Comparis-Barometer

09. April 2019 07:54; Akt: 09.04.2019 08:48 Print

Hypotheken sinken unter magische 1-Prozent-Marke

Kredite für Wohneigentum waren noch nie so günstig: Erstmals sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken unter 1 Prozent gerutscht.

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Fünfjährige Festhypotheken haben erstmals die psychologisch wichtige 1-Prozent-Marke durchbrochen, wie aus dem jüngsten Hypotheken-Barometer des Vergleichsdienstes Comparis.ch hervorgeht. Fünfjährige Festhypotheken lagen Ende März noch bei 0,97 Prozent. Kunden mit überdurchschnittlicher Bonität bekommen Fünfjahres-Hypotheken sogar noch deutlich günstiger; und zwar bereits ab 0,41 Prozent, heisst es bei Comparis. Die Nachfrage nach langlaufenden Festhypotheken (7 bis 15 Jahre) hat im Vergleich zum Vorquartal auf 78,3 Prozent zugenommen (+0,5 Prozent). Mittelfristhypotheken (4 bis 6 Jahre) kletterten ebenfalls um 0,5 Prozent auf 17,9 Prozent. Kurzlaufende Hypotheken (1 bis 3 Jahre) haben indes um 1 Prozent auf 3,8 Prozent abgenommen. In der Schweiz gibt es je nach Region ein Überangebot an Wohnungen. Allein im letzten Jahr wurden 50'000 Objekte gebaut. Die Folge: Ende dieses Jahres dürften 80'000 Wohneinheiten leer stehen, wie die UBS in einer neuen Immobilienstudie mit Verweis auf eine Schätzung schreibt. Damit erreiche der Wert einen Höhepunkt, so die Experten. Zum Vergleich: Ende 2018 standen in der Schweiz 75'000 Wohneinheiten oder rund 1,7 Prozent des Wohnungsbestands leer. Die Angebotsmieten (Mieten bei Neu-, Erst- oder Wiedervermietung) sanken im Schweizer Durchschnitt im letzten Jahr um rund 2 Prozent und dürften 2019 nochmals gleich stark nachgeben. In der vom Leerstand geplagten Peripherie dürften die Mieten sogar um bis zu 5 Prozent fallen. In den Zentren zeichnen sich laut UBS stabile Mieten ab.

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Neues Rekordtief auf dem Schweizer Immobilienmarkt: Fünfjährige Festhypotheken haben erstmals die psychologisch wichtige 1-Prozent-Marke durchbrochen. Sie liegen Ende März bei 0,97 Prozent, wie aus dem jüngsten Hypotheken-Barometer vom Vergleichsdienst Comparis.ch hervorgeht. Kunden mit überdurchschnittlicher Bonität bekommen Fünfjahres-Hypotheken sogar noch deutlich günstiger; und zwar bereits ab 0,41 Prozent, heisst es in der viermal jährlich erscheinenden Publikation.

Ein Rekordtief gibt es auch bei den zehnjährige Festhypotheken. Sie notieren per Ende März 2019 auf einem Rekordtief von 1,20 Prozent. Das sind 26 Basispunkte weniger als im Vorquartal. 1 Basispunkt entspricht 0,01 Prozent. Wer gut verhandelt oder eine ausgezeichnete Bonität hat, zahlt sogar nur 0,7 Prozent. Ebenso liegen die Richtzinsen für zweijährige Festhypotheken so tief wie nie zuvor. Sie notieren aber mit 0,92 Prozent nur minim unter dem Durchschnitts-Richtzins von Mittelfristhypotheken.

Fünfjährige Hypotheken teils günstiger als Libor

Der Druck auf die Hypozinsen ist laut Comparis-Finanz-Experte Frédéric Papp gleich auf mehrere Gründe zurückzuführen. So hat die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang März angekündigt, die Leitzinsen noch bis mindestens 2020 bei 0 Prozent festzubinden. Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind dadurch die Hände gebunden. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die SNB die Zinsen vor der EZB erhöht», erklärt Papp. Die Zinswende in der Schweiz verschiebe sich somit weiter in die Zukunft.

Eine weitere Ursache für die sinkenden Hypothekarzinsen ist der steigende Konkurrenzkampf: «Versicherer und Pensionskassen machen Banken das Geschäft mit teils deutlich tieferen Zinssätzen streitig», sagt der Comparis-Experte. Fünfjährige Hypotheken seien teils sogar günstiger als Liborhypotheken, was unter anderem der Wettbewerbsintensität geschuldet sei. Diese variablen Hypotheken werden meist von Banken angeboten.

Grosses Sparpotenzial

Wer im Oktober 2018 eine zehnjährige Festhypothek über 500'000 Franken aufgenommen hat, zahlt 8100 Franken Zinsen pro Jahr. Bei einer Neuaufnahme wären es jetzt noch 6000 Franken. Die Differenz über zehn Jahre betrachtet beträgt 21'000 Franken. «Hypothekarnehmer sollten den Fokus aber nicht nur auf den Zinssatz richten. Die Einschätzung der persönlichen Risikobereitschaft und Risikofähigkeit sowie das gewünschte Mass an Flexibilität sind für die Wahl der Hypothek genauso wichtig», betont Papp.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • elfuerte am 09.04.2019 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So oder so überteuert.

    Dafür werden die Immobilen weit über deren Wert gekauft...!

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  • Saalwart Mägge am 09.04.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    es wird noch viel tiefer fallen bei diesen preisen und der versteckten armut in der schweiz...

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  • Peter am 09.04.2019 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehirn einschalten

    Das geht so lange gut, bis sich die Konjunktur deutlich abkühlt, immer mehr Menschen arbeitslos werden und die Kaufkraft sinkt. Dann werden die Immobilienpreise so was von einstürzen und es werden viele Eigenheimfans ihr blaues Wunder erleben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix am 12.04.2019 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die EU ist ein grosser Misserfolg

    Die EU hat eines ihrer wichtigsten Versprechen nicht eingehalten, nämlich, dass allen EU-Bürgern mehr Wohlstand zuteil werden sollte. Nun ist das Gegenteil der Fall. Junker & Co haben es durch eigenes Verschulden und ihren Grössenwahn verbockt. Falsche wFinanzpolitik, falsche Osterweiterung, zuviel falsche Laschheit bei der Durchsetzung der Regeln etc.

    • Sämi am 12.04.2019 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Felix

      Angenommen, du hättest recht, was hat das mit dem Artikel zu tun?

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  • Felix am 12.04.2019 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentum lohnt sich auch mit hohen Schulden

    Wir haben nach einer Anfangsfinanzierung von 300'000 und Schuld 400'000 nie mehr einen Rappen abbezahlt. Unser Reihenhaus kostet uns 450 Zins plus NK ca. 500 pro Monat. Zur Miete würden wir inkl. NK mindestens 2400 pro Monat hinlegen. Die Schulden stören mich nicht im geringsten. Aber es stört mich, dass die Vermieter derart abrahmen dürfen und dazu noch den Mehrwert kassieren, wenn sie verkaufen. Die Negativzinden und deren Folgen auf die Hypothekarzinsen sind eben für viele Leute krass ungerecht.

  • Mark Müller am 11.04.2019 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach schön wohnen

    Hört doch mal auf mit dem ewigen Rendite gequatsche, nicht wenige wollen einfach ihre Ruhe haben und es kommt ihnen nie in den Sinn zu verkaufen, also günstig gekauft und seriös gerechnet dann ist alles gut. Wer es abbezahlen kann soll es tun ist meine Überzeugung.

  • Rüssel am 10.04.2019 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Rudi

    so lange die FINMA 5% Tragbarkeit vorraussetzt ändert sich für den Normalbürger herzlich wenig.

    • Heinz Maier am 10.04.2019 21:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Rüssel

      natürlich ändert sich auch für den normalbürger etwas. die hypolast sinkt! mit der tragbarkeit hat dies nichts zu tun, dies ist lediglich eine sicherheitsmassnahme - zu recht

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  • _uhu am 09.04.2019 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    naja...

    Wirtschaft kann nur funktionieren solange Wachstum, Vollgeld abgelehnt, Elon Musk wird seine Anlage-/Börsenstrategie einführen, USA wird zukünfig keine Ölkriege mehr führen können, Chinas Firmen sind überverschuldet usw und so fort. Irgendwann gibt's einen Chlapf; vielleicht auch nicht. So oder so, nur Bares ist Wahres - und damit meine ich nicht Gold (und schon gar nicht Bargeld) sondern Land, Nahrungsmittel, Ressourcen etc.

    • rosco am 10.04.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

      @uhu

      träum weiter, was die Land-und Immopreise machen wenn es kracht haben wir bei der Subprimekrise in den USA 2008 gesehen, 15 Mill. Hauseigentümer haben alles verloren. Das wird sich bald wiederholen weil die Gehirngewaschene Lemmingenherde nie aus der Vergagänheit lernt. Ressourcen hat die Schweiz so gut wie keine und Nahrungsmittel sind kein werterhaltendes Investment den man horten kann. Vollgeld ist übrigens nur weitere Schnapsidee die den Bock zum Gärtner machen würde.

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