Mack Rides

26. Mai 2018 22:05; Akt: 26.05.2018 22:30 Print

Bahnen von Europapark-Chef sind Exportschlager

von T. El Sayed und S. Spaeth - Der Europapark hat eine lange Tradition. Die Achterbahnen von Park-Gründer Mack Rides werden in die ganze Welt verkauft.

Roland Mack zeigt sein Reich. (Video: 20 Minuten / Tarek El Sayed)
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Sein erweiterter Garten war das Testgelände der Achterbahnen: Roland Mack, Chef und Gründer des Europaparks im süddeutschen Rust. Aufgewachsen ist der heute 68-jährige Maschinenbauingenieur auf dem Gelände der ehemaligen Heinrich-Mack-Wagenfabrik in Waldkirch, rund 30 Kilometer entfernt vom bekannten Themenpark. Die Firma stellte einst Zirkuswagen und Karusselle her. Heute heisst das Unternehmen Mack Rides und fertigt nicht nur die Attraktionen für den Europapark, sondern verkauft die Bahnen in die ganze Welt. Wichtige Kunden stammen aus China, den Emiraten, aber auch aus Europa.

«Früher bauten wir Wohnwagen für den Zirkus sowie Karusselle und Achterbahnen, die innert weniger Stunden demontiert und transportiert werden konnten», sagt Roland Mack, während er 20 Minuten das Werksgelände und sein Elternhaus – eine Art Fabrikantenvilla am Rande des Geländes – zeigt. «Mein Vater wollte immer sehen, was im Areal läuft. Nichts durfte die Sicht auf den Hof versperren», erzählt Mack beim Treffen (siehe Video).

Eine Bahn für 30 Millionen Euro

Als Kind sei es ihm noch möglich gewesen, die Fahrgeschäfte auf dem Firmengelände zu testen. Heute baut Mack Rides viel grössere und stationäre Anlagen. Diese werden zwar bei Mack Rides entworfen und produziert, aufgebaut und getestet werden sie aber erst in den Freizeitparks der Kunden. Mack Rides gehört zu den Top 5 der Achterbahnhersteller weltweit. Derzeit sind über 1000 Fahrgeschäfte von Mack Rides in Betrieb. Umsatz- und Verkaufszahlen veröffentlicht der sich im Besitz der Familie Mack befindende Produktionsbetrieb nicht.

Von den Mack-Rides-Attraktionen gibt es Verkaufskataloge wie bei Autos oder Mode, nur dass die Preise höher und nicht angeschrieben sind: «Wenn bei der bekannten Bluefire nur schon die Bahn 10 Millionen Euro kostet, kommen locker noch 10 Millionen Euro für Fundamente, Infrastruktur und Landschaften dazu», sagt Mack. Nach oben gebe es bei den Landschaften keine Grenzen. Man könne locker 20 Millionen Euro in Umland, Bahnhöfe oder Dunkelbereiche investieren. Hier unterscheiden sich die Rideparks von Themenparks wie jenen von Disney oder dem Europapark, wo eine Bahn in eine gesamte Themenwelt eingefügt ist. Dort macht die reine Bahn nur ein Drittel der Gesamtkosten aus.

Selbst der Chef kann schweissen

«Die schwierigste Bahn ist immer der Prototyp. Hier gibt es Restrisiken», sagt Mack. Man wisse trotz aller Vorarbeiten nie ganz genau, wie sich die Fahrt auf der fertigen Bahn anfühle. «Die Berechnungen für eine Achterbahn könnte ich heute nicht mehr vornehmen», sagt Mack, der als Freizeitparkunternehmer heute Chef von total 3800 Mitarbeitern ist. Als Maschinenbauingenieur hat er aber das Handwerk seiner über 100 Bahnbauer aus Waldkirch von der Pike auf gelernt.

«Zu meiner Zeit waren Rechenschieber und Zeichenbretter im Einsatz», so Mack, der in seinem Studium auch schweissen gelernt hat und während des Rundgangs in der Produktionshalle die Schweissnähte der Achterbahnschienen fachmännisch begutachtet. Er habe zwar die Grundlagen, könne die aktuellen Computerprogramme und modernen Schweissanlagen aber nicht mehr einfach so bedienen. «Meine Aufgabe ist heute, die Ideen zu entwickeln und die Machbarkeiten zu prüfen.»

Dieser Artikel erschien erstmals am 5. Mai 2018.

«Extremere Bahnen sind nicht erfolgreicher»

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