Camembert und Ricotta

12. November 2018 07:59; Akt: 12.11.2018 08:01 Print

Jetzt kommt der vegane Käse in den Supermarkt

von V. Blank - Nach dem veganen Gehackten gibts im Schweizer Detailhandel nun auch pflanzliche Käseprodukte. Kaufen sollen ihn auch Nicht-Veganer.

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Als «gfürchig echt» wurde das vegane Hackfleisch-Imitat bezeichnet, das es seit Ende August bei Coop zu kaufen gibt. Jetzt legt der Detailhändler nach – und bringt den veganen Käse. Ab Montag sind drei pflanzliche Käsealternativen in den Coop-Regalen zu finden. Erhältlich sind sie in grösseren Verkaufsstellen und in Filialen an urbanen, hochfrequentierten Standorten.

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Die drei veganen Produkte kommen im Look von Camembert, Ricotta und Streichkäse daher. Die Käsealternativen würden «nicht nur wie Käse aussehen, sondern auch kulinarisch überzeugen», schreibt Coop in einer Mitteilung. Die neuen veganen Alternativen würden in Bezug auf Aussehen, Konsistenz, Genuss und Vielfalt «spielend mit den Originalen mithalten» können.

Hergestellt werden die Käsealternativen vom Thuner Jungunternehmen New Roots. Die Bio-Produkte haben Cashewnüsse als Basis. Bei Coop eingeführt werden der Soft Cheeze Camembert, der Cream Cheeze Schnittlauch und der Free-the-Goat Cheeze.

Produkte könnten im Mainstream ankommen

In den nächsten Monaten will Coop das rein pflanzliche Food-Angebot weiter ausbauen. Christine Schäfer, die am Gottlieb-Duttweiler-Institut zu den Themen Food, Konsum und Handel forscht, sagt: «Die Händler merken, dass pflanzenbasierte Ernährung nicht nur eine Modeerscheinung ist, sondern einer der interessantesten Food-Trends der nächsten Jahre.»

Derzeit fristen vegane Ersatzprodukte im Detailhandel noch ein Nischendasein. Sie hätten aber viel Potenzial, sagt Schäfer. Die Expertin macht den Vergleich mit Bio-Lebensmitteln: «Früher galt das Klischee, dass Bio nur von Birkenstock-Trägern gekauft wird – heute ist es im Mainstream angekommen.» Diese Entwicklung sei auch bei veganen Alternativen zu tierischen Produkten möglich.

«Für Feinschmecker»

Im Visier hat Coop mit dem pflanzlichen Käse nicht nur Veganer und Vegetarier. «Spass machen», schreibt der Detailhändler, soll er auch Feinschmeckern und Flexitariern. Auch damit könnte Coop Erfolg haben: «Gerade vegane Alternativen, die den tierischen Originalprodukten täuschend ähnlich sind, zielen auf alle Konsumenten ab», so Schäfer.

Es sei weltweit zu beobachten, dass pflanzenbasierte Lebensmittel einen Schub erhalten. Diese wachsende Nachfrage komme nicht nur von Veganern, sondern auch von Konsumenten, die weniger tierische Produkte essen wollen, sagt die Expertin: «Auch Nicht-Veganer hinterfragen die industrielle Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern und steigen darum auf pflanzliche Alternativen um.»

Emmi gibt sich gelassen

Emmi, der grösste Schweizer Milchverarbeiter der Schweiz, sieht diesen Trend gelassen. «Wir haben keine Angst vor pflanzlichen Milchalternativen», schreibt eine Sprecherin. Vielmehr stelle man schon seit den frühen 1990er-Jahren Produkte aus Milchalternativen her.

So stammt beispielsweise die vegane Glace Karma Hazelnut Freeze Chocolate aus dem Hause Emmi. Verkauft wird sie bei Coop. Auch die spanische Tochtergesellschaf Kaiku habe eine vegane Produktereihe im Angebot, genauso wie die Bio-Molkerei Biedermann in Bischofszell, die ebenfalls zu Emmi gehört.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • xTuri am 12.11.2018 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nonsense

    Die Wortkombination veganer Käse totaler Käse. Müsste vegane Käsealternative oder veganer Käseersatz heissen.

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  • Meat am 12.11.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Alles Geld macherei....und die konsumenten sollten sich mal Gedanken machen, wie die Produktherstellung dieser Dinger sind, alles andere als Umweltfreundlich

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  • Vegi-Frau am 12.11.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sinn?

    Ich selbst bin Vegetarierin und käme nie auf die Idee einen "Fleischersatz" der genau wie Gehacktes aussieht/riecht/schmeckt zu kaufen. Wenn man Hackfleisch gerne mag sollte man dazu stehen und zwischendurch echtes Fleisch essen. Weniger Fleisch, dafür besseres. Mit dem Käse verhält es sich doch genauso. Es gibt heute genug ethisch/moralische Varianten, die durchaus vertretbar sind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissmilk-Propaganda-Resistenter am 17.11.2018 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    An alle die sich über Veganer aufregen:

    Ignoriert uns doch einfach: So wie Ihr es mit Welthunger, Klimawandel und Tierleid tut!

  • Kuno am 14.11.2018 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache gesund

    Veganer Käse schmeckt wie Mist, ist dafür aber kerngesund. Deshalb Nase zu und durch! :)

  • suspekt am 14.11.2018 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    bitte um genaue Aufklärung

    Der Titel irritiert mich: Veganer Käse - was ist da Vor- und Nachname? Ist das ein Produkt welches im Sortiment noch fehlte?

  • Donatella G. am 14.11.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    JA ja

    Emmi, der grösste Schweizer Milchverarbeiter der Schweiz, sieht diesen Trend gelassen. «Wir haben keine Angst vor pflanzlichen Milchalternativen» > ja ja, SwissMIlk macht die Arbeit, in dem sie Vegane-Käse-Produzenten mit Klagen droht.

  • Pinkes Einhorn am 13.11.2018 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Leute...

    Ach Leute, haltet eure Zuckerschnuten!