Zement

02. März 2011 07:37; Akt: 02.03.2011 17:51 Print

Holcim trotz mehr Umsatz mit Gewinnrückgang

Der Zementkonzern Holcim hat im vergangenen Jahr zwar mehr umgesetzt, aber weniger verdient. Grund dafür sei das schlechte Wetter.

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Holcim hat auch im vergangenen Jahr die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Neben der mauen Baukonjunktur litt der Konzern unter dem harten Winter, Unwettern und gestiegenen Transportkosten. Der Umsatz nahm zwar zu, aber nur dank Zukäufen. Der Reingewinn sank deutlich.

Insgesamt konnte Holcim mit den Zukäufen in Australien den Umsatz um 2,5 Prozent auf 21,653 Mrd. Fr. steigern, wie der Zementkonzern am Mittwoch mitteilte. Ohne diese Akquisitionen und den Einfluss des starken Frankens wäre der Umsatz um 2,1 Prozent gesunken, erklärte Finanzchef Theophil Schlatter an seiner letzten Bilanzmedienkonferenz vor seiner Pensionierung.

Zu schaffen machten dem Konzern der eisige Winter, der viele Baustellen lahmlegte, sowie die knappen Kassen in einer Reihe von hochverschuldeten Staaten Europas. In Europa und Nordamerika habe die anziehende Konjunktur in der Bauwirtschaft noch wenig Wirkung gezeigt.

Weniger Gewinn

Die aufstrebenden Länder seien dagegen weitgehend auf Wachstumskurs geblieben. In einigen Staaten hätten indes der Monsun und tropische Stürme zeitweise aufs Geschäft geschlagen. Der so genannte betriebliche EBITDA (operative Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen) verringerte sich um 2,5 Prozent auf 4,513 Mrd. Franken. Unter dem Strich schrumpfte der Reingewinn nach Minderheiten gar um ein Fünftel auf 1,182 Mrd. Franken.

Damit hat sich der Krebsgang seit dem Rekordjahr 2007 fortgesetzt. Damals - auf dem Höhepunkt des Wirtschaftsbooms - erzielte Holcim einen Umsatz von 27 Mrd. Fr. und konnte den Reingewinn dank eines Verkaufs fast auf 3,9 Mrd. Fr. verdoppeln.

Höhere Kosten

Schuld am jetzigen Gewinntaucher seien höhere Energie- und Transportkosten sowie der Preisdruck in einigen wichtigen Ländern, sagte Schlatter. Zudem drückten Sonderfaktoren aufs Resultat wie beispielsweise eine einmalige Steuerbelastung in Nordamerika.

Immerhin konnte Holcim dank der Übernahmen die Verkaufsmengen steigern. So nahm der Absatz von Zuschlagstoffen und Transportbeton um je rund 10 Prozent zu. Der Zementabsatz wuchs um 3,6 Prozent auf 136,7 Mio. Tonnen.

Damit hat Holcim seine französischen Konkurrentin Lafarge als weltgrösste Zementherstellerin knapp überholt. Bei Lafarge sanken die Zementverkäufe auf 135,7 Mio. Tonnen. Auch beim Umsatz hat Holcim die Nase leicht vor Lafarge, die umgerechnet 20,7 Mrd. Fr. umsetzte.

Dennoch hat Holcim beim Umsatz und betrieblichen EBITDA die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt, beim Reingewinn aber übertroffen. An der Schweizer Börse schloss die Aktie um 0,4 Prozent tiefer und damit in etwa gleich wie der Gesamtmarkt SMI.

Kosten massiv gesenkt

Ohne die Rosskur, der im Jahre 2009 rund 8600 Stellen zum Opfer fielen, wäre der Gewinn noch deutlich stärker geschrumpft, machte Konzernchef Markus Akermann deutlich. Man habe die Fixkosten in den letzten zwei Jahren um 1,2 Mrd. Fr. gesenkt.

Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise habe der Konzern am Ausbau seiner Kapazitäten festgehalten, sagte Akermann. Die neuen und effizienteren Werke entstünden vor allem in den Schwellenländern, wo der Bedarf an Wohnungen und Infrastruktur enorm gross sei und mit der fortschreitenden Verstädterung weiter zunehmen werde.

Die Holcim-Spitze zeigte sich zuversichtlich, im laufenden Jahr am kräftigen Wachstum in den aufstrebenden Märkten erfolgreich teilhaben zu können. Dagegen rechne man in Europa und Nordamerika mit keinen grossen Sprüngen.

(sda)