Trotz Klimademos

05. Januar 2020 20:04; Akt: 05.01.2020 22:44 Print

Unter 30-Jährige wollen trotz Greta weiter fliegen

von B. Scherer - Lauthals wird gegen den Klimawandel demonstriert. In der Schweiz wollen aber die 14- bis 29-Jährigen weder weniger fliegen noch weniger Auto fahren, wie eine neue Studie zeigt.

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Fürs neue Jahr fassen viele gute Vorsätze. So möchte fast ein Drittel der Schweizer dieses Jahr mehr Sport treiben oder sich gesünder ernähren. Allerdings wollen sich die wenigsten tatkräftig fürs Klima einsetzen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Zürcher Online-Marktforschungsinstituts Marketagent.com.

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Zwar geben 57 Prozent der 1000 Befragten an, 2020 weniger Einweg-Party- und Dekorationsartikel zu kaufen. Bei den Feuerwerkskörpern sind es 59 Prozent. Beim Reisen trägt der Klima-Aktivismus hingegen weniger Früchte: Die Hälfte der Befragten will 2020 gleich viel fliegen wie im Vorjahr.

Unter-30-Jährige verzichten kaum

Dabei fällt der Verzicht fürs Klima besonders den 14- bis 29-Jährigen schwer: Nur 15 Prozent haben sich vorgenommen, dieses Jahr viel weniger zu fliegen. Fast 20 Prozent wollen sogar etwas oder viel mehr fliegen als im Vorjahr. 48 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe wollen ihre Fluggewohnheiten gar nicht ändern. Anders sieht es bei den 50- bis 65-Jährigen aus: Von ihnen will fast ein Viertel in diesem Jahr weniger fliegen.

Auch wenn es ums Autofahren geht, wollen sich junge Schweizer nicht einschränken lassen. Rund 22 Prozent der 14- bis 29-Jährigen wollen dieses Jahr gar häufiger Auto fahren als bisher – bei 49 Prozent soll die Nutzung des Autos gleich bleiben wie bisher.

Freunde sind wichtiger als das Klima

In Zeiten von Klimadebatten und -demos erscheinen diese Aussagen widersprüchlich. Denn gerade die Demonstrationen fürs Klima gehen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus. «Das verdeutlicht die Kluft zwischen Einstellung und Verhalten», erklärt Christian Fichter, Wirtschaftspsychologe an der Kalaidos-Fachhochschule. Es gebe viele, die am Freitag demonstrieren und am Samstag mit dem Auto in die Alpen fahren würden.

Bei Jugendlichen habe die soziale Gruppe einen stärkeren Einfluss auf das Verhalten als die Einstellung. «Um sozial nicht abgehängt zu werden, fliegen Teenager lieber mit Freunden in die Ferien, als fürs Klima darauf zu verzichten», sagt Fichter.

«Ein grosser Teil kümmert sich nicht um das Klima»

Hinzu komme, dass die Welt durch die sozialen Medien kleiner geworden sei. «Heute sind alle Länder virtuell erschlossen, das weckt bei jungen Menschen das Bedürfnis, diese auch physisch zu besuchen.»

Dass 15 Prozent weniger fliegen wollen, sei kein schlechter Wert, findet Klimaaktivist Dominik Waser: «Schliesslich zählt nur ein kleiner Teil der Jugend zur Klimabewegung. Es gehen nicht alle jungen Menschen auf die Strasse, und ein grosser Teil kümmert sich nicht um das Klima.» Zudem würden jüngere Menschen häufig Ferien mit den Eltern oder Sprachaufenthalte machen und hinterfragen das Fliegen weniger.

Klimaschutz ist anstrengend

Grundsätzlich falle den Menschen Verzicht schwer. Auch spiele Bequemlichkeit eine grosse Rolle: «Wer auf dem Land lebt und in der Stadt arbeitet, fährt oft mit dem Auto zur Arbeit – das ist praktisch und einfacher», sagt Fichter. Darauf zu verzichten, wäre aufwendig und anstrengend.

Damit Menschen verzichten, seien deshalb oft Vorschriften nötig. Allerdings: «Man muss den Konsumenten auch nicht jeden Spass verbieten wollen.» Für viele sei der Klimawandel ein zu abstraktes Thema. Denn die Folgen sind nicht direkt ersichtlich. Es helfe daher den meisten, ein konkretes Beispiel vor Augen geführt zu bekommen. «Wer sieht, was mit einer Plastikflasche im Ozean genau passiert und welche Auswirkungen das hat, wirft das nächste Mal wohl keine Flasche mehr ins Meer», meint Fichter.

Auf Social Media kursieren tatsächlich seit längerem genau solche Videos, die aufzeigen, welche Schäden Plastik in den Ozeanen anrichtet. Das scheint einen Effekt auf das Verhalten zu haben. So zeigt auch die Umfrage von Marketagent: Mehr als die Hälfte der Befragten will 2020 weniger Einwegartikel kaufen. Zudem wollen 59 Prozent der Umwelt zuliebe auf Feuerwerkskörper verzichten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Theresia am 05.01.2020 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Genau so habe ich mir das Vorgestellt, diejenigen die am lautesten schreien wollen auf NICHTS verzichten. Super

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  • Otti am 05.01.2020 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demo in Frauenfeld

    das habe ich ja immer gesagt demonstrieren aber nicht an die Sache halten einfach zum dabei sein. Mein Nachbar hat seine Kinder mit dem SUV VW an die Demonstrationen gefahren und wieder da abgeholt..Da kann man ja nur lachen.

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  • Medienberater am 05.01.2020 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich erstaunt?

    Dieses Resultat erstaunt jetzt nicht wirklich und wenn, wohl nur die Medien! Wer hät den Greta zu dem gemacht was sue heute ist? Die Medien! Wer hat die Zwängerei der Grünen unterstützt? Die Medien! Wer hat Greta gefühlte 100 mal am Tag erwähnt, bis es die Leser nicht mehr hören konnten? Die Medien! Wer hat vor den Wahlen bewusst verschwiegen, dass die Grünen Lösungen nur mit Verboten, mit Strafen und Verzicht durchgesetzt werden? Die Medien! Immer noch erstaunt oder noch Fragen? Ich nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus wisi am 06.01.2020 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommentar mal nüchtern

    Was Massen wir uns als Menschheit überhaupt an, wir müssten den Planeten retten. Vielleicht hat der Planet endlich die Nase voll von dem Virus Mensch und reagiert, wie wir auch, mit Fieber. Ist wirklich anmassend und überheblich von uns Menschen, das wir mit Geld versuchen einen Planeten zu retten. Welch saudämliche Spezies wir sind und auch denken, dass wir erhaben sind alles wiedet ins Lot zu bringen. Wer sagt, dass es nicht so wie es jetzt ist Richtig ist. Nur weil es uns Menschen jetzt nicht gerade in den Kram passt, dass es wärmer wird. Was zum Teufel masen wir uns an.

  • Tomy am 06.01.2020 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überbevölkerung

    Man muss nur ehrlich sein und die Überbevölkerung stoppen, dann lösen sich alle Probleme von selber.

  • Tomy 74 am 06.01.2020 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    Sarkassmus

    Ich würde mal sagen Haustiere sind nicht wichtig sie Produzieren nur Co2 also würde ich jedem Kind sagen es muss darauf verzichten Jedm Wissenschafteler Chatet nach Der Antarktis und produzirt fiel Co2 also die sollen doch auch darauf verzichten!!!

  • Jonni Murxirer am 06.01.2020 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    0.54 Cook Studie

    Wer die Cook Studie anschaut und analysiert, der kommt zum schluss dass nur 0.54 der analysierten arbeitten der Meinung Sind, dass der Klimawandel Menschen gemacht ist! Er hat rum getrickst, Wissenschaftler beschwerten sich dass ihre Stude behaupte Klimawandel sei Menschen gemacht! Er hat zugegeben das er rumtrickste! Er hat erstens 7 Kategorien auf unwüsenschaftliche Weise genommen. Die Studien einfach so zugewiesen dass sie am richtigen ort landeten. Und vorallem er hat alle Studien, welche 66.73% sind und in der Ktegorie 4 also der unschlüssigen, zum Klimahipe hinzugefügt.

  • BlinderWaechter am 06.01.2020 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Jugend

    Als Ablasshandel werden dann dafür die Grünen gewählt.