Cybershopping

18. September 2013 06:14; Akt: 18.09.2013 06:14 Print

Im Bahnhof Zürich klebt ein virtueller Supermarkt

von S. Spaeth - Coop lanciert die virtuelle Filiale: Die Produkte werden nicht ins Körbchen gelegt, sondern mit dem Smartphone gescannt und heimgeliefert. Ein Konzept, das in Asien funktioniert.

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Die Zukunft des Einkaufens liegt im Zusammenführen mehrere Kanäle: Dabei verschmelzen Einkaufstrasse und Onlineshopping immer stärker zu einer einzigen Einkaufswelt. In diese Richtung geht auch die virtuelle Filiale, die Coop am Mittwochmorgen im Untergeschoss des Zürcher Hauptbahnhofs lanciert.

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Statt in echt gibt’s Produkte rund um die Uhr auf einer 3-D-Plakatwand. Kunden scannen lediglich den QR-Code der Cornflakes oder der Fertigpizza über die Coop-App ein und erhalten die Ware nach Hause geliefert. Die virtuelle Filiale zählt 350 Artikel des täglichen Bedarfs. Zum Vergleich: Eine Coop-Pronto-Filiale zählt rund 2000 Artikel.

Jagd auf Pendler und «Digital Natives»

Mit dem sogenannten Window-Shopping-Angebot macht Coop Jagd auf Pendler. Geschätzte 400'000 Personen strömen täglich durch den grössten Bahnhof der Schweiz. «Den wartenden Reisenden auch mit Online-Shopping abzuholen, ist eine richtige Strategie», sagt Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler. Vor allem an gut frequentierten Standorten dürfte das Konzept funktionieren. Von einem guten Versuch spricht auch GfK-Marktforscher Peter Fickentscher. Das Angebot dürfte vor allem bei den «Digital Natives» auf Interesse stossen, also jenen Person, die bereits in eine Welt mit Mobiltelefonen, Computer und Internet hineingeboren wurden.

Der virtuelle Supermarkt ist vorerst ein auf vier Monate beschränkter Versuch. «Ist das Projekt erfolgreich, sind weitere Standorte denkbar», sagt Coop-Sprecher Urs Meier. Erfahrungen mit virtuellen Regalen hat der Detailhändler bereits vor eineinhalb Jahren gemacht, als die Schaufenster der Filiale bei der Zürcher Bahnhofsbrücke entsprechend gestaltet wurden. Weil die Bewilligung der Stadt Zürich aber nur für sechs Monate Gültigkeit hatte, war im Sommer 2012 Schluss.

Window-Shopping: Erfolg in Korea

Noch sei Window-Shopping in der Schweiz kein grosses Thema, sagt Marktforscher Fickentscher, doch das könne sich in zwei bis drei Jahren ändern. Eine Erfolgsgeschichte ist virtuelles Einkaufen in Korea. Die Supermarktkette Tesco – sie tritt in Korea als Home Plus auf – stand 2009 vor der Herausforderung den Rückstand auf den Online-Marktführer E-Mart zu verkleinern. Die Lösung brachten virtuelle Filialen in U-Bahn-Stationen. Eineinhalb Jahre später war Tesco Online-Marktführer, zählte 76 Prozent mehr Kunden und konnte die Verkäufe um 140 Prozent steigern.

Ist die virtuelle Coop-Filiale also vor allem eine Marketing-Aktion, um den Rückstand im Online-Geschäft auf Marktführer Migros zu verkleinern? Nein, heisst es bei Coop. Es sei einfach eine neue Dienstleistung. Markführerin Migros setzte mit ihrem Online-Shop (LeShop) im vergangenen Jahr laut der Studie Detailhandel Schweiz 150 Millionen Franken um, coop@home lediglich 96 Millionen Franken. «Onlinehandel ist zwar ein Wachstumsfeld, verglichen mit den gesamten Detailhandelsumsätzen sind die Zahlen aber noch bescheiden», sagt Wangler. Die Coop-Gruppe erzielte im letzen Jahr laut GfK einen Detailhandelsumsatz von 16,4 Milliarden Franken, die Migros 19,2 Milliarden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.S am 18.09.2013 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kassiererin

    Na toll! wen dass so weiter geht bin ich bald arbeitslos.

  • Middle Earth am 18.09.2013 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ichaufswägeli

    Ich finde selber einkaufen immer noch am angenehmsten. Ich mag es die Produkte anzusehen, zwischen den Regalen mal zu flirten, einen netten Schwatz an der Kasse zu machen auch wenn meine Zeit begrenzt ist. Mein Handy soll nicht mein Leben bestimmen. Wer es aber mag so einzukaufen soll aber die Möglichkeit dazu auch haben.

  • Dave am 18.09.2013 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @20min

    Das sind keine QR-Codes sondern ganz gewöhnliche Barcodes.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Scipio am 18.09.2013 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    freie Marktwirtschaft

    Hier hagelt es nur Kritik. Was ist mit der freien Marktwirtschaft? Super gemacht. Endlich mal ein Schweizer Unternehmen, das die Zukunft richtig einschätzt!

  • Middle Earth am 18.09.2013 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ichaufswägeli

    Ich finde selber einkaufen immer noch am angenehmsten. Ich mag es die Produkte anzusehen, zwischen den Regalen mal zu flirten, einen netten Schwatz an der Kasse zu machen auch wenn meine Zeit begrenzt ist. Mein Handy soll nicht mein Leben bestimmen. Wer es aber mag so einzukaufen soll aber die Möglichkeit dazu auch haben.

  • nudle am 18.09.2013 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Güte

    Es wird immer schlimmer.. Alles digital - möglichst kein direkter Menschenkontakt mehr. Unglaublich. Da habe ich doch lieber eine aufgestellte Kassiererin/Kassierer und kann mir die Produkte, welche ich kaufen möchte, in "natura" anschauen.

  • M.S am 18.09.2013 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kassiererin

    Na toll! wen dass so weiter geht bin ich bald arbeitslos.

  • Realer Käufer am 18.09.2013 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und wie will man die Lieferung empfangen

    wenn man den ganzen Tag arbeitet?? Am Samstag Vormittag auf der Post holen? Nicht überall stehen die Wohnhäuser offen...