Ausnahmeregelung verlängert

19. November 2019 05:49; Akt: 20.11.2019 09:32 Print

Huawei-Nutzer bekommen weitere 3 Monate Updates

Die US-Regierung hat die Ausnahmeregelung für Geschäfte mit Huawei verlängert. Updates des Android-Systems und Zugang zu Apps sind damit für weitere drei Monate gesichert.

Bildstrecke im Grossformat »
Gute Neuigkeiten für Nutzer von Huawei-Smartphones: Google kann die mit seinem Betriebssystem Android laufenden Telefone vorerst weiter in vollem Umfang mit Updates versorgen. Extrem chic! Hersteller Huawei hat am 19. September in München das Mate 30 Pro vorgestellt. Bei der Präsentation teilte der CEO der Consumer-Sparte, Richard Yu, fleissig Seitenhiebe gegen die Konkurrenz aus. Im Mate 30 Pro steckt ein riesiger Akku und ein grosses Display, das auf den Seiten keinen Rahmen mehr hat. Neu ist auch der sogenannte Notch. Im Sensorbalken stecken zusätzliche 3-D-Sensoren für die Gesichtserkennung. Im Kameramodul auf der Rückseite stecken vier Linsen: Superweitwinkel, Weitwinkel, Zoomlinse und ein 3-D-Tiefensensor. Mit dem Nachtmodus sollen deutlich bessere Fotos möglich sein als bisher. 4K-Videos sind mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde möglich. Zeitlupenaufnahmen können bei einer 720p-Auflösung mit bis zu 7680 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden. 2019 ist kein einfaches Jahr für den chinesischen Konzern. Schuld daran sind die USA. Sie haben Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt. Für bestehende Geräte hatte dies geringe Auswirkungen. Anders sieht es nun beim neuen Mate 30 Pro aus. Dieses muss ohne vorinstallierte Google-Apps auskommen. In China ist das nicht so schlimm, da dort sowieso keine Google-Apps laufen. Wie das genau aussehen wird, wird sich zeigen. Huawei hat aber einen eigenen App-Store, wo Programme installiert werden können. Und hier denkt der Konzern über neue Geräte nach: Im Süden von China in der Stadt Dongguan befindet sich der neue Firmencampus von Huawei. Auf einer Fläche von etwa 1,4 Millionen Quadratmetern wurde hier innert vier Jahren ein neues Zuhause für die Mitarbeiter des Konzerns geschaffen. 20 Minuten hat ihn 2019 besucht. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen in der Branche wurde jedoch kein futuristisches Mega-Gebäude erstellt. Eher erinnert die Architektur und die Gestaltung der Anlagen an Europa. Und dies ist kein Zufall. Die insgesamt 108 Gebäude auf dem Campus sind verschiedenen Städten und Regionen der alten Welt nachempfunden. Zwölf verschiedene Bereiche umfasst der Campus insgesamt. Dazu gehört das Burgund, die französische Weinbau-Region. Ein weiterer Bereich ist von der italienischen Stadt Verona inspiriert, wo unter anderem die Geschichte von Romeo und Julia spielt. Dieser Bereich erinnert an die Altstadt im tschechischen Cesky Krumlov, die 1992 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde. Auch Deutschland ist mit der Universitätsstadt Heidelberg vertreten. Und der chinesische Nachbau ist teilweise sogar besser als das Original. So steht auf dem Campus ein Nachbau vom Heidelberger Schloss. Das Original in Deutschland ist jedoch eine Ruine. Zu den weiteren Vorbildern zählen auch das italienische Bologna, das englische Windermere, Luxemburg, ... ... das belgische Brügge, die Universitätsstadt Oxford, das spanische Granada und Paris. Wenn man nicht überall chinesische Schriftzeichen sehen würde, ... ... könnte man für einen Moment tatsächlich meinen, man befände sich nicht in China, sondern in Europa. Und auch die Schweiz ist vertreten. Da die Mitarbeiter auf dem Campus nicht mit dem Auto herumfahren dürfen, gibt es einen Zug um von A nach B zu gelangen. Und diese erinnert nicht nur an die Jungfraubahn, die elektrische Zahnradbahn im Berner Oberland, sondern ist praktisch identisch. Der Zug wurde vom Schweizer Zughersteller Stadler Rail gebaut. Und einer der zwölf Bereiche des Huawei-Campus ist sogar von der Schweiz inspiriert. Genauer gesagt von der Stadt Freiburg in der Westschweiz. Wobei etwas künstlerische Freiheit wohl erlaubt war, denn dieser Turm erinnert an die Zytglogge in der Bundeshauptstadt Bern. Natürlich hat auch Freiburg einen eigenen Bahnhof, an dem der Zug regelmässig Halt macht. Das Zugsystem auf dem Campus erstreckt sich über eine Distanz von 7,8 Kilometern. Das Transportsystem mit dem Zug ist nicht nur praktisch, es stösst auch wesentlich weniger CO2 aus, als wenn alle Mitarbeiter mit Bussen herumfahren würden. Wenn man gerade nicht arbeiten muss, lädt hier ein kleiner Garten zum Verweilen ein. Auch für Verpflegung ist gesorgt. Im Innern dieses Gebäudes können die Mitarbeiter beispielsweise Zmittag essen. Ein grosses Buffet bietet praktisch alles, was das Herz begehrt. Und neben chinesischen Gerichten oder internationalen Speisen wie Sushi gibt es auch westliches Essen. Und für kleine Einkäufe müssen die Huawei-Angestellten den Campus nicht verlassen. So gibt es im Bereich Freiburg einen 7-Eleven, in dem man sich mit dem Wichtigsten eindecken kann. Auf dem Campus in Dongguan sollen insgesamt 25'000 Mitarbeiter Platz finden. Für einen attraktiven Arbeitsplatz hat der Konzern auf jeden Fall gesorgt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich weitere drei Monate nicht um Updates des Android-Systems und Zugang zu Apps sorgen. Die US-Regierung verlängerte die Ausnahmeerlaubnis für bestimmte Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone-Anbieter und Netzwerk-Ausrüster um weitere 90 Tage, wie das Handelsministerium am Montag in Washington mitteilte.

Zuletzt hatte die US-Regierung Mitte August einen solchen 90-Tage-Aufschub gesetzt und erklärt, dies solle betroffenen Kunden mehr Zeit geben, nach Alternativen zu suchen. Die erneute Verlängerung dürfte auch darauf ausgerichtet sein, die laufenden Handelsgespräche mit China nicht zu torpedieren.

Spionageverdacht

Der chinesische Konzern Huawei ist ein führender Ausrüster von Mobilfunk-Netzen unter anderem in Europa und der zweitgrösste Smartphone-Anbieter der Welt. Die USA hatten Huawei im Mai - inmitten des Handelskrieges mit China - auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen.

Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind. Huawei wird von den USA verdächtigt, für China zu spionieren. Beweise dafür wurden bislang nicht öffentlich gemacht, Huawei weist die Vorwürfe zurück.

Der US-Regierung geht es bei der verlängerten Ausnahmegenehmigung auch darum, mögliche Ausfälle bei kleineren amerikanischen Mobilfunk-Anbietern in ländlichen Gegenden zu vermeiden, die ihre Netze mit Sendetechnik von Huawei bestückt hatten. Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google die mit seinem Betriebssystem Android laufenden Telefone vorerst weiter in vollem Umfang mit Updates versorgen kann.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Padynaef am 19.11.2019 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dieser Artikel ist Quatsch...

    Die Sperre gilt nicht für bereits verkaufte und lizenzierte Geräte z.B. die P 30 Reihe. Neue Handys wie die Mate 30 Reihe erhalten derzeit keine Google Lizenz.

    einklappen einklappen
  • MadChengi am 19.11.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Gefällt mir!

    Endlich ein Super Smartphone ohne Google Zwängerei!

    einklappen einklappen
  • Joe Göpelz am 19.11.2019 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Firma bringt nichts Gutes

    Google steht für Überwachung und Totale Kontrolle!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 20.11.2019 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die sind voll im Aufwind...

    Meine Frau und ich besitzen Huawei Redmi, wir sind bestens zufrieden. Bis zu nächster Ladungszeit 4 Tagen. Alles einwandfrei inkl. Preis. Apple und Samsung sind kein Thema mehr!

  • Peter am 20.11.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    USA sind das grössere Risiko

    Die USA sind nur neidisch und spielen da dreckig. Huawei ist sicher kein grösseres Risiko als die USA.

  • marko 34 am 20.11.2019 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Lustig

  • rotondo am 19.11.2019 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Smarte Phones

    Wie viele hochrangige Amis haben wohl ein HAUWEI Smartphone? Vielleicht einmal mehr über solche Sanktionen nachdenken?? Retourkutschen garantiert

  • Alex am 19.11.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Huawei

    Eines ist zumindest sicher, die Huawei Natel sind die besten Geräte auf dem Markt. Auch vor Apple. Deswegen sind sie auch ein Sicherheitsrisiko geworden. Huawei ist allen meilenweit voraus, was das Unternehmen zum Gegner macht.

    • Pitri am 19.11.2019 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      Da kann ich nur zustimmen, ich habe von Samsung auf Huawei gewechselt, und bin sehr zufrieden.

    • Ich am 19.11.2019 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pitri

      Das habe ich im Februar auch und bin wirklich sehr überrascht, da stimmt auch der Preis und die Fotos sind einfach super, von der langen Akkuzeit kann Samsung auch eine weitere Scheibe davon schneiden..

    einklappen einklappen