Krankenkasse

06. November 2018 14:34; Akt: 06.11.2018 14:34 Print

Jeder Zweite hat über 4 Prozent Prämienanstieg

Trotz einer Senkung bei den jungen Erwachsenen steigen für fast die Hälfte der Versicherten die Prämien um über 4 Prozent. Das zeigt eine neue Analyse.

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Mit einem durchschnittlichen Betrag von 4715 Franken pro Jahr sind die Grundversicherungsprämien ein bedeutender Budgetposten. Im Mittel steigen die Prämien 2019 um 1,2 Prozent. Nun zeigt eine Analyse von 201'328 Krankenkassenprämien durch den Vergleichsdienst Bonus.ch: 66 Prozent der Tarife sind von einer Erhöhung betroffen. 48 Prozent der Prämien steigen sogar um über 4 Prozent. So viel Prämien bezahlt die Musterfamilie des Vergleichsdienstes Bonus.ch: Im kommenden Jahr wird es etwas günstiger. Der Betrag beläuft sich aber immer noch auf über 18'000 Franken. Würde die Musterfamilie, bestehend aus den Eltern, einem jungen Erwachsenen und zwei Kindern, die Versicherung wechseln und alternative Modelle wählen, könnte sie bis zu 5371 Franken im Jahr sparen. 1,2 Millionen erwachsene Grundversicherte können gemäss einer Comparis-Analyse nächstes Jahr 40 bis 53 Prozent Prämien sparen, indem sie von einer teureren Kasse zu einer der fünf günstigsten Anbieter wechseln, gegebenenfalls ihr Modell anpassen und die Franchise erhöhen Sparen können Versicherte auch, indem sie zwar beim bisherigen Anbieter bleiben, dafür aber das Modell wechseln. Auch wer bei der eigenen Kasse bleibt, hat Sparpotenzial. «Versicherte sollten bei einem Wechsel im Speziellen auch auf die Kundenzufriedenheit achten», sagt der Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly. Die Versicherungsdeckung der Grundversicherung ist gesetzlich vorgegeben und bei jeder Kasse gleich. Aber die Servicequalität kann sehr unterschiedlich sein. 2019 steigt die mittlere Prämie um 1,2 Prozent. Seit 2008 ist es der tiefste Wert. Am stärksten steigen die Prämien im Kanton Wallis. Bundesrat Alain Berset zeigt sich an der Pressekonferenz zufrieden. Er kann eine moderate Erhöhung präsentieren. Die Prämie der jungen Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren sinkt, weil das Parlament entschieden hat, diese Altersgruppe zu entlasten, informierte Gesundheitsminister Berset. Der Bund weist neu die Entwicklung der mittleren Prämie aus und nicht mehr die Standardprämie eines Erwachsenen mit der Franchise von 300 Franken. Der Grund: Die Standardprämie ist nicht mehr repräsentativ, weil viele Versicherte andere Franchisen wählen. So entwickeln sich die Prämien der Kinder, jungen Erwachsenen und der über 25-Jährigen. Je nach Kasse gibt es grosse Unterschiede bei den Prämien.

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Es war eine gute Botschaft, die Gesundheitsminister Alain Berset Ende September zu verkünden hatte: Der Prämienanstieg werde 2019 nur 1,2 Prozent betragen. Das ist viel weniger als das langjährige Kostenwachstum von 3 Prozent. Nun zeigt eine Analyse von 201'328 Krankenkassenprämien durch den Vergleichsdienst Bonus.ch: 66 Prozent der Tarife sind von einer Erhöhung betroffen. 48 Prozent der Prämien steigen sogar um über 4 Prozent.

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Erstmals hat der Bund für seine Prämien-Prognose die mittlere Prämie und nicht wie bisher die Standardprämie für Erwachsene ab 26 Jahren mit 300-Franken-Franchise gewählt. Kritiker haben diesen Systemwechsel seit Jahren gefordert. Die Erhöhung der Standardprämie wäre höher als 1,2 Prozent ausgefallen, weshalb es aus Sicht des Bundes einen besonderen Anreiz für den Systemwechsel gegeben hat.

Familienbudget wird entlastet

Die stärkste Erhöhung erfahren Kinder-Prämien mit einem Anstieg von 4 Prozent. Dagegen profitieren junge Erwachsene von einer durchschnittlichen Prämiensenkung von 14 Prozent. Dadurch können Familienbudgets ein bisschen entlastet werden, wie Bonus.ch vorrechnet.

Auf das Budget einer fünfköpfigen Musterfamilie aus Zürich mit traditionellen Versicherungsmodellen (siehe Diashow) hat das folgende Auswirkungen: 2018 betrugen die jährlichen Gesamtkosten für die Prämien 19'322 Franken. Im kommenden Jahr sind es aufgrund der Prämiensenkung für junge Erwachsene 970 Franken weniger.

Würde die Musterfamilie, bestehend aus den Eltern, einem jungen Erwachsenen und zwei Kindern, die Versicherung wechseln und alternative Modelle wählen, könnte sie bis zu 5371 Franken im Jahr sparen.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 4057 BASEL am 06.11.2018 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leere versprechen

    mitte der 90er Jahre wurde propagiert,dass mit dem neuen KVG die Kosten gesenkt werden....

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  • Marco am 06.11.2018 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mal über den Tisch gezogen

    Man Vera...t uns nach Strich und Faden. Es wird Zeit auch dass dieser Bundesrat abdankt.

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  • aschi am 06.11.2018 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundversicherung = Frechheit

    Meine Assura Grundversicherung stieg um satte 8,5% . Raum Biel

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Meier B. am 07.11.2018 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fast 10 Prozent

    Familie mit 2 Erwachsenen und 3 Kindern, alle höchste Franchise und Telemodell: Prämienanstieg 2019 fast 10 Prozent!!! Grund- und Zusatzversicherung zusammen gerechnet. War letztes Jahr schon so viel. Ich habe schon vor der nächsten Prämienerhöhung Angst...

  • silvio Ernst am 07.11.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    neue Abstimmung für eine KK

    Wir müssen die Saläre der K Bosse deckeln oder eine neue Abstimmung vorantreiben für eine eidg. Staatskasse. Silvio E. Wettingen

  • I.Zürich am 07.11.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Es REICHT

    Wir sollten mal zusammen stehen...wir zahlen gar keine Prämien mehr...streiken ... wir zahlen unsere Prämien auf ein Sperrkonto ein...bis man mal tragbare Prämien erwirken kann.Müssen die K.K. immer in den neusten gebauten Büros sitzen??? Es soll mal abgeschafft werden, dass jede/r wegene einem wehwehchen notfall direkt in Spital springt...da gäbe es einiges wo man einsparen könnte.Der geringste Weg, beim kleinen holt man das Geld. Es REICHT.

  • Peter am 07.11.2018 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Am Volk vorbei

    Bundesrat und die Lobbys der Gesundheitsbranche. Lügen das Volk nur an. Weil diese wollen nicht das die Prämien billiger werden. Und machen alles das es nicht dazu kommt. Ich frage mich nur wie lange das Volk noch zuschauen will. Und aufhört immer noch brav diese hohe Prämien zu bezahlen.

  • Penato H. am 07.11.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Veräppeln kann ich mich selbst

    Die KK würden die Prämien gerne senken, meine Kollegin arbeitet bei einer KK, sie sagt, sie dürfen aber nicht, der Bundesrat zwingt sie zum Reservesparen. Dagegen spricht ja nichts, aber, es gibt keine Obergrenze, so müssen sie Reserven bilden ohne Ende, die schwimmen im Geld. Ich verstehe nicht, warum der Bundesrat da nichts unternimmt und nur immer Pflästerlipolitik betreibt. Und die FDP weiss das natürlich auch! Wie alle anderen Parteien auch. Wir werden an der Nase herumgeführt.