosse Schäden an: Beim Obi-Markt in wurde das 1.-August-Feuerwerk durchnässt. Hier ein Eindruck aus Das Unwetter richtete Schäden im ganzen Land an, so auch an diesem Fenster in Die Scheiben sind glatt zerdeppert. Der Hagel bedeckt den Boden. «Wie im Winter», meldete die Leser-Reporterin dazu. Der Hagelschaden bei der Weinkellerei der Gebrüder Nauer in Glasschaden in Ein umgestürzter Baum in Schäden auf einer Terrasse in Ein Donnerwetter in Gespenstische Stimmung am ... in ... und in Das Maisfeld liegt flach. In Lutry VD liegt ein Baum quer über der Strasse. Diese Autoscheibe in Hirschthal AG hielt dem Hagel nicht stand. Blitze in Basel. Beromünster LU. An vielen Orten knickten Bäume um. Dadurch kam es zu Behinderungen im Strassen- und im Bahnverkehr. So präsentierte sich die Lage am Mittwochmorgen in der Nähe eines Kindergartens in Dietikon. Durch die starken Winde fiel, was nicht festgebunden war. Riesige Hagelkörner fielen vom Himmel. Weisser Rasen im Sommer. Der Hagel richtete Schaden an. Mehrere Leser-Reporter berichten von ungewöhnlich langen Blitzen. Dramatische Wolkenbilder erreichen uns am 12. Juli aus dem bernischen Steffisburg. Der Blick von Unterseen BE Richtung Niesen. Kurze Zeit später ist der Niesen nicht mehr zu sehen. «Weltuntergangsstimmung im Haslital», schreibt dieser Leser-Reporter Ganze sieben Zentimeter misst dieses Hagelkorn aus Läufelfingen BL. Gross wie Baumnüsse: Weitere Hagelkörner aus Läufelfingen. Riesenhagel hat auch dieser Leser-Reporter zu vermelden. Auch das jurassische Delemont wurde vom Hagel nicht verschont.

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Es ist ein ungemütlicher Morgen für die Versicherungen. In der Nacht auf Mittwoch zog eine heftige Gewitterfront vom Jura in die Ostschweiz. Vielerorts donnerten dabei Hagelkörner so gross wie Murmeln herunter. Autos und Hausfassaden wurden zerbeult, Fenster zerschlagen, wie Leser-Bilder zeigen. Die Telefondrähte dürften bei den Versicherungen entsprechend heiss laufen – zum dritten Mal bereits in diesem Sommer.

Die Zerstörungen der ersten beiden heftigen Hagelzüge vom 7. und 10. Juli waren noch nicht aufgenommen und bereits suchte ein weiteres Unwetter die Schweiz heim. Der geschätzte Schaden vor dem Hagelzug in der Nacht vom 12. Juli bei National Suisse, Mobiliar und Axa-Winterthur betragen bereits über 60 Millionen Franken. Die Zürich rechnete alleine bei den Autos mit über 4000 Schadensmeldungen und sie verzeichnet bisher «ungewöhnlich viele schwere Schäden», sagt Sprecher Adriano Pavone. Sollten die Kosten der Schäden bei der Zürich nur im Rahmen der anderen Versicherungen liegen, muss mit einem zusätzlichen Betrag von über 15 Millionen Franken gerechnet werden.

Viele Gebäudeschäden registriert

Weniger Schäden, dafür teurere gab es während der Hagelzüge an den Hausfassaden. Die Axa-Winterthur registrierte bisher rund 590 Schadensmeldungen an Gebäuden und Hausrat. Die Kosten schätzt die Versicherung dabei auf rund neun Millionen Franken. Im Durchschnitt liegen die Schäden höher als im vergangenen Sommer beim schweren Hagelzug über Einsiedeln, sagt Sprecherin Nicole Horbelt. Die Erklärung dafür sei, dass der Hagelzug am 7. Juli über Zug, Pfäffikon SZ, Wollerau, Schindellegi, Wilen, Feusisberg, Hurden oder auch Richterswil zog und dabei viele Villen traf. Eine ähnliche Bilanz zieht auch die Mobiliar Versicherung. Sie verzeichnete bis dato fast so viele Schadensfälle bei Gebäude- und Sachversicherungen wie im gesamten Jahr 2010.

Schäden aus der Landwirtschaft noch nicht bilanziert

Noch immer laufen die Telefone aber heiss wegen der Schäden vom 7. Juli und 10. Juli, wie es unisono heisst. Viele Geschädigte seien in den Ferien, andere seien noch am Aufräumen, so dass mit weiteren Schadenmeldungen gerechnet werden müsse. «Die Umweltereignisse der vergangenen Tage sind erheblich im Vergleich zum gesamten Schadenjahr 2010», zog National-Suisse-Sprecherin Christina Hartmann eine Zwischenbilanz gegenüber 20 Minuten Online – noch vor dem Hagelzug vom 12. Juli. Angesichts der erneuten Hagelschauer dürfte am Ende des Sommers bei allen Versicherungen die Bilanz negativ ausfallen.

Die Schäden in der Landwirtschaft sind bei den bisherigen Hochrechnungen noch nicht eingerechnet. Schweizer Hagel konnte bisher weder eine Zwischenbilanz noch eine geschätzte Zahl der Schäden bekanntgeben. Die Versicherung schrieb Anfang Woche, man habe im Moment alle Hände voll zu tun mit der Aufnahme der bisherigen Schäden.

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