Telecom

21. Mai 2019 11:33; Akt: 21.05.2019 13:31 Print

Hausbesitzer kriegen halbe Million für 5G-Antenne

Telecom-Firmen entschädigen Hausbesitzer dafür, dass sie Antennen auf deren Dächer stellen. In Städten kann man für 20 Jahre eine halbe Million verlangen.

Mit viel Geld wollen sich Telecom-Firmen einen Platz auf dem Hausdach erkaufen. (Video: 20M mit Bildern von Keystone)
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Schweizer Telecom-Firmen wollen Tausende neue Handy-Antennen aufstellen. Damit soll das 5G-Netz ausgeweitet werden. Solange die Strahlengrenzwerte in der Schweiz nicht gesenkt werden, reichen die bestehenden Antennen nicht aus.

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Weil in der Schweizer Bevölkerung viel Widerstand gegen neue Antennen herrscht, sind die Unternehmen bereit, zünftig für die Platzierung der Funkmasten zu zahlen. Laut Recherchen des «Blick» können Hausbesitzer in städtischen Lagen um die 24'000 Franken pro Jahr verlangen. Läuft der Vertrag über 20 Jahre, wäre das fast eine halbe Million Franken.

An begehrten Lagen, etwa in der Stadt Zürich, würden jährlich sogar 80'000 Franken drinliegen. Ein Vertrag über 20 Jahre wäre in so einem Fall über 1,5 Millionen Franken wert.

Liegenschaft könnte wegen Antenne an Wert verlieren

Die Telecom-Firmen verraten nicht, wie viel sie in individuellen Fällen effektiv zahlen. Bei der Swisscom heisst es lediglich, die Firma zahle «marktgerechte Entschädigungen». Sunrise-Sprecher Rolf Ziebold fügt hinzu: «Überrissene Forderungen, wie sie teilweise von Standortmaklern erhoben werden, lehnt Sunrise ab.»

Hausbesitzer wägen solche Angebote genau ab. Denn es gibt laut dem Bericht nicht nur gesundheitliche Bedenken, sondern auch die Angst, dass die Liegenschaft wegen einer Antenne auf dem eigenen oder dem Nachbardach an Wert verliert. Diese Vorbehalte würden die finanzielle Entschädigung oft ausstechen.

Strahlenschutzgesetz bleibt unverändert

Für die Telecom-Anbieter stellt sich derzeit vor allem die Frage, ob die gesetzlichen Strahlengrenzwerte angepasst werden. Würden die Regeln gelockert, bräuchten die Unternehmen weniger neue Antennen. Strahlengegnern wäre es hingegen lieber, wenn die gesetzlichen Einschränkungen sogar noch strenger würden.

Derzeit sei das Thema Strahlengrenzwerte darum «eine heisse Kartoffel», sagt Telecom-Experte Ralf Beyeler von Moneyland zu 20 Minuten. Kein Politiker wolle die anfassen – erst recht nicht vor den Wahlen. Darum dürfte das Strahlenschutzgesetz vorerst so bleiben, wie es ist, sagt Beyeler.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pete G am 21.05.2019 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De Schnäller isch de Gschwinder!

    Lieber die Antenn auf meinem Dach haben und eine halbe Kiste bekommen, statt auf dem Nachbarsdach und nichts davon haben! Der Wert beider Immobilien wird aber gleich stark sinken, die Strahlung auch für beide gleich (wobei direkt darunter wohl sogar noch etwas geringer...)

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  • JF am 21.05.2019 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verblödung

    verkaufe meine Gesundheit für Handyempfang Wilkommen im 2019

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  • Herrliberger am 21.05.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Platziert sie bei den CEO's

    Auf den Dächern an der Goldküste hat es noch sehr viel Platz, Strahlung für alle :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ulrich Konrad Schweizer am 10.06.2019 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grenzwerte

    Solange die Grenzwerte fuer die Strahlung in der Schweiz nicht auf das Weltniveau erhoeht werden braucht es viel mehr Sendemasten. Also nicht so wie im Artikel steht.

  • G.R. am 10.06.2019 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antenne aufs Dach

    Für eine Million lasse ich auch eine Antenne aufs Dach setzten.Kommen wird es sowieso und wenn mein Nachbar eine aufs Dach setzt habe wir die Strahlung gleich

  • Bari am 10.06.2019 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Habe nur darauf gewartet.

    Bis eine 5 G in die Luft fliegt. Von unserer Gesundheit welche drunter stark leidet reden die Betreiber überhaupt nicht, wissen aber genau was für gefährlich das für den Mensch ist. Man kann nur sagen, Geld ist wichtiger als die Gesundheit der Menschen!

  • Bartli am 09.06.2019 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Auffallend

    Da schau an, seit dem berühmten Privattreffen am Genfersee wird nichts mehr berichtet über 5G. Sind alles werden höchstens noch als Verschwörer und Aluhütler beschimpft. Das nennt sich unabhängige Presse. Wird auf Kritikerseiten bereits diskutiert.

  • Visionär am 04.06.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    5G die neue und dringend nötige Technologie für di

    Krass! Ich finde es jedoch extrem vorbildlich, dass hier in den 5G Ausbau so rasch und unbürokratisch vorwärts gemacht wird Es ist wichtig, politisch und wirtschaftlich, dass wir in der Schweiz 5G aufschalten. Zudem darf sich der Endkunde auf viele, neue digitale Neuerungen freuen. Die Zukunft wird immer schneller und leistungsorientierter, da nicht mitzuhalten wäre ein grosses Fiasko für unser schönes und modernes Land!