Rekord-Durchschnitt

29. September 2015 16:38; Akt: 30.09.2015 13:06 Print

Jeder Schweizer hat 87'000 Franken Schulden

Im Gegensatz zur Staatsverschuldung haben Herr und Frau Schweizer im Schnitt weltweit das höchste private Geldvermögen. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille.

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Die Schweiz konnte ihre Spitzenposition verteidigen: Ein Einfamilienhaus in Zürich. (1. Juni 2015) (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Mit durchschnittlich 157'446 Euro (rund 171'600 Franken) haben Schweizer laut einer Studie weltweit am meisten Geld auf der hohen Kante. Zugleich tragen sie mit 80'000 Euro (rund 87'000 Franken) pro Kopf im internationalen Vergleich die höchste Schuldenlast.

Die Schuldenstandsquote, die die Verbindlichkeiten ins Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt setzt, beträgt 122 Prozent, wie dem am Dienstag veröffentlichten «Global Wealth Report» des Versicherers Allianz zu entnehmen ist. Damit sind die Schweizer viel stärker verschuldet als etwa ihre deutschen Nachbarn: In Deutschland liegt die Quote bei 55 Prozent.

In den letzten Jahren legten die Schulden aber langsamer zu als die Vermögen in der Schweiz. 2014 häuften die Sparer netto – also die Verbindlichkeiten vom Vermögen abgezogen – 6,7 Prozent mehr Geld an. Nach einer eher schleppenden Entwicklung seit Ende 2000 hat sich das Vermögen somit wieder schneller vermehrt. So oder so bleibt die Schweiz unangefochten die Nummer eins, was das Geld auf der hohen Kante anbelangt.

Starkes Vermögenswachstum in Asien

Weltweit legten die Geldvermögen der privaten Haushalte 2014 um 8,1 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 100,6 Billionen Euro zu. Dank kräftigen Sparanstrengungen und Schuldenabbau legten auch die Vermögen im Euroraum erstmals seit der Finanzkrise wieder kräftiger als in Nordamerika zu.

Die rasanteste Vermögensentwicklung weist jedoch die Region Asien ohne Japan auf: Das Netto-Geldvermögen wuchs 2014 um fast ein Fünftel. Dieses Wachstum sei aber teils auch von einem nicht nachhaltigen Anstieg des Wertpapiervermögens, insbesondere in China, getrieben gewesen, hält die Allianz fest. Das zeigte sich etwa diesen Sommer, als ein Börsencrash in China viel Vermögen wieder ausradierte.

Aufholprozess noch nicht beendet

Dennoch zieht die Allianz eine positive Bilanz der Vermögensentwicklung in Asien. Die Wachstumsverlangsamung in China sei nicht beunruhigend, liess sich Allianz-Chefökonom Michael Heise zitieren. Der Aufholprozess sei noch nicht zu Ende.

Zudem kommt das Vermögenswachstum in China laut der Allianz einer breiten Bevölkerung zugute. Immer mehr Menschen könnten dadurch am globalen Wohlstand partizipieren: Die Bevölkerung mit mittlerem Vermögen in Asien habe sich seit Jahrtausendbeginn verzehnfacht.

Vermögensschere öffnet sich

Umgekehrt aber öffnete sich in den letzten zehn Jahren die Kluft zwischen Reich und Arm in der Mehrzahl der entwickelten Länder, allen voran in den USA, wie die Allianz weiter schreibt. Diese Ungleichheit mass die Allianz mit dem Gini-Koeffizienten. Je höher dieser ausfällt, umso höher ist die Ungleichheit. In den USA beträgt der Gini-Koeffizient rekordhohe 80,6 Punkte.

Für die Schweiz errechnete die Allianz mit ihren Daten einen Gini-Koeffizienten von 61,2. Dieser Wert liegt unter dem Durchschnitt der entwickelten Länder von 64,6. Im Vergleich zum Zeitraum um 2000 legte der Wert aber um drei Punkte zu – die Schere zwischen Arm und Reich hat sich also geöffnet.

(dia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ken am 29.09.2015 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von der Wirtschaft gesteuert

    Und es kommt noch besser : ein Monat Altersheim kostet im Schnitt 10'000.-

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  • Der Türke am 29.09.2015 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Vergleichbar

    In der Schweiz kann man mit der gleichen Menge Geld auch weniger anstellen als beispielsweise in der Türkei. z.b Auto Führerschein machen kostet schon 4000 Franken. In der Türkei so 300 Franken.

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  • Benficker am 29.09.2015 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist denn passiert?

    Letztens hatte noch jeder ca. 100'000 franken auf der seite..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra am 30.09.2015 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ewige Nörgelei

    Wenn ihr echt glaubt, dass es euch in der Schweiz sooo schlecht geht, dann wandert doch aus!! Ihr werdet schnell merken, dass es euch in einem anderen Land nicht besser gehen wird!

  • Renate Mäder am 30.09.2015 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Besteuerung auf Eigenmietwert abschaffen

    Besteuerung auf Eigenmietwert abschaffen und die durchschnittliche Schuldenlast von Herr und Frau Schweizer nimmt schnell ab.

  • Sozialarbeiter am 30.09.2015 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asylsuchende kommen s hulden.os

    Die meisten Asylsuchenden kommen schuldenlos. Sie senken die durchschnittlichen Schulden

    • Sandra am 30.09.2015 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      Asylsuchende sind nicht in der Studie

      Es geht in dieser Studie um Schweizer Bürger. Da spielen die Asylsuchenden keine Rolle und beeinflussen den Durchschnitt nicht

    • Bürger Chris am 30.09.2015 16:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Sozialarbeiter

      Möglich, dafür liegen diese dann sofort auf den Taschen der arbeitenden, Schweizer Bevölkerung und Steuerzahler. ;-) Aber wie Sandra ja sagt...

    • H. Zinsli am 30.09.2015 18:13 Report Diesen Beitrag melden

      Weniger Staat, mehr Marktwirtschaft

      @Bürger Chris; Vielleicht sollte man das Asylwesen zur Entlastung der Steuerzahler privatisieren. Die Banken könnten doch diesen Einwanderern Kredite gegen Zinsen vergeben. Wenn schon die Bevölkerung wächst, sollte doch auch die Geldmenge in der Wirtschaft erhöht werden.

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  • Luethi R. am 30.09.2015 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Studie.

    Mit diesem Artikel bekommt man den Eindruck dass wir so schlecht gestellt sind wie Griechenland, es ist jedoch bekannt dass in der Schweiz Immobilen mit Hypothek, also Schulden, erworben werden um Steuer zu sparen, aber eigentlich ist das Geld schon vorhanden, und dasselbe gilt auch für Leasingverträge wofür auch noch Zinsen fällig sind weil die Banken sicher nicht gratis ihr Geld ausleihen.

  • wurks am 30.09.2015 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    ..und die Pro-Kopf-Staatsverschuldung?

    Das sind aber nur private Schulden - Die Staatverschuldung pro Kopf ist hier noch gar nicht eingerechnet?