Rekordbusse

23. Juni 2014 11:25; Akt: 23.06.2014 15:04 Print

Ist die Credit Suisse zu billig davongekommen?

Mit einer Rekordbusse von 2,6 Mia. Dollar wurde die Credit Suisse wegen Steuerhinterziehung von US-Bürgern belegt. Doch die Namen der Kunden musste die CS nicht herausrücken.

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Im Mai bekannte sich die zweitgrösste Bank der Schweiz vor dem US-Gericht schuldig und erklärte sich einverstanden, 2,6 Milliarden Dollar Bussgeld zu bezahlen. Der Betrag ist die höchste je verhängte Strafe in einem Steuerverfahren in den USA und die höchste Strafe, die eine Schweizer Bank je bezahlen musste.

Nun sorgt ein Bericht für Furore. Das Magazin Newsweek schreibt nämlich, dass das amerikanische Department noch viel mehr hätte verlangen können.

2009 nämlich wurde die UBS von den USA in die Knie gezwungen und zu einem Bussgeld von 780 Mio. Dollar verknurrt. Zusätzlich erzwang das Department of Justice (DOJ) die Herausgabe von 4450 amerikanischen Bankkunden. Wegelin hatte keine Filiale in den USA, wurde jedoch gleichwohl wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung angeklagt.

Eine Liste mit Namen von Toten

Die Credit Suisse nun aber «kam sehr einfach davon», schreibt das Magazin Neewsweek. Das Top-Kader musste keine Konsequenzen tragen, sowohl Brady Dougan als auch Urs Rohner bleiben im Amt. Gravierender als etwaige personelle Auswirkungen sei aber, dass die CS im Gegensatz zu den beiden anderen Finanzinstituten nur 200 Kundendaten habe übergeben müsse, wie das Magazin unter Berufung auf eine entsprechende Quelle schreibt. Zudem seien von diesen 200 Personen auf der ausgehändigten Liste «die meisten bereits verstorben».

Die Verhandlungen hätten von Beginn weg zum Ziel gehabt, weder die Credit Suisse in ihren Grundfesten noch den Wirtschaftsstandort Schweiz zu erschüttern. «So muss die Credit Suisse eine Milliardenbusse begleichen, die ihr nicht einmal wehtut», so das Magazin.

(cls)