Frauen an die Macht

17. Oktober 2011 23:11; Akt: 17.10.2011 23:21 Print

In Teppichetagen sind Frauen die Ausnahme

Die grossen deutschen Konzerne wollen in den nächsten Jahren mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Ob das durch gesetzliche Quoten erfolgen soll, ist umstritten.

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Die dreissig grössten Unternehmen, die an der Deutschen Börse gehandelt werden, haben insgesamt 190 Geschäftsleitungsmitglieder. Unter ihnen gibt es gerade sieben Frauen. Jetzt soll der Frauenanteil in den Teppichetagen ausgebaut werden, heisst es in einem gestern vorgelegten, unverbindlichen Konzept. Die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen äusserte jedoch ihr Bedauern darüber, dass der angestrebte Frauenanteil in den Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten nicht klar definiert sei. Die CDU-Ministerin sprach sich nicht zum ersten Mal für ein Gesetz zur ­Frauenquote aus. FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist dagegen. Die CSU lehnt eine gesetzliche Frauenquote für die Führungsetagen deutscher Top-Unternehmen kategorisch ab.

In der Schweiz gibt es keine Frauenquoten, wie der im Mai erschienene Schilling-Report feststellt. Die grossen, börsengehandelten Schweizer SMI-Unternehmen weisen in den Geschäftsleitungen einen Frauenanteil von 6 Prozent auf. In den Verwaltungsräten sind es immerhin 11 Prozent. Bei den SMI-Unternehmen gibt es keinen weiblichen CEO und nur eine VR-Präsidentin. Eine gesetzliche Frauenquote stösst in der Schweiz zumindest beim Arbeitgeberverband auf wenig Sympathie. «Wir sind klar dagegen», meinte Thomas Daum.

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