Termin verpasst

12. Juni 2017 16:33; Akt: 12.06.2017 16:33 Print

Jeder Dritte gibt die Steuererklärung zu spät ab

Mehr als ein Drittel der Schweizer hat die Steuererklärung nicht fristgerecht eingereicht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Die Gründe sind vielfältig.

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Viele Steuerpflichtige empfinden das Ausfüllen der Steuererklärung als mühsam. Wie wenig es ihnen gefällt, zeigt auch eine neue Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer gab an, die Steuererklärung nicht am offiziellen Termin eingereicht zu haben.

Umfrage
Sollen Steuern automatisch vom Lohn abgezogen werden?
78 %
12 %
2 %
8 %
Insgesamt 38146 Teilnehmer

Von den 37 Prozent, die die Frist verpasst haben, hat ein Drittel nicht einmal die Möglichkeit der Fristerstreckung genutzt. Das heisst, dass rund jeder zehnte Steuerpflichtige überhaupt nichts unternimmt, um dem Staat die nötigen Informationen für die Steuerberechnung zukommen zu lassen.

Keine Lust auf Steuererklärung

18 Prozent der Steuersäumer gaben an, keine Lust auf das Ausfüllen der Steuererklärung gehabt zu haben. Weitere Gründe für das Verpassen des Abgabetermins sind fehlende Unterlagen (13 Prozent) oder schlicht zu wenig Zeit (12 Prozent). Lediglich fünf Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Steuererklärung als zu kompliziert empfinden und daher die Frist für das Einreichen verpasst haben.

Dennoch beansprucht fast jeder vierte Steuerpflichtige Unterstützung für das Ausfüllen der Steuererklärung. Dabei wenden sich nur wenige an Familie und Freunde (7 Prozent). Mehr als doppelt so häufig wird die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch genommen (16 Prozent). Viele Treuhand-Büros erledigen das Ausfüllen der Steuererklärung schon für unter 100 Franken.

Familie nicht den Lohn zeigen

«Die eigene finanzielle Situation Familie und Freunden offenzulegen, kommt häufig einem Tabubruch gleich», erklärt Marc Parmentier, Banken-Experte bei Comparis. Die günstigen Kosten für das Ausfüllenlassen sind also nicht der einzige Grund, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ausserdem würden sich die Steuerpflichtigen meist lieber von einem neutralen Fachmann helfen lassen. Parmentier ist überzeugt, dass sich der Gang zum Steuerberater lohnt: «Auch vermeintlich einfache Steuererklärungen lassen häufig Raum für Abzüge. Darüber hinaus lassen sich die Steuern auch mit einer einmaligen Beratung durch einen Fachmann über Jahre hinaus optimieren.»

Direkter Abzug vom Lohn umstritten

Wie jedes Jahr um diese Zeit steht die Frage im Raum, ob die Steuern direkt vom Lohn abgezogen werden sollen. Im Kanton Basel-Stadt wird derzeit ein entsprechender politischer Vorstoss diskutiert, wie 20 Minuten berichtete. «Ob sich ein solches Modell auf die ganze Schweiz anwenden lässt, ist aber fraglich», meint Banken-Experte Marc Parmentier. Die meisten Steuerpflichtigen hätten zwar wenig Lust, die Steuererklärung auszufüllen. Noch weniger könnten sie sich jedoch mit dem Gedanken anfreunden, dass der Staat direkt in die Lohntüte greift.

Ein verhaltensökonomisches Kurzgutachten des Zürcher Beratungsbüros Fehr Advice kommt allerdings zum Schluss, dass sich die Einführung eines automatisierten freiwilligen Direktabzugs aus volkswirtschaftlicher Sicht lohnt. Bei den Steuerzahlern verringere sich die Verschuldung, während für den Staat Mehreinnahmen entstünden.

(kwo)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hiphip Hura am 12.06.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerhass

    Nummer 1: Steuern auszufüllen macht überhaupt keinen Spass. Nummer 2: Steuerbehörden sind meist unfreundlich und horten das Geld auch lang genug, wer liefert bei solchen schon gern pünktlich ab. Nummer 3: GAAANZ WICHTIG! Wieso zu Hölle lernt man in der Schule nicht, wie man die Dinger ausfüllt?! Die Ganze Schweiz muss es machen und kaum einer kennt alle Kniffe und Möglichkeiten Abzüge zu machen, verstehe ich nicht...

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  • D.Schenk am 12.06.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitet das Steueramt schneller :-)

    Ob Fristgerecht oder nicht --- habe vor 2 Monaten die definitive 2015 Steuerrechnung erhalten !

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  • Generation X am 12.06.2017 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Die Steuerverwaltung kann sowieso nicht alle auf einmal prüfen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jjgghj am 13.06.2017 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Lust

    Hab bis jetzt immer, sobald ich die Steuererklärung bekommen hab die Frist bis zum letzten möglichen Monat verlängert.

  • Morfin am 13.06.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sagt doch wohl alles

    "während für den Staat Mehreinnahmen entstünden"

  • matthias am 13.06.2017 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habs sie zu früh abgeschickt

    gleich im Februar. Im März ist mein Bruder überraschend verstorben, sein Erbe kam schon in der ersten Rate. Ich selber wusste noch gar nicht was ich Erbe. Nach Anruf sagten sie: Wir schon, das Erbschaftbüro macht umgehend Meldung. Jetzt habe ich eine Steuerrate die mich Umhaut. Gar nicht damit gerechnet

  • my am 13.06.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Frist verlängern.

    Man kann sie bis ca sep. verlängern und das gratis. Dann hat man kein stress.

  • Wellemann am 13.06.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staat Profitiert

    Ist ja gewollt, durch den Verzugszins=Mehreinahmen.

    • Schlab am 13.06.2017 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Wellemann

      Es geht hier um die Steuererklärung, nicht um die Rechnung, Schlaumeier. Hier ist nix mit Verzugszins.

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