Baumwollpreise

23. Februar 2011 22:34; Akt: 23.02.2011 19:53 Print

Im Sommer werden die Kleider teurer

von Alex Hämmerli - Wegen stark gestiegener Rohstoffpreise werden unsere Kleider dieses Jahr rund 15 Prozent teurer. Bei den Schuhen hilft zumindest jetzt noch der starke Franken.

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Wer neue Kleider braucht, sollte sich lieber heute als morgen neu eindecken. Denn im Verlauf dieses Jahres werden Jeans, T-Shirt und Rock teurer. Und das teilweise massiv. Laut Andreas Sallmann, Vorstandsmitglied beim Schweizer Textilverband, steigen die Preise im Sommer durchschnittlich um 5 bis 15 Prozent. Jeansmarken wie Lee und Wrangler werden bereits im Frühling rund 10 Prozent aufschlagen. Und das Modelabel Ralph Lauren warnt, dass die Preissteigerungen besonders die hochpreisigeren Stücke treffen werden.

Schuld sind vor allem die hohen Baumwollpreise. Sie haben sich seit Anfang 2010 verdoppelt. «Feines Garn ist sogar noch viel teurer geworden», klagt Sallmann. Ähnlich sieht es bei den synthetischen Fasern aus. Deren Preise haben um 50 Prozent aufgeschlagen.

Gründe für die Preisexplosion gibt es viele. Ausschlaggebend ist laut Sallmann, dass die aufstrebende Mittelschicht in Fernost, insbesondere in China, immer mehr Kleider kauft. «Die Produktion kommt da nicht nach.» Dies gelte umso mehr, weil die Hauptanbauländer der Baumwolle, allen voran die USA, ihre Produktion während der Wirtschaftskrise gedrosselt haben.

Weniger prekär – zumindest in der Schweiz – ist die Lage bei den Schuhen. Dieter Spiess, Präsident des hiesigen Schuhhändler-Verbands, kündigt auf Anfrage keine Preissteigerungen an, obwohl auch das Leder im Weltmarkt deutlich teurer geworden ist. «Der starke Franken hilft uns derzeit beim Einkauf», erklärt er.