Neuer Showroom

10. Mai 2019 11:00; Akt: 10.05.2019 11:00 Print

Jetzt kann jeder das Zürcher E-Auto bestaunen

Der Schweizer Autohersteller Piëch zeigt seinen E-Flitzer in einem Showroom in Zürich. Die Firmengründer wollen ihre Vision unter die Leute bringen.

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E-Sportwagen aus der Schweiz: Der Piëch Mark Zero kann nun auch in Zürich bestaunt werden. Am Freitag feiert der Showroom an der Uraniastrasse unweit der Zürcher Bahnhofstrasse sein Opening mit geladenen Gästen und Musik. Ab Samstag kann jeder und jede einen Blick auf den Schweizer E-Flitzer werfen und mit den Herstellern diskutieren. «Es war ein riesiges Glück, dass wir diese Location gefunden haben und sie zu einem guten Preis gekriegt haben», so Toni Piëch. Die Lage mitten in Zürich, unweit von Banken und Shopping-Gelegenheiten sei optimal. «Wir fühlen uns als schweizerisch-deutscher Automobilhersteller mit Sitz in Zürich», sagt Co-Gründer Toni Piëch, der zusammen mit Co-Chef Rea Stark Rajcic (links) hinter dem Autoprojekt steht. Laut den Gründern wird sich der E-Flitzer in der Preisklasse eines «gut ausgestatteten klassischen Sportwagens» befinden. Zum Vergleich: Ein Porsche 911 Carrera GTS kostet auch schon mal über 230'000 Franken. Stylishe Lounge: Die Möbel haben bereits am Salon in Genf für eine gute Atmosphäre gesorgt. Nun will man sich in Zürich mit Investoren, Passanten und Interessierten austauschen. Luxus- und Sportwagen sind ein stabiles Segment. Deshalb sieht das Schweizer Start-up gute Chancen, erfolgreich zu sein. In drei Jahren will man mit dem Auto in Serie gehen. Rekordschnelles Laden: Dank innovativer Batterien- und Lade-Technik will Piëch der Konkurrenz einen Schritt voraus sein. Im Gegensatz zu einem traditionellen Autohersteller hat das kleine Schweizer Start-Up von Toni Piëch und Rea Stark Rajcic die Flexibilität, um etwas auszuprobieren oder die Dinge anders anzupacken.

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Das Interesse ist schon vor der Eröffnung gross. Immer wieder bleiben Passanten stehen und blicken von aussen neugierig in die stylish eingerichtete Lounge an der Uraniastrasse 18 rein. Dort, unweit der Zürcher Bahnhofstrasse und vis-à-vis vom Jelmoli, hat sich seit kurzem der Schweizerisch-deutsche Autohersteller Piëch Automotive eingemietet. Nach der Eröffnung mit Gästen und Musik am Freitagabend ist der Showroom für alle zugänglich.

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«Reinkommen darf jeder», sagt Co-CEO Toni Piëch zu 20 Minuten. Er und sein Partner Rea Stark Rajcic wollen im neuen «Headquarter» ihr Projekt mit einem interessierten Publikum teilen und den Puls der Leute fühlen. Bislang seien Piëch-Auftritte wie am Salon Genf kuratiert gewesen. Nun, «sozusagen in freier Wildbahn», wie Piëch sagt, ist er gespannt auf die Reaktion der Passanten. «Ich wünsche mir vor allem Besucher, die unseren Stil und unsere Vision teilen.»

Mehr Begegnungsstätte als Verkaufslokal

Dass der Piëch-Showroom trotz Barbetrieb mit Kaffee und Champagner sowie Platz für eine Tanzfläche kein Partylokal wird, versteht sich trotz Nähe zum Kaufleuten-Club von selbst. Immerhin wird der Piëch-Sportwagen ein Premiumprodukt, das sich an eine entsprechende Klientel richtet.

Doch ein Treffpunkt nur für Leute mit Geld soll der Ort nicht sein: «Der Raum hat eine lockere Zugänglichkeit, das gefällt mir», sagt Piëch. Der auf eine Laufzeit von zwei bis vier Monaten beschränkte Showroom kann zu einer permanenten Einrichtung werden; man könne ihn aber auch früher schliessen. Wenn’s nicht funktioniert, werde man nichts «künstlich in die Länge ziehen», so Stark Rajcic.

Vorerst aber sind die beiden Firmengründer gespannt, wie ihre Ideen bei den Leuten ankommen. Man wolle den Showroom mit den Büros darüber nutzen, um in entspannter Atmosphäre Gespräche mit Investoren zu führen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Denn die Automobilindustrie befindet sich im Wandel. Mit seinem innovativen Konzept will Piëch neue Lösungen aufzeigen. Im Gegensatz zu einem traditionellen Autohersteller hat das kleine Schweizer Start-up die Flexibilität, um Dinge anders anzupacken.

Rekordschnelle Ladezeit

Einen Vorgeschmack gab das Unternehmen am Donnerstag. In nur 4 Minuten und 40 Sekunden soll die Batterie des Piëch Mark Zero zu 80 Prozent aufgeladen werden können – bei einer Reichweite von 500 Kilometern. Ein Rekordwert, der in der Branche für Staunen sorgte.

Im Rahmen der Showroom-Eröffnung enthüllte Klaus Schmidt, Head of Engineering bei Piëch, erste Details. So ist die Lithium-Ionen-Batterie von deutsch-chinesischen Cleantech-Firma Desten mit einer spziellen Batteriezelle bestückt: Während der Lade- und Endladephase sollen sich diese kaum erwärmen, was eine hohe Rekuperationsrate zur Folge hat. Das ermöglicht höhere Ströme und schnelleres Laden. Durch die geringe Wärme können die Batterien luftgekühlt werden, was zu weniger Gewicht führt. Auch spezielle Kabel wurden entwickelt. «Wir können die Batterie mit einer Spannung laden, mit der andere schweissen», so Schmidt.

Schnelleres Laden, hohe Rekuperation, weniger Gewicht, flexible Bauteile für unterschiedliche Fahrzeugtypen und Antriebsmodelle – mit diesen Argumenten will der Sohn von Ferdinand Piëch und von Marlene Porsche nicht nur Geld verdienen, sondern auch die Welt zu einem besseren Ort machen. «Natürlich hilft der Name und die Geschichte», sagt Toni Piëch. «Aber das hier ist kein Ego-Projekt. Wir wollen erfolgreich innovative Wege beschreiten.»

(srt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Primo am 10.05.2019 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ja nein is klar

    Es ist kein schweizer Autohersteller, das Auto wird nicht in der Schweiz hergestellt. Man will nur von den Steuern profitieren. Dann sind Google, John Deere, Acronis, Parallels, Citrix und Walmart auch schweizer Unternehmen.

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  • Marlies am 10.05.2019 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ist genau so ein Schweizer Auto

    Wie Loredana eine Schweizer Rapperin ist.

  • Go for all am 10.05.2019 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versprechen

    Versprechen, kann jeder was, ob es am Schluss nur ein Versprecher war, wird sich zeigen. Wenn es so eine Batterie geben wird, werden auch die anderen eine solche haben, denn der Hersteller der Batterie will ja auch Geld verdienen. Zuerst muss sie aber Serienreif sein und Zertifiziert werden und das kann noch lange dauern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Glastreppe am 11.05.2019 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das Gegenteil von Cadillac Eldorado bitte

    E-Auto hat auch was mit neuer Formgebung zu tun. Entweder ist es als 2-Plätzer ala SMART (1 Parkplatz querbenutzbar) oder als Multi-Van in der Grösse eines Subaru SUMO konzipiert, und der ist schmal und hoch mit Schiebetür und Heckklappe. VW hat ein Concept-Car unter dem Namen E-Bulli. Als CH-Designer fällt mir nur der Name Rinderknecht ein.

    • Loki am 11.05.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

      Schuster bleib bei deinen Leisten

      Mit dem geballten Wissen und Kreativität bitte gleich den neuen Toyota Prius designen Herr CH-Designer :) oder einen neuen Käse designen. Kannst Dich vor Aufträgen wohl kaum retten.

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  • Piccolo am 11.05.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Antwortmöglichkeit

    Wie üblich sind die zur Verfügung stehenden Antwortmöglichkeiten unvollständig: - Da mir die reinen E-Autos zu teuer sind und nach wie vor Anhängerkupplungen Mangelware ist, fahre ich einen PlugIn-Hyprid.

  • Hiphopi am 11.05.2019 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Träumen darf man

    4 Minuten 40 von null auf 80%? Loredana kann sich dann als Anwältin ausgeben und den Investoren helfen, das Geld zurück zu fordern.

  • InYourFace am 11.05.2019 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufs Pedal drücken

    In 3Jahren!?! Zu spät! Bis dahin redet niemand mehr von dem Auto und wer weiss, was noch kommt. Das Design könnte überholt werden. Und immer mehr neue Marken kommen ins Rampenlicht. Ansonsten tolles Projekt!

  • Ping Pong am 11.05.2019 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Eindeutig Schweizer Innovation

    "So ist die Lithium-Ionen-Batterie von deutsch-chinesischen Cleantech-Firma Desten mit einer spziellen Batteriezelle bestückt"