Zürich

24. Februar 2011 23:02; Akt: 24.02.2011 23:18 Print

Hologramm à la «Star Wars» schon bald real

von Alex Hämmerli - Die ETH Zürich entwickelt ein System, mit dem man sich beim Telefonieren als Hologramm gegenübersteht.

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«Die heutigen 3-D-Displays sind nur eine Übergangstechnologie», sagt Markus Gross. Er muss es wissen: Gross ist Chef des Computer Graphics Laboratory an der ETH und Direktor des Walt-Disney-Forschungslabors in Zürich.

Zusammen mit seinem Team und zwei Partner-Unis in Singapur und den USA entwickelt er ein System, mit dem man in 3-D miteinander telefonieren kann, «so als würde man sich direkt gegenüberstehen». Dabei sieht man seinen Gesprächspartner in Lebensgrösse auf einer halbtransparenten Projektionsfläche, die sich mit einem im Raum bewegt. Über die nächsten vier Jahre wollen die Forscher um Gross einen Prototyp entwickeln. Die Forschungskosten belaufen sich auf rund 17 Millionen Franken, die ETH steuert gut 3 Millionen Franken bei. Erste Modelle dürften laut Gross in sieben Jahren auf den Markt kommen.

Einsatzmöglichkeiten für die Holo-Displays gibt es viele. Zuerst dürfte das System für geschäftliche Videokonferenzen zum Zug kommen. «In Zukunft wird kein global tätiges Unternehmen mehr ohne die Technologie auskommen», so Gross. Die Schweizer Telekom-Unternehmen sehen denn auch grosses Potenzial in Gross’ Arbeit. «Wir verfolgen solche technologischen Entwicklungen genau», heisst es etwa bei Swisscom. Und Sunrise verspricht, dass sie die Dienstleistungen unterstützen wird, sobald die Technologie ausgereift sei.

Im Unterhaltungsbereich sieht Gross ebenfalls eine Zukunft für sein System. So zeige etwa Disney bereits Interesse an seiner Arbeit. Denkbar sei beispielsweise, dass man sich in dessen Vergnügungsparks bald selber in 3-D zu sehen bekommt.