Airbnb, Mobility & Co.

01. September 2015 21:21; Akt: 01.09.2015 21:21 Print

Jeder zweite Schweizer nutzt Sharing Economy

von Kaspar Wolfensberger - Airbnb, Uber oder Mobility: Dinge übers Internet mieten oder vermieten ist bei den Schweizern im Trend. Nicht allen gefällt das.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Einer von zwei Schweizern will in den nächsten 12 Monaten über eine Online-Sharing-Plattform Dienstleistungen mieten oder vermieten. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberater von Deloitte zum Thema Sharing Economy. Demnach hat jeder Fünfte die neue Art des Wirtschaftens selbst schon einmal ausprobiert. Zu den bekanntesten Vertretern der Sharing Economy gehören beispielsweise der Fahrdienstvermittler Uber, das Zimmerbuchungsportal Airbnb oder der Carsharing-Dienstleister Mobility.

Umfrage
Nutzen Sie Sharing-Economy-Angebote?
40 %
58 %
2 %
Insgesamt 1890 Teilnehmer

Allerdings kommt die neue Teilwirtschaft in der Schweiz nicht überall gleich gut an: In der Westschweiz befürworten laut Studie 65 Prozent der Bevölkerung die Sharing Economy, auf der anderen Seite des Röstigrabens hingegen nur 32 Prozent. So gaben 45 Prozent der Deutschschweizer Befragten an, «kein Anhänger der Sharing Economy zu sein und noch nie daran teilgenommen zu haben».

Sharing-Start-ups boomen

Trotz dieser Zurückhaltung bei einem Teil der Bevölkerung scheint der Sharing-Economy-Trend sowohl international als auch in der Schweiz nicht aufzuhalten sein. Dies zeigt sich auch an den steigenden Investitionen. So flossen 2010 noch 300 Millionen US-Dollar in Sharing-Start-ups, 2014 waren es schon sechs Milliarden. Laut den Studienautoren verwundert dies nicht. Grund: Die Sharing Economy trage zur gesamtwirtschaftlich effizienteren Nutzung der Ressourcen bei.

Weitere Sharing-Economy-Anbieter sind Housetrip, eine der grössten Plattformen für das Vermieten und Mieten von Unterkünften in Europa. Ebenfalls aktiv sind die Anbieter Parku und Sharoo, wo Konsumenten sich Parkplätze oder Autos teilen, InstantOffices im Büro-Bereich sowie Diplomero oder Learning Culture in der Bildung.

Gute Rahmenbedingungen

Und gerade in der Schweiz seien die Rahmenbedingungen aufgrund der geringen Regulierungsdichte für weitere Gründungen gut, erklären die Experten von Deloitte in ihrer Studie. Dass am neuen Trend aber nicht alle ihre Freude haben, zeigte eine Podiumsdiskussion zum Thema, die am Dienstag in Zürich stattfand. An dieser griff Rudolf Näpflin vom Taxiverband Zürich Rasoul Jalali, den Manager von Uber Schweiz, massiv an. Sein Unternehmen begünstige die Ausbeutung der Taxifahrer und zwinge die Angestellten zu einer Scheinselbstständigkeit. Als besonders stossend empfindet Näpflin die tiefen Preise, die Uber für die Fahrten verlangt. Dieser ermögliche es den Fahrern kaum noch, von ihrem Gehalt zu leben.

Uber-Manager Jalali verteidigte sein Unternehmen und erklärte, dass dieses längerfristig dazu beitragen könne, dass es zu geringen staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft komme. Laut den Autoren der Studie ist dies im Sinne der Schweizer Konsumenten. So überwiegen in der Befragung die Gegner von neuen Regulierungen, was wiederum in guten Rahmenbedingungen für Sharing-Economy-Start-ups seinen Ausdruck finde. Trotzdem dürfte die Schweiz nicht bald zum neuen Silicon Valley mutieren. Grund: Die Lohn- und Produktionskosten sind höher als im Ausland und die hiesigen Investoren sind eher zurückhaltend, was Start-ups betrifft.

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donald am 01.09.2015 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mobility

    Wenn ich ein rotes Auto mit der Aufschrift Mobility sehe, halte ich einen grossen Abstand.

    einklappen einklappen
  • Realist am 01.09.2015 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Idee ist gut

    Aber die roten Autos nerven gewaltig. Keine Fahrpraxis und die Verkehrsregeln auch vergessen. Und beim parkieren Platz für 1.75 Autos brauchen...

    einklappen einklappen
  • Ganjaflash am 01.09.2015 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Tolle Sache kann man ein haufen Geld sparen. Kannst nur empfehlen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mobility Fahrer am 02.09.2015 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mobility ist toll

    Ich bin Mobility-Fahrer und finde es angenehm, dass man mir Platz lässt, weil die anderen Autofahrer denken, ich sei ein schlechter Fahrer, was ja auch sein kann. Ich habe auch keine Mühe damit, wenn die Fahrpraxis der Mobility nur knapp besser als die der Lernfahrer eingeschätzt wird.

  • Moby Dick am 02.09.2015 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mobility positiv

    An alle, die sich hier über die Mobility-Fahrer beschweren: Klar, die haben weniger Fahrpraxis und fahren somit vorsichtiger! Aber ehrlich, seid ihr Vielfahrer doch froh um die, die ÖV nutzen und somit weniger Auto fahren!! Mehr Parkplätze für Euch verfügbar, "weniger" stau..! Ich meine mal ehrlich, wie oft "stört" euch ein Mobility-fahrer? 1x pro 3monate vielleicht? Das ist ja wirklich sehr schlimm..

  • Swisslady am 02.09.2015 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität?

    Einfach peinlich diese Kommentare gegen Mobility-Fahrer. Im Minuten-Takt passieren Autounfälle und wie oft ist ein Mobility-Fahrzeug involvier? Wie oft sind es Neulenker, welche sich einen super Schlitten leasen und dann verunfallen? Und was ist mit den sehr alten Unfallfahrer? DAS sind Gefahren!!

  • P. Lanet am 02.09.2015 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Megasharing

    Das etwas andere Sharing. 8 Millionen Menschen teilen sich die Schweiz. Oder 9 Milliarden Menschen teilen sich den Planet Erde.

  • Christian am 02.09.2015 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mache ich auch...

    Ich muss schon die Straße mit anderen Autos teilen. Das ist mehr als genug Sharing von meiner Seite.