«Besorgniserregend»

07. Juni 2018 13:10; Akt: 07.06.2018 14:04 Print

Hypothekarschulden in der Schweiz auf Rekordhoch

Ende 2018 dürfte der Stand bei den Hypothekarschulden erstmals die Marke von 1'000 Milliarden Franken überschreiten.

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Der ungebrochene Anstieg der Hypothekarschulden ist laut der CS-Studie vor allem im Zuge anziehender Zinsen besorgniserregend. Obwohl sich der Häusermarkt allmählich abkühlt, ist die Verschuldungsquote, sprich das Verhältnis zwischen Hypothekarschulden und Bruttoinlandprodukt (BIP), weiter gewachsen. Die Hypozinsen in der Schweiz variieren stark von Region zu Region. Welche Region auf welchem Platz liegt, sehen Sie im Ranking in den kommenden Slides. Erstellt hat die Rangliste der Hypothekenvermittler Moneypark. Am teuersten ist die Hypothek für das Eigenheim im (Bern, Freiburg, Solothurn, Neuenburg, Jura). 2017 liegen die von den Banken offerierten Zinsen im Schnitt bei 1,295 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 15 Prozentpunkten. 2016 war das Mittelland bereits das Schlusslicht. In der (Waadt, Wallis und Genf) sind die Zinsen um 18 Basispunkte auf 1,269 Prozent gestiegen – so stark wie nirgendwo sonst. Die Region verlor damit drei Plätze. Die Region verzeichnete einen Anstieg von 15 Basispunkten. Die Hypozinsen lagen im letzten Jahr im Schnitt bei 1,238 Prozent. Damit verliert die Region seinen Spitzenplatz: 2016 war Zürich noch die attraktivste Region für die Eigenheimfinanzierung. In der mit den Kantonen Basel Stadt (im Bild), Basel Land und Aargau lagen die Zinsen um 7 Prozentpunkte höher bei 1,209 Prozent. Damit machte die Region zwei Plätze gut. Im zahlte man im letzten Jahr 1,205 Prozent Zinsen. Der Anstieg konnte nicht ermittelt werden, da die Region mangels statistisch relevanter Offerten in der letztjährigen Analyse ausgeklammert werden musste. Im Bild ist Lugano zu sehen. In der (Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug) waren die Zinsen um 9 Basispunkte höher bei 1,174 Prozent. Im Vorjahr lag die Region schon auf dem gleichen Platz. Am attraktivsten für Hypothekarnehmer war es im letzten Jahr in der Ostschweiz, also in den Kantonen Glarus, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen (im Bild), Graubünden und Thurgau. Die Zinsen lagen bei 1,171 Prozent – das ist ein Plus von 2 Prozentpunkten. Wer eine Hypothek aufnehmen möchte, der sollte verhandeln. Allgemein gilt: Aufgrund der hohen Immobilienpreise sowie der strikten Vergabekriterien wird ein hohes Einkommen benötigt, um von Banken eine Hypothek zu erhalten. Wer sich dereinst den Traum des Eigenheims verwirklichen möchte, sollte deshalb schon früh mit Sparen beginnen. Für junge Familien ist das oft schwierig.

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Die Hypothekarschulden in der Schweiz haben laut Credit Suisse ein neues Rekordhoch erreicht. Ende 2018 dürfte der Schuldenstand zudem erstmals die Marke von 1'000 Milliarden Franken überschreiten. Die Verschuldung steigt zwar seit Kurzem weniger schnell als auch schon. Der ungebrochene Anstieg ist aber laut der CS-Studie vor allem im Zuge anziehender Zinsen besorgniserregend.

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Obwohl sich der Häusermarkt allmählich abkühlt, ist die Verschuldungsquote, sprich das Verhältnis zwischen Hypothekarschulden und Bruttoinlandprodukt (BIP), weiter gewachsen. Konkret haben die Banken laut dem am Donnerstag veröffentlichten «Immobilienmonitor Schweiz» mittlerweile fast das eineinhalbfache des BIP als Hypothekarschulden in den Büchern.

Über 1 Billion Schulden

Nicht neu ist, dass das Hypothekarvolumen schneller zunimmt als das BIP. Dies sei nämlich bereits seit 1975 der Fall. Das Verhältnis an Hypothekarforderungen zum BIP habe aber im selben Zeitraum von 47 Prozent auf 146 Prozent zugenommen, so die Berechnungen der Credit Suisse. Die Prognosen gehen davon aus, dass sich der Schuldenberg Ende diesen Jahres auf über 1 Billion Franken anhäuft.

«Die Frage, welches Niveau der Verschuldungsquote noch als problemlos und welches bereits als bedrohlich einzustufen ist, lässt sich allerdings nicht so einfach beantworten», heisst es weiter. In der Schweiz entfalle beispielsweise - im Unterschied zu anderen Ländern mit hohen Schulden - der Grossteil der Hypotheken auf Fix-Hypotheken, was die Zinsrisiken erheblich reduziere.

Dies sei aber in einem anziehenden Zinsumfeld kein Grund zur Entwarnung, mahnt die Credit Suisse. Die Aufnahme von Krediten sei zwar generell dem langfristigen BIP-Wachstum zuträglich, ab einem gewissen Verschuldungsgrad kehre sich dieser Zusammenhang aber ins Gegenteil um. Bei einer Hypothekarverschuldungsquote von total 146 Prozent sei diese Schwelle hierzulande bereits deutlich überschritten.

(kaf/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 07.06.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    System ändern

    Das liegt nicht etwa daran, dass sich abzahlen in der CH nicht rendiert...?

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  • Peter Pan am 07.06.2018 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Der Anteil Bürger mit Wohneigentum nimmt kontinuierlich zu. Folglich nehmen auch die Hypothekarschulden zu. Besonders weil unser Steuersystem mit Eigenmietwert und Vermögenssteuer Eigenheimbesitzer bestraft. Die Banken betreiben bei den Politikern erfolgreiches Lobbying - leider.

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  • Ruedi am 07.06.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    kein Wunder....

    will niemand in Europa höhere Zinsen....das gibt ein Massaker....die Frage ist bloss wann :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sigi leu am 11.06.2018 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Der Reichtum der Schweiz

    wenn man bedenkt, dass das Vermögen der Schweiz hauptsächlich in Immobilien steckt, dann sieht man, dass der einzelne Schweizer eigentlich gar nicht so reich ist.

  • Igel am 10.06.2018 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Hypotheken

    Banken haben gar kein Interesse das Häuser abbezahlt werden. Den dann würde eine fast gratis Einnahmequelle versiegen.

  • Dietmar N. am 08.06.2018 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mieter

    Die CS sollte zuerst vor der eigenen Türe kehren und keine panik machen die haben schon viel mehr verbrasst bzw Busen bezahlen müssen, hier besteht ein Wertgegenstand, denn der Wert zu seinem Einkommen vom CEO Thiam steht nicht im verhältnis danke

  • stefan am 08.06.2018 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klar

    Steuersystem..? - Zu hohe Baukosten..? - wen wundert's?

  • DavisP am 08.06.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohneigentum

    Es sollte steuerlich gefördert werden das eigene Wohneigentum zu entschulden. Ist es wirklich im Sinne unserer Politkaste, dass die Bürger hoch verschuldet bleiben?