Servicewüste

19. Mai 2010 11:18; Akt: 20.05.2010 11:41 Print

Im Taxi ist der Kunde selten König

Zürich ist ein hartes Pflaster für Taxikunden. Nicht nur weisen Fahrer Gäste ab oder weigern sich, kurze Strecken zu fahren – sie verlangen auch horrende Preise.

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Am Zürcher Hauptbahnhof herrscht das Taxi-Chaos. Zu viele Taxifahrer streiten sich zuweilen handgreiflich um Kunden. Grund für das Überangebot ist nicht nur der gut ausgebaute öffentliche Verkehr, sondern die Zürcher Taxipreise. Laut dem Internet-Vergleichsdienst «World Taximeter» bezahlt ein Taxikunde in Zürich doppelt so viel wie in New York.

Verglichen mit anderen Städten rund um den Globus sieht es auch nicht besser aus. In Paris bezahlt man rund 1.14 Euro (etwa 1.50 Franken) pro Kilometer, in Zürich sind es horrende 3.80 Franken für die gleiche Distanz.

Schwangere und Behinderte nicht willkommen

So ist es nicht verwunderlich, dass sich in Zürich nie eine Taxi-Kultur wie in Paris oder London entwickeln konnte. Andere Gründe, die ebenfalls nicht zu einer schicken Metropole passen: Die Zürcher Taxifahrer gelten als rüde und ungehobelt. Taxikunden erzählen von zahlreichen Ärgernissen. Kurzfahrten werden verweigert, Schwangere stehen gelassen, Behinderte und Blindenhunde schnöde abgewiesen. Ausserdem sind Schlägereien unter Taxifahrern an der Tagesordnung.

Nun soll die Ordnung in das Zürcher Taxi-Chaos gebracht werden. Roberto Weidmann, Präsident des Dachverbands Stadtzürcher Taxigewerbe, fordert die Reduktion der Anzahl auf 1200 mittels natürlicher Abgänge. Die SP hält den Vorschlag für prüfenswert, Rechte und Liberale lehnen ihn ab. Die FDP fordert strenge Fachprüfungen für die Zulassung von Taxifahrern.

(scc/oba)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon Trachsel am 20.05.2010 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Preise?

    Ich staune über das Gejammer. In der Garage bezahlt jeder im Raum Zürich Fr 140.- und mehr pro Arbeitsstunde des Mechanikers. Weshalb soll sich der Taxifahrer mit Fr Brutto Fr 50.-/h zufrieden geben, so dass Netto noch Fr 20.- übrig bleiben? Mit dem Taxi in den Ausgang ist zu teuer, weil schliesslich der Eintritt in die Disco auch noch 100 Stutz kostet. Dort ist der Lehrlingslohn dann scheinbar besser angelegt.

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  • tester am 19.05.2010 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Taxi? neeein

    Egal wo man hinreist, die Frage ob nun Bahn oder Taxi genommen wird kann man immer stellen. Nicht so in der Schweiz.. hier ist klar.. entweder bahn oder Freund.. Taxi wird gar nie erst erwähnt.. Teure Fahrten und unfreundliche Fahrer

  • Thomas Bisang am 01.06.2010 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zu hohe Kosten!

    Der Wettbewerb funktioniert nicht, da einige Taxifahrer vom Sozialamt Geld erhalten, sollten Sie zu wenig verdienen bzw. arbeiten. Zudem sollten die Fixkosten runter. Abgaben an die Stadt? Warum? 900.- für den Taxifunk? Für was? Ein Taxifahrer soll genug verdienen, arbeiten (auch Kurzfahrten) soll sich lohnen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Taxi-Joe am 02.06.2010 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Preise

    Ich weiss nicht wies in ZH ist aber bei uns in BS, zahlt man pro KM, d.h. ich kann auch mit 30 KmH auf der Autobahn von ZH nach BS fahren und zahle gleichviel wie wenn ich 190KmH fahre. (ohne die Busse natürlich;-) ) -- ja da gebe ich recht es gibt zu viele Taxis, so auch im BS. So viele das sie ihrer Konkurrenz sogar die Luft aus den Reifen lassen. Aber der Staat verdient ja mit, Konzession ist ca. bei chf 800+anschluss-Kosten.

  • T. Taxi am 02.06.2010 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Vergleiche

    Das Taxi vollgekotzt, müde von der Nachtschicht muss ich mir diesen Unsinn anhören! Es reicht mir langsam. 1. Taxameter sind mit dem Kilometerzähler verbunden und Prüfprotokolle müssen bei der jährlichen Prüfung dem Experten vorgelegt werden. (Schleichende Fahrt?) 2. Kunde kommt ans Fenster und sagt: 10Franken bis Zielort (Fahrzeit hin und zurück etwa 15Minuten.) Muss er desshalb Befördert werden? Volltrunken auf dem Beifahrersitz? Wir werden oftmals genötigt einen zusätzlichen Fahrgast zu befördern und das für wehnig Geld. Mir ist mein Führerausweis lieb und teuer und tue das nicht.

  • R.K. am 02.06.2010 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenket

    Ich habe selber ein Taxiunternehmen.Gibt es euch nicht zu denken, dass es immer weniger ortskundige oder auch Schweizer Taxifahrer mehr gibt? Als Berechnungsgrundlage sollte eigentlich nicht die Fahrstrecke dienen sondern die verbrauchte Zeit. Innerorts ist nach meiner Meinung immer noch generell 50Km/h. man berechne mal wie lange es dauert 3Km zu fahren und zurück und das gerade mal für etwas über 10Fr. Legt man dem einen Stundenlohn zu Grunde so hat man nicht gerade viel verdient. Lohnkosten AHV/ IV Pensionskasse, Benzinkosten, Autounterhalt, Sonderbewilligungen ect. (Mehrwertsteuer?) ex.!

  • Patrick Hartmann am 02.06.2010 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Taxi verweigerte Transport ins Spital

    Diesen Samstag Nacht, 29. Juni 10: Wir versuchten, unsere Freundin mit einem Taxi ins Spital zu bringen. (Ein Arzt oder Krankenwagen war nicht verfügbar, was ebenfalls ) Der Taxifahrer hat sich tatsächlich geweigert uns ins Triemli zu fahren. Man hat dann bei ihr Herzvenen-Riss festgestellt, Blut im Bauch. Es mussten 4,5m Darm entfernt werden. Sie lag bis gestern im künstlichen Koma. Unglaublich, dass ein Taxifahrer seinen Job nicht ausführt und dabei noch lebensrettende Hilfe verweigert! Mir fehlen die Worte, und ich frage mich, ob das legal ist.

  • Toni Eggenberger am 01.06.2010 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    sorgar in Entwicklungsländern...

    ...wie Kuba ist es toller ein Taxi zu nehmen! Die Preise sind def. zu hoch hier, auch wenn es villeicht höhere Fixkosten gibt ggü. normalen CH-Autos. Aber sicher nicht in dem Ausmass (die MFK kostet 60 Stutz im Jahr, billige Ausrede!!)! Dazu kommt noch die Unfreundlichkeit und mangelnde Deutschkenntnisse. Als Tipp: möglichst den ältesten Täxeler nehmen, die wissen meistens noch was Service ist und nehmen Dich auch eher mal mit. Und Pauschalpreis aushandeln.