Börsenäquivalenz

01. Juli 2019 08:15; Akt: 01.07.2019 11:28 Print

Jetzt tritt an der Börse Ueli Maurers Plan B in Kraft

Die EU hat die Anerkennung der Börsenäquivalenz nicht verlängert. Was ist der Plan B und was bedeutet er für den Aktienmarkt?

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Am Montag ist Schluss mit der Anerkennung der Börsenäquivalenz – für EU-Händler wird der Handel mit Schweizer Aktien nun schwieriger. Nun tritt der Plan B in Kraft. Wie sieht der aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen:

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Wozu dient die Börsenäquivalenz?

Dank der Börsenäquivalenz hatten EU-Händler bisher die Möglichkeit, Schweizer Aktien direkt an der Schweizer Börse zu handeln. Das geht jetzt nicht mehr.

Warum gab es keine Verlängerung?

Die Nichtverlängerung der Börsenäquivalenz dürfte als Druckmittel bei den Diskussionen um ein Rahmenabkommen dienen. Oder auch als Warnschuss an London vor dem bevorstehenden Brexit.

Wie reagiert die Schweiz jetzt?

Wenn EU-Händler nicht an die Schweizer Börse dürfen, sollen Schweizer Aktien auch nicht mehr in der EU gehandelt werden dürfen. Das Finanzdepartement von Uelie Maurer verbietet ab Montag den Handel mit bestimmten Aktien an EU-Handelsplätzen.

Können EU-Händler gar keine Schweizer Aktien mehr kaufen?

Doch, denn nach Plan B wird die Gleichwertigkeitsanerkennung der EU hinfällig: Wenn Schweizer Aktien nicht mehr regelmässig an EU-Börsen gehandelt werden, dürfen europäische Händler weiterhin in der Schweiz geschäften, ohne gegen die Finanzmarktverordnung der EU zu verstossen.

Was heisst das für die Börse?

Die neue Situation macht die Händler unsicher. Die UBS rechnet mindestens in der Übergangsphase mit einem verminderten Handelsvolumen in Schweizer Aktien – vor allem durch EU-Händler. Dafür dürfte der Marktanteil der Schweizer Börsen bezüglich der Handelsvolumen in Schweizer Aktien ansteigen. Bei den Aktienkursen ist in dieser Phase mit stärkeren Schwankungen zu rechnen. Grössere Kurskorrekturen erwartet die UBS jedoch nicht.

Wie kommt der Plan B an?

Bei den Schweizer Unternehmen scheint der Entscheid grösstenteils Anklang zu finden. Der Verband Swissholdings, zu dem 58 Konzerne gehören, die zusammen rund 70 Prozent der Schweizer Börsenkapitalisierung ausmachen, unterstützt den Entscheid des Bundesrats. «Diese Massnahme schützt primär die Schweizer Börseninfrastruktur, ist aber auch für den Wirtschaftsstandort von grosser Bedeutung», schreibt der Verband in einer Mitteilung.

Gibts auch Kritik?

Die FDP nennt den Plan B «Pflästerlipolitik»: Es brauche eine langfristige Sicherung des bewährten bilateralen Wegs, schreibt die Partei in einer Mitteilung. Es sei zwar nicht falsch, angesichts der auslaufenden Börsenäquivalenz den Plan B zu aktivieren. Doch komme man so bei den Beziehungen mit der EU nicht vom Fleck.

(rkn/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jeffrey Spector am 01.07.2019 08:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Göttlich!

    Die EU hat such selbst ins Knie geschossen. Da Nestlé & Co. dann nicht mehr in der EU gehandelt werden, dürften EU-Investoren diese wieder in der Schweiz handeln. Aber mehr noch: Sie müssen sie dann praktisch dort handeln, denn einen anderen Finanzplatz, der ihnen problemlos zugänglich wäre, gibt es für die meisten dann nicht mehr. In der Konsequenz trocknet damit die Schweizer Börse nicht etwa aus, sie erhält sogar zusätzlichen Zustrom von Kapital das Gegenteil dessen, was die EU erreichen wollte

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  • U. R. Schwyzer am 01.07.2019 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Es langed jetzt

    Es ist höchste Zeit der EU endlich mal den Tarif durchzugeben.Wer braucht wen? Zum Beispiel EU Verkehrsabkommen ( EU LKW, PKW auf Strasse und Bahn, für ein Tinkgeld, LH (Swiss) brauchen wir auch nicht, usw. Also macht endlich Nägel mit Köpfen anstatt weitere Versklavungsverträge zu unterschreiben!

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  • Mikail am 01.07.2019 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verwundert

    Ich hätte jetzt Kritik von der SP erwartet aber nicht von der FDP aber irgendwie verwundert es micht nicht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • justus am 22.07.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ist immer so

    Alles nur bla bla. Die ausbeuter werden immer reicher un der normalo wird ausgenommen. Boerse hin boerse her.

  • Realist am 04.07.2019 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    EU-DISKRIMINIERUNG NICHT AKZETABEL

    Die Schweiz darf sich nich unter Druck setzen lassen und sich auch niemals an eine EU-Diktatur anschliessen - was sonst der sichere Schweizer-Untergang bedeuten würde. Lieber einen Spatz in der Hand als Toter Vogel.

  • Daniel Stanislaus Martel am 03.07.2019 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Der Stein, den sie hochhoben...

    ... fiel auf ihre eigenen Füsse. Lautet so nicht ein Sprichwort? Die Schweiz sollte besonnen bleiben, rasch die Abgaben senken und dadurch seine Börse konkurrenzfähiger machen...

  • JustMe am 03.07.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Plan B für das Stromabkommen

    wäre auch nötig. Schalter auf, wenn Leitungen in der Schweiz gefährdet sind.

  • Tante Emma am 03.07.2019 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FDP im Herbst auch nicht wählbar

    Wer jetzt nicht begreift, dass die Zwängerei um diesen Rahmen(knebel) vertrag hauptsächlich der EU entgegen kommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Ist schon klar, dass der Plan B den FDP EU-Turbos nicht passt. Markwalder wähnte sich wohl schon auf dem roten Teppich in Brüssel.

    • USZ Pfleger am 03.07.2019 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tante Emma

      Bin ihrer Meinung. Gössis grüne Metamorphose ist nur verlogen und dient dem Stimmenfang.

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