Halbjahres-Bilanz

21. Juli 2014 07:24; Akt: 21.07.2014 09:11 Print

Julius Bär vermeldet satten Neugeld-Zufluss

Im ersten Halbjahr hat Julius Bär den adjustierten Konzerngewinn auf 288 Millionen Franken gesteigert. Zudem übernimmt die Bank die Schweizer Privatkundensparte der Bank Leumi.

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Boris Collardi, CEO Bank Julius Bär, an einer Medienkonferenz 2013. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

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Die Vermögensverwaltungsgruppe Julius Bär übernimmt die Kundenbeziehungen der israelischen Bank Leumi in der Schweiz und in Luxemburg. Leumi steht in der Affäre um unversteuertes Geld vor einer Einigung mit den amerikanischen Behörden, während Julius Bär nach wie vor keine Neuigkeiten dazu nach aussen dringen lässt.

Julius Bär werde nicht die Rechtseinheit der Bank Leumi in der Schweiz kaufen, sagte Julius-Bär-Konzernchef Boris Collardi am Montag während einer Telefonkonferenz. Die Bank Leumi, wie Julius Bär eine so genannte Kategorie-1-Bank im Steuerstreit, bleibe damit Ansprechpartner der Amerikaner.

Wohl aber wandern 6 Mrd. Fr. Kundengelder von Leumi Schweiz zum Zürcher Traditionshaus. Beide Banken hätten eine strategische Partnerschaft vereinbart und würden sich gegenseitig Kunden zuweisen, wurde weiter mitgeteilt. In Luxemburg beabsichtigt Julius Bär den Kauf des Leumi-Ablegers, bei dem 1 Mrd. Fr. angelegt sind.

«Frage von Monaten»

Von der Bank Julius Bär kamen am Montag weiterhin keine Neuigkeiten zur Situation in den USA. Die Bank steht in Verhandlungen, um die Angelegenheit um unversteuerte Vermögen von US-Bürgern bereinigen zu können. «Es ist aber eine Frage von einigen Monaten, nicht Jahren», sagte Bankchef Collardi.

Die Einigung der Credit Suisse mit den USA auf eine Bussenzahlung von rund 2,5 Mrd. Franken hat laut Collardi die Situation deblockiert. Allerdings sei die Situation für jede der noch zwölf Banken, die mit ihrer Kategorie-1-Einstufung einzeln mit den USA verhandeln, eine andere, sagte Collardi zum wiederholten Male.

Analysten hatten jüngst die Prognosen für eine Busse erhöht, welche Julius Bär wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung ins Haus stehen dürfte: Einzelne Schätzungen sprechen von einer Milliarde Franken. Julius Bär hat dafür bisher kein Geld zurückgestellt.

Starker Neugeldzufluss

Im ersten Halbjahr hat Julius Bär den adjustierten Konzerngewinn, der für die operative Leistung der Bankengruppe steht, um 10 Prozent auf 288 Mio. Fr. gesteigert. Das ist etwas mehr, als Analysten vorausgesagt hatten. Gemäss Rechnungslegungsstandard IFRS stieg der Gewinn um gut die Hälfte auf 179 Mio. Franken.

Die Höhe der verwalteten Vermögen stieg um 8 Prozent oder 20 Mrd. Fr. auf 274 Mrd. Franken. 6 Mrd. Fr. davon stammten aus einem Zukauf in Brasilien. 7,5 Mrd. Fr. sind Netto-Neugeldzuflüsse, etwa so viel wie zuvor im gesamten Jahr 2013 und ebenfalls mehr als erwartet, denn laut der Nachrichtenagentur awp hatten die Experten mit 5,6 Mrd. Fr. gerechnet.

Schlussphase der Merrill-Lynch-Übernahme

Die Überführung von Kundengeldern der US-Bank Merrill Lynch geht laut Boris Collardi in die Schlussphase. Als Julius Bär im August 2012 den Kauf des ausseramerikanischen Merrill-Lynch-Privatkundengeschäfts ankündigte, visierte die Bank die Übernahme von 57 bis 72 Mrd. Fr. Kundenvermögen an.

Bis Ende Juni hat Julius Bär 54 Mrd. Fr. herübergeholt. Konzernchef Collardi sagte am Montag, er erwarte bis zum Abschluss der Merrill-Lynch-Integration im nächsten Jahr 60 Mrd. Franken. Damit liegt die Bank wie schon seit längerem erwartet am unteren Ende der von ihr selbst gesetzten Zielspanne.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Dreher am 21.07.2014 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    das soll einer verstehen

    Immer wieder erstaunlich; egal wie viel Dreck eine Bank am Stecken hat, egal wie bekannt es ist, dass da Dreck ist.... Die Banken verstehen es vorzüglich, trotzt mieser Reputation, dumme zu finden, die Banken vertrauen. Falls der Schuss trotzdem mal nach hinten losgeht: Hohle Hand machen denn Vater Staat richtet das schon...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Dreher am 21.07.2014 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    das soll einer verstehen

    Immer wieder erstaunlich; egal wie viel Dreck eine Bank am Stecken hat, egal wie bekannt es ist, dass da Dreck ist.... Die Banken verstehen es vorzüglich, trotzt mieser Reputation, dumme zu finden, die Banken vertrauen. Falls der Schuss trotzdem mal nach hinten losgeht: Hohle Hand machen denn Vater Staat richtet das schon...

    • Dani K. am 21.07.2014 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Was hat der Staat denn...

      ... bei Bär gerichtet? Anders als UBS, CS & Co. musste der Bär niemand zur Seite stehen!

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