Gewerkschafter

08. März 2011 20:00; Akt: 08.03.2011 19:43 Print

Höhere Löhne gefordert

von Valeska Beck - Schweizer Lehrlinge werden beim Lohn ausgebeutet, kritisiert die Gewerkschaft Unia.

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Die meisten Schweizer Lehrlinge verdienen zwischen 500 und 1250 Franken pro Monat. Das hat eine Umfrage der Gewerkschaft Unia ergeben. Viel zu wenig, findet Gewerkschafterin Elena Obreschkow: «Vor allem Auszubildende am Ende der Lehre sind voll in den Betrieb integriert, verdienen aber selten mehr als ein Viertel des Mindestlohns der Ausgelernten.»

An diesen «ausbeuterischen Zuständen» habe auch die Kampagne «Lehrlinge sind Gold wert» nichts geändert. «Die Lehrlingslöhne wurden seit 20 Jahren nicht wesentlich nach oben angepasst», so Obreschkow. Es gebe sogar Lehrlinge, die weniger als 350 Franken pro Monat verdienen würden. Ein grosses Problem sieht sie auch darin, dass es keine schweizweite Regelung der Lehrlingslöhne gibt. Es herrsche in vielen Branchen Willkür. «Die Unternehmen können im Prinzip so wenig zahlen, wie sie wollen.»

Nur bei 35 Prozent der Gesamtarbeitsverträge (GAV) der Unia-Branchen seien verbindliche Lehrlingslöhne ein Bestandteil. «Unser Handlungsansatz ist deshalb die Fest­legung der Löhne in den GAV», sagt Obreschkow. Zudem fordert sie eine generelle Lohnerhöhung.

Keine gute Idee findet dies Ruth Derrer Balladore vom Schweizerischen Arbeitgeberverband. «Eine Erhöhung zu erzwingen, schreckt die Betriebe nur davor ab, Lehrlinge auszubilden.» Man könne nicht einfach «Fantasielöhne» zahlen. Schliesslich sei die Ausbildung auch so teuer genug. «Wenn man die Qualität der Ausbildung betrachtet, sind die Löhne in Ordnung.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Trachsel am 09.03.2011 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht «nur» der Lohn sondern auch das lehren gehör

    Vor Jahren wurde dasselbe in England gefordert. Mit der Konsequenz, dass es heute dort keine Lehren mehr gibt. Es ist ja nicht primär nur das Geld, was in einer Lehre zählt. Das Wissen, welches einem in der Lehre vermittelt wird, ist viel mehr Wert als das Geld. Leider kommt das bei einigen Lehrbetrieben aber zu kurz. Ich bin übrigens auch ein Linker. Also immer schön sachlich bleiben.

  • Hans Peter am 08.03.2011 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Auszubildende sind nunmal Auszubildende

    Die Gewerkschaften fordern, die SP fordert - diese gebetsmühlenartigen linken Sprüche gehen - da sie mehrheitlich unrealistisch sind - langsam aber sicher auf den Wecker! Der Tribut an die Ausbildungskosten ist der nicht unmenschlich tiefe, aber doch angebrachte Ansatz pro Lehrjahr. Ich selbst habe zwischen 1973-77 210, 320, 430, 650 CHF erhalten, was heute ca. das Doppelte waere. Davon konnte ich nebst einen Zustupf an die elterliche Haushaltskasse recht gut auskommen - notabene aber ohne Auto...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Trachsel am 09.03.2011 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht «nur» der Lohn sondern auch das lehren gehör

    Vor Jahren wurde dasselbe in England gefordert. Mit der Konsequenz, dass es heute dort keine Lehren mehr gibt. Es ist ja nicht primär nur das Geld, was in einer Lehre zählt. Das Wissen, welches einem in der Lehre vermittelt wird, ist viel mehr Wert als das Geld. Leider kommt das bei einigen Lehrbetrieben aber zu kurz. Ich bin übrigens auch ein Linker. Also immer schön sachlich bleiben.

  • Hans Peter am 08.03.2011 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Auszubildende sind nunmal Auszubildende

    Die Gewerkschaften fordern, die SP fordert - diese gebetsmühlenartigen linken Sprüche gehen - da sie mehrheitlich unrealistisch sind - langsam aber sicher auf den Wecker! Der Tribut an die Ausbildungskosten ist der nicht unmenschlich tiefe, aber doch angebrachte Ansatz pro Lehrjahr. Ich selbst habe zwischen 1973-77 210, 320, 430, 650 CHF erhalten, was heute ca. das Doppelte waere. Davon konnte ich nebst einen Zustupf an die elterliche Haushaltskasse recht gut auskommen - notabene aber ohne Auto...

    • Heinrich Tell am 09.03.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

      ja, ja früher, als es noch Schnee gab und wir selb

      Ach Hans Peter - die guten alten Zeiten aufleben lassen? Es ist ihre Generation die an so manchem Fehler die zum Vorschein kommen Schuld ist. Und bitte, wir wissen genau dass vor allem in Handwerksbetrieben, im Verkauf Lehrlinge billige Arbeitskräfte sind und im letzten Lehrjahr qualitativ besser arbeiten als so mancher Ausgelernte.

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