Fragen und Antworten

23. Mai 2013 16:07; Akt: 23.05.2013 17:49 Print

Ist das der Anfang vom Ende des Börsenbooms?

von Sabina Sturzenegger - Nach dem Höhenflug der Crash: In Tokio ist die Börse am Donnerstag eingebrochen. Der Schreck bei den Anlegern sitzt tief. Wie kam es dazu? Platzt jetzt die Börsen-Blase in Europa?

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Die Börse in Tokio ist am Donnerstag um 7,3 Prozent auf 14'483 Punkte eingebrochen. Der Schweizer Leitindex SMI gab danach um 2,84 Prozent nach, der deutsche DAX tauchte bis am Abend ebenfalls über zwei Prozent.

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War's das oder platzt die Börsen-Blase doch noch?
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Wie kam es zum Börsensturz in Japan?
Schuld am Börsencrash sind schlechte Wirtschaftzahlen aus China sowie die Äusserungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Nach den Nachrichten aus China wollten die Anleger ihre Kursgewinne raschmöglichst realisieren und verkauften ihre Aktien. Das löste einen Kurssturz aus. Zudem hat Ben Bernanke angedeutet, dass er wohl das Tempo beim Gelddrucken künftig etwas drosseln werde.

Warum passiert das gerade jetzt?
In der Finanzwelt herrscht grosse Nervosität. Bloss zwei Ankündigungen reichten, um einen derartigen Sturz an Japans Börse auszulösen. Grund für die Überreaktion: Die Märkte, insbesondere Japan, sind derzeit überflutet von billigem Geld, Billionen wurden in den letzten Monaten in die Wirtschaft gepumpt. Die Kurse an den Aktienmärkten wurden dadurch enorm nach oben getrieben. Die Entwicklung in der Realwirtschaft und die Investitionen hinken aber stark hinterher.

Kommt der Kursabsturz überraschend?
«Eine Gegenreaktion auf die ständig steigenden Kurse war fällig», sagt ein Händler aus Zürich. Man habe mit einer Korrektur rechnen müssen. Allerdings ist man von der Heftigkeit des Kurssturzes überrascht.

Kann man von einer Blase sprechen?
«Japan ist eine einzige Blase», sagt dazu der Schweizer Börsen-Blogger Russian Market. Auch der deutsche Börsenmakler Oliver Roth spricht von einer «starken Übertreibung» an den Börsen in den letzten Monaten.

Wann platzt die Blase?
Es gibt noch Hoffnung, dass sie nicht platzt, sondern sich zurückbildet. «Die Entwicklung ist noch nicht zu Ende, die Blase wird sich erholen», sagt Roth. Der happige Kursrutsch in Japan, der auch an den übrigen asiatischen sowie an den europäischen Börsen deutliche Verluste ausgelöst hat, habe dazu geführt, dass jetzt wieder etwas «Normalität» einkehrt, sagt Russian Market.

Wie geht es jetzt weiter?
Fürs Erste gilt: Die Party an der Börse ist vorbei. In den nächsten Monaten müsse man mit deutlich höheren Schwankungen der Aktienkurse rechnen, sagt Oliver Roth. «Die Schwankungen in Europa werden dabei nicht so gross sein wie in Japan», ergänzt er. Allgemein wird erwartet, dass die Kurse langsamer steigen – und fallen – als in der letzten Zeit.

Was bedeutet das für die Anleger?
«Wer keine Nerven hat, soll jetzt aussteigen», sagt Roth. Er rät den Anlegern, sich diszipliniert zu verhalten und sich vorab Limiten zu setzen, um aus dem Markt wieder auszusteigen. Russian Market warnt die Anleger sogar mit einer Börsenweisheit: «Sell in May and run away» – eine Anspielung auf den gängigen Spruch «Sell in May and go away». Er empfiehlt zudem, in Gold statt in Aktien zu investieren.

Was passiert in der Schweiz?
Der SMI ist im Zuge des Kurssturzes in Japan nur um rund 3 Prozent getaucht. Laut «Cash» dürfte dieser «Mini-Kurstaucher» wieder wettgemacht werden. Wesentlich pessimistischer sieht es Russian Market: «Krisen fangen normalerweise in Asien an», kommentiert er. In der Schweiz komme es daher zu einer «Super-Korrektur», vor allem im Bau- und Bankensektor. Beide seien stark überbewertet. Er rät der Nationalbank, den Euro-Franken-Kurs auf 1.30 zu erhöhen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc Bjorg am 23.05.2013 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer...

    Wenn alle sagen "kaufen" sollst du verkaufen. Wenn alle sagen "verkaufen", etwas warten und kaufen.

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  • Wolfram Barren, der güldene am 24.05.2013 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, ist es nicht

    Dies ist der Anfang vom Ende der Börse :)

  • MoneyMonkey am 23.05.2013 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht investieren wenn man Geld braucht

    Spielt doch gar keine Rolle, ist ja eh alles nur virtuell. Dann warten wir eben bis die Kurse wieder oben sind, ist ja nur eine Frage der Zeit. Wenn du das Geld unbedingt jetzt brauchst und nicht warten kannst, dann musst du auch nicht anlegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erich Dödel am 24.05.2013 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Seifenblasen

    Sind und bleiben schwerlich zu steuern und neigen zum platzen. Illusionen waren schon immer schwer zu erfassen. An die sog. Börsianer: Hört auf mit diesen mörderischen Spielen und geht Arbeiten!

  • Wolfram Barren, der güldene am 24.05.2013 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, ist es nicht

    Dies ist der Anfang vom Ende der Börse :)

  • tacheles am 24.05.2013 04:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die sogenannten börsengurus

    ..die können nicht mehr als ein krawattenknopf, cüpli trinken und retro mit kraftausdrücken das geschehene kommentieren; a la; die geopolitische lage, dollarschwäche, konjunkturängste, ein händler hat gesagt, ab-hedgen, volatilität etc die mike shivas der börsen.. kein schuss pulver wert

  • Börsenfreak am 23.05.2013 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höhere Hochs, Höhere Tiefs

    Eine Korrektur ist wünschenswert und absolut notwendig in einem gesunden Trend. Die Indizes sind immer noch mehr als gut unterstützt, also keine Panik. Zur Info: Ein Trend besteht aus Bewegung und Korrektur. Auf grosser bzw mittlerer Zeiteinheit sind wir immer noch in einem Mustergültigen Aufwärtstrend!

    • Beobachter der Szenerie am 24.05.2013 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      @ Börsenfreak

      Einverstanden! Zudem muss gesehen werden, dass der SMI (im Gegensatz zu anderen, grossen Aktienindizes) noch längst nicht den Allzeithöchststand erreicht hat. Da geht noch einiges, zumal sich der CHF gegenüber dem EUR abschwächt...

    • Mate am 24.05.2013 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Korrekt

      Korrekt Herr markttechniker ;-)

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  • Hamlet am 23.05.2013 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    von Blase zu Blase

    Wenn die Medizin krank macht. Vielleicht sollte man sich wieder der Österreichischen-Schule zuwenden.