Börse im Minus

19. Dezember 2008 07:29; Akt: 19.12.2008 07:47 Print

Japan senkt Leitzinssatz auf 0,1 Prozent

Die Bank von Japan (BOJ) hat angesichts der Rezession und des rasant gestiegenen Yen-Kurses die Leitzinsen von 0,3 auf 0,l Prozent gesenkt. Der geldpolitische Rat beschloss am Freitag zudem, kurzfristige Inhaberschuldverschreibungen zu erwerben, um Unternehmen bei der Finanzierung ihrer Geschäfte zu helfen. Der Nikkei-Index schloss dennoch im Minus.

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Die BoJ revidierte ihre Grundeinschätzung der Wirtschaft nach unten und spricht nun erstmals seit sechseinhalb Jahren von einer «Verschlechterung» der Lage. Im November war noch von einer «schleppenden» Konjunktur die Rede.

Gegen den starken Yen

Die in Marktkreisen erwartete zweite Zinssenkung in Japan in zwei Monaten erfolgte, nachdem zuvor die Notenbank in den USA die dortigen Zinsen auf faktisch Null gesenkt hatte. Darauf war der Yen zum Dollar auf ein 13-Jahres-Hoch geschnellt. Der Aussenwert des Yen ist in diesem Jahr um rund 25 Prozent gestiegen.

Das drückt die Gewinne der japanischen Exportunternehmen wie die der Autokonzerne, die bereits Tausende von Teilzeitarbeitern auf die Strasse setzen, die Produktion drosseln und ihre Investitionspläne kürzen.

Vor diesem Hintergrund sah sich die Zentralbank zunehmendem Druck seitens der Regierung ausgesetzt, die bereits in einer Rezession steckende Wirtschaft mit einer Lockerung der Geldpolitik anzukurbeln und einen weiteren Anstieg des rasant gestiegenen Yen zu verhindern.

Mehr Liquidität

Die BoJ beschloss nun, auch die Käufe von Staatsanleihen aufzustocken, um langfristige Mittel bereitzustellen und die Liquidität auf den Kapitalmärkten zu erhöhen.

Bei der Zentralbank hatte es gemäss Medienberichten aber auch Zweifel an der Wirkung einer weiteren Zinssenkung gegeben, nachdem die Bank von Japan ihren Tagesgeldsatz erst im Oktober von 0,5 auf 0,3 Prozent zurückgenommen hatte.

Börse trotz Zinssenkung im Minus

Nach der Zinssenkung der japanischen Notenbank haben die Aktienmärkte in Fernost uneinheitlich tendiert. Angesichts der düsteren Prognosen der Bank of Japan zur wirtschaftlichen Entwicklung schloss die Börse in Tokio im Minus.

Der 225 Werte umfassenden Nikkei-Index schloss 0,9 Prozent im Minus bei 8588 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index fiel um 0,5 Prozent auf 834 Zähler.

Auch die Aktienmärkte in Hongkong und Taiwan verzeichneten Verluste, während die Börsen in Südkorea, Singapur und der chinesische Leitindex fester notierten.

Die Bank of Japan (BOJ) hatte den Leitzins auf 0,1 Prozent gesenkt. Sie folgte damit der US-Notenbank Fed, die am Dienstag die Zinsen auf faktisch Null heruntergestuft hatte. Zudem beschloss die Notenbank weitere Massnahmen, um die Lage am Kreditmarkt zu entspannen.

Die Nikkei-Index reagierte zunächst positiv auf die Zinssenkung, drehte wenig später aber wieder ins Minus. Sorgen bereitete den Händlern die düstere Prognose der Währungshüter zum Verlauf der Wirtschaftskrise.

Auf die Stimmung drückte zudem ein Zeitungsbericht, wonach der erfolgsverwöhnte Autobauer Toyota erstmals einen Jahresverlust verbuchen könnte. Die Toyota-Aktien gaben um 2 Prozent nach.

(Quelle: AP/SDA)