Zusatzversicherungen

09. Dezember 2008 13:41; Akt: 09.12.2008 17:55 Print

Hat die Krankenkasse auch Sie abgelehnt?

von Dajan Roman - Wer eine Zusatzversicherung abschliessen will, muss intimste Fragen wahrheitsgetreu beantworten. Doch die Ehrlichkeit wird bestraft: Die Krankenkassen lehnen die Aufnahme in die Zusatzversicherung oft ab – auch wegen schon lange zurückliegenden Wehwehchen. Was haben Sie mit Ihrer Krankenkasse erlebt?

Fehler gesehen?

Lisa K.* (25) kann ein Lied davon singen. Zusammen mit ihrer zweijährigen Tochter will sie bei der Krankenkasse eine Zusatzversicherung für sich und die Kleine abschliessen. Schon beim Ausfüllen schwant ihr Übles: Ihre Tochter kam 13 Wochen zu früh auf die Welt – das muss sie wegen der Wahrheitspflicht angeben. «Mir war schon beim Ausfüllen klar, dass die Krankenkasse meine Tochter wohl ablehnen würde», erzählt Lisa. Und so kam es auch: «Eine Begründung war im Absageschreiben nicht enthalten.» Einzig Allgemeinplätze über «Risikoabwägung» und «zu hohes Risiko» und ein Hinweis, dass die Kasse nicht verpflichtet sei, Personen in die Zusatzversicherung aufzunehmen, standen im Brief.

Nicht nur Chemie

Lisa wollte ihre Tochter vor allem wegen homöopathischen Medikamenten zusatzversichern. Diese kosten nicht viel – rund 150 Franken in einem halben Jahr. Die Kleine hat wegen der Frühgeburt noch immer das eine oder andere Leiden, und ihre Grundversicherung übernimmt die Kosten der kassenpflichtigen Medikamente. «Aber ich möchte meine Kleine nicht mit Chemie vollpumpen», sagt Lisa.

Kein Schwindel beim Schwindelanfall

Bei sich selbst war Lisa jedoch sicher: Ich werde aufgenommen. Weil sie alles richtig machen wollte, erwähnte sie auch ein kleines Leiden: «Vor drei Jahren hatte ich einmal Durchblutungsstörungen im Ohr, was zu Schwindelanfällen führte.» Die gleichen Beschwerden sind vor einem halben Jahr nochmals kurz aufgetreten. Lisa: «Ich konnte im Versicherungsformular nicht mit gutem Gewissen 'völlig ausgeheilt' ankreuzen.» Also gab sie die Beschwerden an und kassierte die Quittung für ihre Ehrlichkeit in Form einer Ablehnung.

Kaum zu glauben

Wegen der Schwindelanfälle musste sie jeweils nur einmal zum Arzt und danach für rund drei Monate Medikamente nehmen. Diese waren alles andere als teuer, sie kosteten jeweils 60 Franken. Das Unglaubliche: Die Kosten für den Arztbesuch und die Medikamente übernimmt die Grundversicherung. Die Zusatzversicherung müsste gar nichts zahlen. Nebst dem üblichen «Blabla» und einer Telefonnummer für Nachfragen war keine Begründung angegeben. Lisa versteht die Welt nicht mehr: «Ich rauche nicht, ich trinke nicht und bin nicht krank. Warum nehmen die mich nicht?»

* Name der Redaktion bekannt