Erdbeben

13. März 2011 22:59; Akt: 13.03.2011 20:04 Print

In diversen Kantonen keine Deckung

von Elisabeth Rizzi - In diversen Kantonen zahlen Versicherungen gar keine Erdbebenschäden mehr. Klammheimlich wurde der Schadenspool begraben.

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Das Basler Beben von 1356 gilt als das stärkste in Zentraleuropa. Heute würde die Gebäudeversicherung Erdbebenschäden teilweise übernehmen. (Foto: keystone)

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Die Schweiz gehört nicht zu den Ländern mit dem höchsten Erdbebenrisiko. Aber sogar unser Land bebt jährlich rund 500-mal. Alle zehn Jahre ist sogar mit einem Beben der Stärke 5 und grossen Schäden zu rechnen. 90 Prozent aller ­Gebäude sind trotzdem nicht erdbeben­sicher gebaut. Und: Gebäudebesitzern droht im Katastrophenfall ein grosser Verlust. Denn Erdbeben sind von der normalen Elementarschadenversicherung ausgeschlossen. Eine Arbeitsgruppe hatte die letzten Jahre an der Ein­führung einer obligatorischen Erdbebenver­sicherung gearbeitet. Aber die Interessengemeinschaft wurde letztes Jahr erfolglos aufgehoben.

In diesem Zusammenhang wurde klammheimlich auch der freiwillige Pool der Privatversicherer abgeschafft. Dieser deckte bislang in Kantonen ohne obligatorische Gebäudeversicherung (GE, UR, SZ, TI, AI, VS, OW) Erdbebenschäden wenigstens teilweise. «Der Pool der Privatversicherer wurde per 31.12.2010 ersatzlos aufgehoben», bestätigt Stefan Thurnherr, Versicherungsexperte des VZ Vermögenszentrums. In den restlichen Kantonen übernimmt der Erdbebenpool der kanto­nalen Gebäudeversicherungen zwar weiter teilweise Schadenskosten. «Aber er ist für den Katastrophenfall nicht ausreichend», warnt Thurnherr. Nur der Kanton Zürich besitze eine echte Versicherung. Wer ausserhalb gegen Erdbeben gefeit sein will, muss für seine Liegenschaft also eine spezielle Erdbebenversicherung abschliessen (siehe Box).

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bin am 14.03.2011 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeignis

    Für die reiche Schweiz ist dies ein Armutszeugnis. Aber bei einer grossen Katastophe muss ja eh der Staat wieder einspringen.

  • Nara am 14.03.2011 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Fällt einen nichts mehr zu ein...

    ich hatte die Kantonale Gebäudeversicherung 1998 gefragt was denn bei uns versichert wäre, es hiess Erdbeben ja, aber erst ab Stärke 7. (also gar nichts. Denn wo ich wohne ist ein Stärke 7 eher unwahrscheinlich: Dafür hatten wir einige über 4). Ach übrigens, für den Atombunker hat's in meiner Gemeinde auch keinen Plan, da sind keine Plätze zugewiesen, ich könne ja paar Strassen weiter zum Nachbarn. Einen Plan würden sie erst machen wenn's nötig wäre. Sprich wenn die Sirenen heulen?.....

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  • Nara am 14.03.2011 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Fällt einen nichts mehr zu ein...

    ich hatte die Kantonale Gebäudeversicherung 1998 gefragt was denn bei uns versichert wäre, es hiess Erdbeben ja, aber erst ab Stärke 7. (also gar nichts. Denn wo ich wohne ist ein Stärke 7 eher unwahrscheinlich: Dafür hatten wir einige über 4). Ach übrigens, für den Atombunker hat's in meiner Gemeinde auch keinen Plan, da sind keine Plätze zugewiesen, ich könne ja paar Strassen weiter zum Nachbarn. Einen Plan würden sie erst machen wenn's nötig wäre. Sprich wenn die Sirenen heulen?.....

  • Bin am 14.03.2011 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeignis

    Für die reiche Schweiz ist dies ein Armutszeugnis. Aber bei einer grossen Katastophe muss ja eh der Staat wieder einspringen.