Coworking Space

21. Dezember 2018 11:52; Akt: 21.12.2018 11:52 Print

Firmen setzen Mitarbeiter in öffentliche Büros

von Dorothea Vollenweider - Coworking Spaces sind jetzt auch bei Konzernen gefragt. Ihre Mitarbeiter sollen von der inspirierenden Büro-Atmosphäre profitieren.

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Coworking Spaces sehen meist viel cooler aus als das Durchschnittsbüro. Nicht nur das. Dort zu arbeiten und sich mit Leuten aus ganz anderen Firmen und Branchen auszutauschen, soll sich positiv auf die Motivation auswirken. Deshalb schicken auch Schweizer Konzerne ihre Mitarbeitenden in eigene oder auch externe Coworking Spaces.

Seit Anfang Dezember betreibt Microsoft Schweiz am Paradeplatz in Zürich ein Büro mit Coworking Spaces, die auch für Externe gratis sind. «Wir sehen uns als Teil eines grossen Öko-Systems und dieser direkte Austausch ist spannend und sehr inspirierend», sagt Microsoft-Sprecher Tobias Steger zu 20 Minuten.

Swisscom will auch am Puls sein

Swisscom arbeitet mit verschiedenen Coworking Spaces zusammen, unter anderem dem Impact-Hub in Bern und in Zürich: «Wir wollen die Fühler im Markt haben und neue Trends früh erkennen», erklärt Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher. Auch die Versicherung Axa stellt ihren Mitarbeitern Coworking Spaces zur Verfügung. «Wir verfügen nicht über genaue Zahlen», sagt Sprecherin Nicole Horbelt. «Sicher ist jedoch, dass bei der Axa das Arbeiten in Coworking Spaces immer beliebter wird.»

Barbara Josef untersuchte für ihre Doktorarbeit an der Universität St. Gallen neue Arbeitsformen. Für eine noch unveröffentlichte Studie zusammen mit der Coworking-Space-Genossenschaft Villageoffice hat sie fünf Unternehmen begleitet, die ihren Mitarbeitern die Nutzung von öffentlichen Büroräumlichkeiten angeboten haben. «Die Mitarbeiter profitieren vom kreativen Umfeld. Sie treffen sich beim Kaffee mit Partnern oder Kunden zum Austausch, das kann die Innovationskraft stärken», sagt Josef zu 20 Minuten.

In neue Welten eintauchen

Für die Wissenschaftlerin gibt es weitere gute Gründe, weshalb Unternehmen Coworking Spaces nutzen sollten: «Es ermöglicht den Mitarbeitern ein gezieltes Ausbrechen aus der bestehenden Struktur oder das Eintauchen in eine andere Realität», sagt sie. Weitere Motive: Unternehmen können so Kosten sparen oder einen neuen Markt erschliessen, ohne gleich selbst ein eigenes Büro mieten zu müssen.

Coworking-Space-Anbieter bestätigen diesen Trend. Die Workeria, ein Coworking Space des Technoparks in Winterthur, beispielsweise wird laut Geschäftsführer Thomas Schumann längst nicht nur von Freelancern und Selbstständigen genutzt: «Hier arbeiten auch Mitarbeiter grösserer Firmen, die ihren Firmensitz anderswo haben, aber mit Personal vor Ort flexibel präsent sein wollen.»

Depressionen bei Rückkehr ins alte Büro

Laut den Zahlen des weltweit grössten Coworking-Space-Anbieters Wework war im Juni 2018 rund ein Viertel aller Wework-Mitgliedschaften von Grossfirmen.

Verschiedene Untersuchungen zeigen die Vorteile von Coworking Spaces. Die «Harvard Business Review» berichtete etwa jüngst über ein Experiment des französischen Telecomriesen Orange. Dieser errichtete in Paris ein Coworking Space und schickte einen Teil der eigenen Mitarbeiter dorthin. Sie sollten lernen, mit anderen Leuten zu arbeiten und von Personen ausserhalb ihres Unternehmens zu profitieren. Tatsächlich arbeiteten Teams, die vorübergehend dort stationiert waren, besser und schneller als ihre Kollegen. Zudem waren sie zufriedener und engagierter. Einige berichteten gar über depressive Verstimmungen, als sie wieder zurück ins Büro mussten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BusinessMan am 21.12.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Allerweltsheilmittel?

    Das mag für bestimmte Situationen und Projekte sicher ganz praktisch und ideal sein, doch hier jetzt den Co-Workingspace als Allerweltsheilmittel anzupreisen ist schlichtwegs unseriös. Für die meisten Tätigkeiten und Funktionen in Firmen, ist der externe Co-Workingspace der falsche Ansatz. Arbeiten in grossen Mehrpersonen- oder sogar Grossraumbüros ist erwiesenermassen kontraproduktiv!

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  • rick am 21.12.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    eine weitere

    Schnapsidee, vermutlich aus dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten.

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  • Herr Max Bänzli Live Knapp und Kurz am 21.12.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Firmen setzen Mitarbeiter in öffentliche Büros am liebsten am See beim Fischen neben der Büetz oder im Wald beim Grillieren

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Panther am 26.12.2018 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Vereinigt euch

    Die von dem amerikanischen Way of Life geblendeten bzw. erblindeten Manager schreiten somit als Fahnenträger des modernen Postkapitalismus durch die Strassen und bringen als Coworker und Teamworker das neue Evangelium der Zusammenarbeit sowie Zusammenlebens unter die arbeitenden Menschen, um die sozialen Verhältnisse zu verbessern. Ich sehe dem Geschehen zu und denke an das Kommunistische Manifest und den Spruch "Proletarier aller Länder vereinigt euch."

  • Cyberpunk am 24.12.2018 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pendler paradise

    Ein eigenen Schreibtisch und ein stabiles 4G in 1er klasse reicht für mich danke.

  • Gio Perez am 23.12.2018 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Büroplaner? Nein danke!

    Es gibt nichts schlimmeres als Büroplaner, welche ihre eigene Befindlichkeit auf Andere reflektieren. Nein! Grossraumbüros sind nicht toll. Nein, ich will mich nicht ständig Austauschen. Ich will einen produktiven, guten Job in ruhiger Umgebung machen können.

  • Herr Nötzli am 23.12.2018 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparübung

    Solche Übungen wie Verdichten, Arbeitsplätze outsourcen, "Smart working" usw usf haben nur einen Zweck: KOSTEN SPAREN! Sonst gar nichts, Leute. Frohes Fest.

  • ruhe fertig am 23.12.2018 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Würde bei uns gar nicht gehen

    arbeite auch in einem Büro. Aber Scanner und andere Utensilien kann man gar nicht mitnehmen. Zudem machen die Geräusche