Arbeitsmarkt

14. Juni 2011 12:32; Akt: 14.06.2011 12:43 Print

Jeder zweiten Firma fehlt es an neuen Talenten

von Hans Peter Arnold - In der Schweiz ist qualifiziertes Personal Mangelware. Die Talentknappheit spitzt sich zu. Besonders gefragt sind Ingenieure und IT-Spezialisten, aber auch Handwerker.

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In der Schweiz ist der Bedarf an Fachkräften innert Jahresfrist erheblich angestiegen. (Bild: Keystone)

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Schweizer Arbeitgeber kämpfen um Talente: 46 Prozent der 753 befragten Unternehmen gaben in einer Manpower-Umfrage an, vom Talentemangel betroffen zu sein. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozentpunkte angestiegen. Der Druck steige, Weiterbildungen nachhaltig zu fördern, damit die Mitarbeitenden ihre Kompetenzen an die Bedürfnisse der Wirtschaft anpassen könnten, meint Urs Schüpbach, Generaldirektor von Manpower Schweiz.

Ingenieure und IT-Personal gesucht

Der Mangel an Ingenieuren ist akuter geworden: Sie sind vom sechsten auf den dritten Platz vorgerückt, wie die Rangliste der meistgesuchten Berufe in der Schweiz zeigt (siehe Box). Auch IT-Spezialisten werden 2011 wieder vermehrt gesucht. Techniker bleiben wie im Vorjahr unverändert auf Platz fünf.

Fünf Berufsfelder sind 2011 aus den Schweizer Top 10 der meistgesuchten Berufe ausgeschieden, nämlich Juristen (Rechtsanwälte, Notare, AnwaltssekretärInnen), Sekretärinnen, Assistentinnen, Verwaltungs- und Büropersonal, IT-Verantwortliche und Projektleiter, Arbeitnehmende im Gastgewerbe sowie Mitarbeitende im Kundendienst und -support.

Schweiz vor Deutschland

In der Schweiz ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften besonders ausgeprägt: Der Arbeitskräftevermittler Manpower führt nämlich die Umfrage in 39 Ländern durch. Weltweit beklagen sich 34 Prozent der 40 000 befragten Unternehmen über den Talentemangel. Das Ergebnis liegt drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert und ist das höchste seit 2007. Höher als in der Schweiz ist der Talentemangel nur in Rumänien (53 Prozent) und in der Türkei (48 Prozent). In Deutschland bekunden 40 Prozent der befragten Arbeitgeber Mühe, qualifiziertes Personal zu finden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Caligula am 14.06.2011 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wie im Fussball

    Talentmangel gibts weil die entsprechende Förderung in den Betrieben fehlt. Es ist wie im Fussball, wenn ein Verein den Nachwuchs nicht fördert, müssen halt im Ausland die Spieler geholt werden.

  • monika am 14.06.2011 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    über die Bücher

    Die "Alten" sind zu teuer, die "Jungen" werden nicht ausgebildet (auch zu teuer). Man holt sich lieber "billige Ausländer". Da sollten die Damen und Herren der "Wirtschaft" mal über die Bücher.

  • EIn Talent welchem es passiert ist am 14.06.2011 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Es fehlt kein Talent

    Es gib kein CH-Qualifiziertpersonelmängel sondern zuviel Arbeitsgeber die diese CH-Qualifiziertperson aufgrund des Lohnens nicht sehen und zahlen wollen und dafür günstige ausländerische Pseudo-Qualifizierte Arbeitskraft einstellen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christine am 15.06.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schwweizer-Diskriminierung

    Die Schweizer werden im Berufsleben zuwenig gefördert, da muss man sich über gar nichts mehr wundern - es ist eine Schande und zugleich ein Schweizer-Armutszeugnis was unsere Politik + Regierung sich mit diesem Problem geleistet hat.

  • Fredy Kramer am 15.06.2011 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Chancen gleich Null

    Ueberall werden Fachkräfte entlassen, zu teuer, auf die Strasse gestellt, überqualifiziert. Werden durch billige Einwanderer ersetzt. Wo sollen den unsere jungen Lehrlinge etwas lernen, wenn keine Fachleute mehr in den Betrieben arbeiten. Wer soll Ihnen noch einen Beruf schmackhaft machen, wo die chance auf einen anständigen Lohn gleich Null ist.

  • Renate Mäder am 14.06.2011 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Berücksichtigt auch Schweizer

    Ich bin für 1, 2 und 4 auf dem Markt. Ich bin CH Bürger und arbeite nicht zu Dumping Lohn. Region Bern wird bevorzugt. Ich habe einen Fachhochschulabschluss. Wo sind die Angebote? Auf Bewerbungen kommt meistens eine Absage ohne Vorstellungsgespräch. Ich bin wohl falsch, da ich Schweizerin bin und nicht zu einem EU üblichen Lohn angestellt werden kann. Fachkräfte hätte es genügend, aber nicht zu Dumping Preisen und nicht nur um die 30 rum vom Alter her.

    • Em T am 15.06.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

      Region Ausweiten

      Ich würde in einen Kanton wie Zürich oder Basel suchen gehen. Vorallem Zürich ist was IT bereich angehtein grosser Markt, wohingegen Bern nur wenig in dem bereich gewachsen ist.

    • Reto Petitprince am 16.06.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Pendelnpendelnpendeln

      jaja Zürich, Zürich und nochmals Zürich. Es muss ja nicht die ganze Schweiz in Zürich zur Arbeit gehen. Wann beginnt auch in der Wirtschaft endliche ein Umdenken, weg vom Zentralismus. Was die ganze tägliche Pendlerei an Kosten und Steuerausfällen provoziert geht auf keine Kuhhaut. Als ich in Zürich gearbeitet habe konnte ich rund 10000 Franken für den Arbeitsweg jedes Jahr abziehen. Das Geld ist zwar in die Wirtschaft in Form von Benzin und Garagerechnung eingeflossen, aber für was ? Weil der Chef auf Arbeitsort Zürich insistiert hat, trotz Filiale in Basel...

    einklappen einklappen
  • martin am 14.06.2011 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    Handwerker ist klar

    Solange der einfache handwerker nur so einen hungerlohn bekommt und er sich den ganzen tag körperlich anstrengen muss wird sich das nicht ändern die heutigen jungen schauen darauf dass sie gut bezahlt werden und nicht zu viel krüppeln müssen. Was nutzt einem ein job der einem spass macht aber man dann immer jeden franken 2 mal drehen muss.

  • Maya T. am 14.06.2011 21:19 Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit der Firmen!

    Die Firmen sind doch schlichtweg zu faul, um fähige Leute zu suchen. Man kann eine Lehre als Kantonsbeste abschliessen, aber dies interessiert trotzdem irgendwie niemanden... Und dann wollen die noch sagen, es gäbe zu wenige Talente?!