Eurokrise

22. Dezember 2010 15:57; Akt: 22.12.2010 16:07 Print

Jetzt solls China richten

von Markus Kick - China verspricht, den angeschlagenen Euro-Staaten zu helfen. Doch genützt hats noch nicht. Die Euro-Talfahrt geht weiter.

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Kein Weihnachtsgeschenk, aber doch eine Beruhigungspille für den krisengeschüttelten Euro sollte es sein. China mache sich grosse Sorgen, ob die Euro-Länder ihre Währungskrise selber unter Kontrolle bringen können, sagte am Dienstag Vizepremierminister Wang Qishan in Brüssel vor einer hochrangigen EU-Wirtschaftsdelegation in Brüssel. Man wolle daher selber aktiv werden. Details nannte Qishan keine. Bereits früher wurde aber bekannt, dass das Land der Mitte griechische Staatsanleihen aufkaufen will.

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Da nun aber auch die irische und die portugiesische Volkswirtschaft angeschlagen sind, dürften die Chinesen wohl auch hier kaufenderweise eingreifen. Für Ulrich Kohli, früherer Chefökonom der schweizerischen Nationalbank (SNB), ist die chinesische Absicht durchaus sinnvoll und positiv zu werten, wie er gegenüber 20 Minuten Online erklärt: «Mit dieser Beruhigungspille wollen die Chinesen verhindern, dass eine Panik aufkommt.»

Geschenk mit Absichten

Die Intervention aus dem Reich der Mitte geschieht aber nicht uneigennützig. Denn China produziert laufend Handelsüberschüsse in Milliardenhöhe. Derzeit bunkert das Land Währungsreserven in der Höhe von rund 2,6 Billionen Dollar. Für dieses Geld werden dringend Anlagemöglichkeiten gesucht. Kohli: «Ein stabiler und stärkerer Euro nützt also auch den Chinesen in hohem Masse.»

Kommt dazu, dass die EU Chinas wichtigster Handelspartner ist. In den ersten Monaten 2010 lag das europäisch-chinesische Handelsvolumen mit 330 Milliarden Euro mehr als 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Ein Einbruch käme für die Chinesen hier sehr ungelegen. Nicht zuletzt, weil ihre Handelsbilanz mit 133 Milliarden Euro sehr stark positiv ausfällt, sie also bedeutend mehr nach Europa exportieren, als sie importieren.

Euro taucht weiter

Noch wirken sich aber die vielfältigen Stabilisierungsanstrengungen nicht konkret auf den Euro-Kurs aus. Am Mittwoch sank der Eurokurs unter die psychologisch wichtige Grenze von 1,25 Franken, nachdem er gestern nach der Ankündigung von China noch knapp darüber gelegen hatte. Devisenanalysten deuten diese erneute Abschwächung mit der weiterhin hohen Attraktivität des Frankens als Fluchtwährung.

Das sieht auch Ulrich Kohli so, der keine fundamentalen Schwächen erkennen kann. Zudem sei die Inflation im Euroraum unter Kontrolle. «Der Eurokurs entspricht ganz klar nicht der Kaufkraftparität zum Franken», sagt der frühere SNB-Chefökonom und widerspricht gleichzeitig vehement dem unlängst von SNB-Chef Philipp Hildebrand geäusserten möglichen Szenario von 50 Rappen pro Euro.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jowe am 22.12.2010 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    viiiiel Glück

    Die Ansprüche von China werden für Europa schwierig...es ist ratsam jetzut schon chinesisch zu lernen...das wird in absehbarer Zeit die Weltsprache werden...und wer sie nicht versteht hat pechgehabt...

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  • Dayu am 23.12.2010 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    blubb blubb

    Und wir sollen nun auf die Euro-Titanic und mit ihr sinken? Nein Danke. Tschüss Euro =)

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  • Michael am 22.12.2010 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    EU?

    Und wir sollen da noch der EU beitreten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 26.12.2010 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wir müssen das Gleichgewicht wahren

    Das emsige China-Treiben in der Schweiz wirkt beunruhigend, und sollte nicht weiter ausgebaut werden, das gild auch für die Finanzwelt, die sonst ein weiteres mal die Hände verbrennen könnte.

  • Denise am 25.12.2010 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf - die Gelbe Gefahr

    ist im Vormarsch, und will auch Europa erobern -

  • Lucky am 23.12.2010 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die Chinesen etablieren sich in Europa

    Schritt für Schritt in Europa, ein gefährliches unterfangen, das man nicht unterschätzen sollte - zuviel China-Interesse kann auch schaden, damit ist die Abhängigkeit gemeint, und das müssen wir verhindern.

    • Mandalayon am 23.12.2010 23:47 Report Diesen Beitrag melden

      ...und wenn schon?

      Wir sind von China jetzt schon ziemlich abhängig; schau mal in deiner Wohnung, wie viel deiner Kleidung, Schuhe oder Elektronik aus China sind, respektive in China hergestellt wurden. HP-Laptop? iPhone/iPad oder allfällige Videospielkonsolen? Günstiges T-Shirt? Alles Made in China. Selbst Raclette-Öfen kommt aus China, obwohl dort wohl kaum jemand Raclette isst. Für die Schweiz mag es ja sein, dass sie politisch zumindest ein Stück weit noch unabhängig ist, aber wirtschaftlich war die Eidgenossenschaft das nie, und wird sie auch nie sein. China liegt bei den Ein- wie Ausfuhr

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  • Dayu am 23.12.2010 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    blubb blubb

    Und wir sollen nun auf die Euro-Titanic und mit ihr sinken? Nein Danke. Tschüss Euro =)

    • schweizer am 24.12.2010 10:46 Report Diesen Beitrag melden

      europäer

      schonmal auf eine Landkarte geguckt wo die Schweiz ist? ich bin da etwas desilusionierter..

    • Schweizer/ Nürnberg am 25.12.2010 18:23 Report Diesen Beitrag melden

      Wo die Schweiz ist?

      Richtig !! Ihr seit die Insel in der Stürmischen See. Wetten....... Dieser Satz höre ich oft von Freunden aus der EU !

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  • Gutzi am 23.12.2010 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Exit...

    Das ist das einzig richtige für die EU. Aktive Sterbehilfe. Wie ein ertrinkender greifft die EU nach jedem Strohhalm, nur um ihr sinnloses Konstrukt zu retten. Und da sollen wir beitreten? Auf keinen Fall.