Grosse Schelte

14. Juli 2013 14:44; Akt: 14.07.2013 17:35 Print

Hotelierchef wettert gegen lausige Betriebe

Der oberste Schweizer Hotelier geht mit seiner Branche hart ins Gericht. Es gebe zu viele faule Eier in der Schweizer Branche, sagt Guglielmo Brentel. Gäste müssen andere Gäste vor solchen Häusern warnen.

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«Die Hoteliers müssen endlich verstehen, dass sie das Geschäft nicht mehr mit Essen, Trinken, Schlafen machen», sagt Hotelierpräsident Guglielmo Brentel. (Bild: Keystone)

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Neben Frankenstärke und hohen Kosten plagen den Schweizer Tourismus und seine Beherbergungsbetriebe auch hausgemachte Probleme. Verbandspräsident Guglielmo Brentel von Hoteliersuisse geht mit Fremdenverkehrsunternehmern, die sich nicht anpassen wollen, hart ins Gericht.

Es gebe zu viele faule Eier in der Schweizer Hotellerie, sagte Brentel im Gespräch mit dem «Sonntagsblick». «Es ist klar, hundlausige Hotels müssen weg. Gäste müssen andere Gäste vor solchen Häusern warnen,» sagte er.

Aber auch seriöse Hotels, die in der Krise sind, müssten sich ändern: «Die Hoteliers müssen endlich verstehen, dass sie das Geschäft nicht mehr mit Essen, Trinken, Schlafen machen. Sie müssen mit anderen Anbietern zusammenarbeiten.» Mehr Leistung wäre etwa, den Gästen die Benutzung von Bergbahnen gratis anzubieten.

Auch müssten die Hoteliers zusammenarbeiten: «Der eine baut die Wellness-Oase, der andere übernimmt das Restaurant. Oder die Gästeunterhaltung und das Kinderprogramm.» Ein betreuter Kinderclub sei wichtig im Familientourismus, doch koste eine solche Einrichtung in der Schweiz fünf Mal mehr als in Österreich.

Für schwer nachvollziehbar hält Brentel auch, dass drahtloses Netzwerk nicht gratis angeboten werde. Gratis-WLAN sei für Reisende eines der wichtigsten Kriterien für die Wahl eines Hotels.

Mit den staatlichen Unterstützungen ist Brentel nicht zufrieden. «Wir erhalten weniger als Banken, Bauern oder Schokoladehersteller», sagte er. Zu den 200 Millionen Franken, die zur Abfederung der Folgen der Zweitwohnungsinitiative gesprochen wurden, sagte Brentel: «Das Problem ist, dass man uns das Geld auf der einen Seite wegnimmt und auf der anderen Seite wieder zuführt». Nachteilig seien Zölle auf Fleisch.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hotelier am 14.07.2013 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Äusserungen Herr Brentel

    Wenn uns kein Lohndiktat über die Gewerkschaften und hotelleriesuisse erlassen würde, könnten wir der ausländischen Konkurrenz mit Leichtigkeit begegnen und mit unserem knowhow nachhaltige Topqualität zu euroüblichen Preisen bieten! Das Problem liegt nicht beim Hotelier, sondern bei der Politik.

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  • Lobo am 14.07.2013 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umgekehrt ist auch Gefahren

    Auch mal die andere Seite höhren : Gäste die nicht Grüssen das Personal einfach duzen und behandeln wie gar nicht vorhanden . Vielleicht auch mal in den Spiegel schauen

  • Sam Lang am 14.07.2013 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht auch um den Ruf

    der Ortschaft, in welchem das Hotel liegt. Sollte nicht die Gemeinde überprüfen, ob ihre Hotels dem entsprechen, was sie in Prospekten oder dem Internet anbieten. Wir hatten in Interlaken schlechte Erfahrung gemacht und werden Interlaken so schnell nichts mehr buchen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CH-Meinung am 16.07.2013 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Big Brother schon bei der Anmeldung

    Alle persönlichen Daten sind nicht mehr geheim - selbst wenn man mit der persönlichen Bank-Karten bezahlt - die Daten werden weltweit erfasst, und ausgewertet. Auch im Inland und Ausland werden Auto-Nummern elektronisch erfasst und ausgewertet. Also Big Brother soweit das Auge reicht.

  • Stella am 16.07.2013 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WLAN

    A propos WLAN gratis ,zB wird in jedem Hotelzimmer ein Telefon erwartet obwohl in der heutigen Zeit jede und jeder im Besitz eines Natels ist ! Nur ; der Anschluss in jedem Zimmer kostet .... trotzdem ! Selbstverständlich auf Kosten des Hauses !

  • Werner am 15.07.2013 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosser Kinder-Club im Dorf reicht

    vollkommen. Es ist nicht notwendig, dass gleich jedes Hotel einen Kinder-Club-Service bietet - Hauptsache es gibt einen gut geführten.

  • David Mathias am 15.07.2013 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4&5 sterne hotels im Ausland besser

    Vor allem 5 Sternehäuser hinken im internationalen Vergleich hinter her. In Basel: Hilton, Plaza, Radisson Blu kann man wegwerfen - eingerichtet wie zur guten alten Sowjetunion. Zudem ist das Personal alles andere als freundlich und die Angebote wie Frühstück, Fitness etc sehr mager. Trois Rois: stimmt Preis/Leistung nicht mit anderen Grand Hotels. Jedoch verdient es als einziges 5*. Ähnlich zeigt es sich in der ganzen Schweiz!

  • Lara am 15.07.2013 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Holidaycheck ect

    War vor ein paar Tagen wieder mal in einem CH-Hotel, und es war toll. Preis / Leistung gut, freundliches Personal. Hotel Orchidee, Burgdorf Ich buche fast nie etwas, ohne holidaycheck od. Tripadvisor zu kontaktieren. Mind. 90% Weiterempfehlung. sonst wird nicht gebucht.So weiss ich, auf was ich mich einlasse. Lieber etwas Such-Zeit vorabinvestieren, als mich danach aufzuregen.

    • Hanspeter am 15.07.2013 13:44 Report Diesen Beitrag melden

      Holiday-Check-Portale sind Abzocker

      Hotelier verdienen so weniger - zudem fehlt der Persönlich Kontakt für ev. weitere Fragen - oder glauben jemand das Portal arbeitet gratis ? sicher nicht - Abschaffen ist angesagt.

    • Thomas am 15.07.2013 14:45 Report Diesen Beitrag melden

      Holidaycheck ist super!

      man muss ja nicht dort buchen, aber sich informieren hilft auf jedenfall. Zudem, auch wenn ich im Hotel nachfrage, ist der Preis meistens höher, als bei den Booking-Portalen. Wenn die Hotels die gleichen Preise +2.- o.ä anbieten würden, dann würde auch vermehrt direkt im Hotel gebucht.

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