Tabakatlas

11. November 2015 17:44; Akt: 11.11.2015 17:44 Print

In diesen Berufen wird am meisten geraucht

Ob jemand raucht, hängt auch mit der Art des Berufes zusammen. Der neuste Tabakatlas zeigt: Die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen sind enorm.

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Eine gängige Redewendung lässt vermuten, dass vor allem Bürstenbinder viel qualmen. Glaubt man den Zahlen des Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums, sollten vielleicht eher die Zügelmänner für ein Sprichwort zum Rauchen herangezogen werden: Ganze 85 Prozent beträgt der Raucheranteil bei dieser Berufsgruppe in Deutschland. Bei den Frauen ist der Raucheranteil von rund 50 Prozent bei Security-Angestellten am höchsten. Am seltensten greifen Apothekerinnen (6,2 Prozent) und Hochschullehrer (13 Prozent) zur Zigarette.

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Die Zahlen des Tabakatlas zeigen zudem, dass Arbeitslose deutlich häufiger rauchen als Erwerbstätige: Rund 56 Prozent der arbeitslosen Männer und 43 Prozent der Frauen ohne Arbeit rauchen. Bei den Erwerbstätigen beträgt dieser Wert 34 Prozent (Männer) beziehungsweise 27 Prozent (Frauen). Grundsätzlich scheint das Bildungsniveau einen grossen Einfluss auf den Tabakkonsum zu haben. In akademischen Berufen wird beispielsweise deutlich weniger geraucht als in Berufen mit tieferem Bildungsniveau. So gehören die Raucherquoten bei Ärztinnen zu den tiefsten, jene von Altenpflegerinnen zu den höchsten.

Rauchpausen sind gut für die Produktivität

Rauchen kann in der Berufswelt aber auch positive Effekte haben. So hat eine Untersuchung der Universität Zürich gezeigt, dass kurze Rauchpausen die Produktivität der Angestellten erhöhen. Allerdings führt nicht das Rauchen an sich, sondern die kurzen Pausen zu diesem positiven Effekt auf die Produktivität. Und die erhöhte Produktivität geht unter anderem durch die erhöhten Krankheitsabsenzen der Raucher wieder verloren. So zeigten Forscher der britischen Universität Nottingham in einer Auswertung verschiedener internationaler Studien, dass Raucher im Schnitt 2,7 Tage pro Jahr mehr fehlen als Nichtraucher.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit verursacht das Rauchen in der Schweiz jährlich rund 300'000 Fälle von Arbeitsunfähigkeit. Dadurch gehen rund vier Millionen Arbeitstage verloren. Diese temporäre Arbeitsfähigkeit verursacht jährlich Kosten von rund 1,6 Milliarden Franken, wovon rund 670 Millionen Franken durch Taggelder gedeckt sind.

(lin)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 11.11.2015 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Helmut Schmidt

    Helmut Schmidt war Raucher und ist 97 Jahre alt geworden. Ich selber bin Nichtraucher, aber dieses immer alle gegen die Raucher geht mir tierisch auf die Nerven.

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  • ProGaggi am 11.11.2015 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Brain

    Irgendwie sieht man gut durch, dass intellektuelle Menschen mehr auf ihre Gesundheit achten. Mit meiner Aussage will ich niemanden angreifen...Ich rauche selber auch.

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  • Herr Ochsenknecht am 11.11.2015 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Rooken

    arbeite in der IT, und Rauche wie Helmut Schmied.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nemo am 12.11.2015 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Zweifel an der Studie

    Erhebungen in unserer Firma haben gezeigt, dass die Nichtraucher bis zu 3 mal mehr Krankheitstage aufweisen, als die Raucher und dass die Raucher besser vernetzt und somit besser über die Vorgänge in der Firma informiert sind was ebenfalls eine Produktivitätssteigerung ergibt.

  • Karin am 12.11.2015 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kein wunder

    Wundert mich nicht, dass auf den Baustellen und in den Berufen in denen man mit Kunden zu tun hat sehr viel geraucht wird. Mann braucht ja schliesslich nerven für die immer höheren Ansprüche und die immer unfreundlich werdenden Kunden.

    • Küsche am 12.11.2015 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      Sie glauben es nicht

      Und seit wann beruhigt Rauchen? Es ist komisch, dass die Raucher einfach glauben, Rauchen sei nicht schädlich für die Gesundheit!Obschon dies immer wieder an Hand von Tatsachen wiederlegt wird.Es kommt darauf an wie ein Raucher alt geworden ist und wie er mit seiner angeschlagenen Gesundheit die letzten Jahre seines Lebens überleben musste!!

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  • En am 12.11.2015 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Esist nie zu spät zum Aufhören

    Zu Rauchen beginnt man meist wegen Gruppendruck in der Jugendzeit und geringem Selbstwertgefühl. Man will dazugehören und cool sein. War jedenfalls in meiner Jugendzeit so. Wie sonst kann es sein,dass man trotz unzähliger negativer (unangenehmer Geruch an Körper und Kleidung, verfärbte Zähne, Schädigung des Lungensystems, Durchblutungsstörungen, geringere Ausdauerleistung im Sport und zu guter Letzt wegen finanzieller Belastung) und fehlenden positiven Eigenschaften am Rauchen festhält?!

    • Robi am 12.11.2015 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Frage des Willes

      Ich behaupte mal, dass gebildete Leuten weniger rauchen, weil sie in ihrem Leben einen gewissen Ehrgeiz und Belohnungsaufschub entwickelt haben, so nach dem Motto: leide heute, genisse morgen. Siehe auch unter: Der Marshmallow Test

    • J.K.N. am 12.11.2015 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Moderner Mensch raucht nicht.

      Nein, es ist nicht nur d.Willes , sondern die Frage der allgemeiner Bildung, Aufklärung, Wille, Kenntnisse, Charakter, Selbstliebe, Respekt zu sich selbst und den anderen oder auch des Rückstandes der allgemeiner geistiger Etnwicklung. Es ist die Frage des Modernitätes.

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  • name am 12.11.2015 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Fazit

    Also es wird meistens in der Arbeitsklasse geraucht, im nicht intellektuellen Bereich

    • Karin am 12.11.2015 10:43 Report Diesen Beitrag melden

      Ärzte nicht?

      Hm.. somit zählen Ärzte nicht zum Intelektuellen bereich und "Apotherker" sprich verkäufer Ihrer Meinung nach schon?

    • Pius Fischer am 12.11.2015 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      doch

      Der Apotherker und der Apothenker sind keine Intellektuellen, der Apotheker und der Artz hingegen schon (5/6 Jahre Hochschulstudium)

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  • Formantor am 12.11.2015 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Saufen, Rauchen und 96-jährig sterben?

    naja, wenn man 96 wird, wenn man Kettenraucher ist, muss man sich als sportlicher, Abstinenzler der gesund Isst schon Gedanken machen. Aber es gibt einen Beruf, an dem man zu 100% von Rauch umgeben ist... Imker.

    • Sanna am 12.11.2015 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ätherisches

      Nein, der Imker braucht nicht zwingend Rauch. Um die Bienen zu besänftigen, kann man Nelkenöl einsetzen. Und an Tagen, an denen die Bienen "böse" sind, zieht man sich den Schleier über.

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