Neue Studie

12. Januar 2019 13:29; Akt: 12.01.2019 13:29 Print

Junge sind unzufrieden mit ihrer finanziellen Situation

von Dorothea Vollenweider - Schweizer bis 35 bewerten ihre finanzielle und wirtschaftliche Lage zunehmend negativ. Die meisten wollen 2019 weniger ausgeben.

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40 Prozent der Konsumenten bis 35 bewerten ihre finanzielle und wirtschaftliche Situation als negativ. Die meisten Konsumenten wollen 2019 ihre Ausgaben reduzieren, vor allem bei grösseren Einzelanschaffungen wie Autos und bei der Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Smartphones und Tablets. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (ehemals Ernst & Young). «Der Konsum war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Das könnte 2019 neu auf die Probe gestellt werden», sagt Martin Gröli, Leiter Retail & Consumer Products bei EY Schweiz. Laut einer Studie der US-Notenbank setzen die jungen Menschen auch deshalb vor allem auf die Shared Economy, weil sie sich ein eigenes Auto oder ein vernünftiges Hotelzimmer in den Ferien nicht leisten können. Um zu sparen, nutzen die Jungen lieber den Fahrdienst Uber, der günstiger als die normalen Taxis ist. Die sogenannte Shared Economy boomt bei den Millennials, also der Generation mit den Jahrgängen 1981 bis 1997. In den Ferien gehts nicht ins Hotel, sondern in die private Unterkunft, die über die Plattform Airbnb gebucht wird. Statt ein Auto zu besitzen, setzen die Millennials lieber auf Carsharing-Plattformen wie Mobility. Speziell an den Millennials ist, dass sie eine besondere Affinität zum Internet und allgemein zur digitalen Welt haben. Sie sind mit Computern und Smartphones aufgewachsen. Anders gesagt: Viele Millennials nutzen etwa Airbnb, weil sie sich ein vergleichbares Hotelzimmer in den Ferien nicht leisten können – und nicht weil das Schlafen in einer fremden privaten Unterkunft so unglaublich aufregend ist.

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Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer sind zufrieden mit ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Lage: 96 Prozent bezeichnen ihre Situation als positiv oder neutral.

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Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei den verschiedenen Altersgruppen: In der Gruppe der unter 35-Jährigen bewerten lediglich 40 Prozent der Konsumenten ihre Lage als positiv. 2017 waren es noch 46 Prozent, 2016 sogar 61 Prozent. Zum Vergleich: Bei den 36- bis 45-Jährigen beurteilen 70 Prozent ihre finanzielle und wirtschaftliche Situation derzeit als positiv, bei den 46- bis 55-Jährigen sind immerhin 57 Prozent der Befragten zufrieden.

Das sind die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (ehemals Ernst & Young). Basis dieser Untersuchung ist eine repräsentative Umfrage unter 400 volljährigen Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz.

Mehr gibts nicht

Zudem erwarten lediglich 16 Prozent der Befragten (im Vorjahr 17 Prozent), dass sich ihre wirtschaftliche und finanzielle Lage im Jahr 2019 verbessern wird. Nur noch 15 Prozent (im Vorjahr noch 23 Prozent) der Befragten rechnen damit, dass sich die Wirtschaftslage der Schweiz im laufenden Jahr verbessern wird, knapp drei Viertel glauben an eine stabile Konjunkturentwicklung.

Damit haben sich zwar die Erwartungen spürbar verschlechtert, bleiben jedoch immer noch positiver als in den Jahren 2011 bis 2016. «Auch die Schweizer Konsumenten spüren: Wachstum ist endlich», sagt Martin Gröli, Leiter Retail & Consumer Products bei EY Schweiz.

Die meisten wollen sparen

«2018 spürten die Konsumenten zudem eine unerwartet hohe Inflation. Öl und Benzin, aber auch Krankenkassenprämien und einige Lebensmittel waren teils deutlich teurer als vor einem Jahr. Da blieb bei einigen weniger Geld im Portemonnaie übrig», sagt Gröli weiter. Bei den Konsumenten mit einem Jahreseinkommen von weniger als 60'000 Franken überwiegt der Anteil derer, die eine Verschlechterung des eigenen Lebensstandards sehen.

Demzufolge möchten die meisten Konsumenten 2019 ihre Ausgaben reduzieren, vor allem bei grösseren Anschaffungen wie Autos und bei der Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Smartphones und Tablets. Der Sparkurs gilt für fast alle Bereiche, lediglich bei Ferien, Freizeit und Lebensmitteln wollen Schweizer unter dem Strich ihre Ausgaben steigern.

«Der Konsum war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Pfeiler der Schweizer Wirtschaft. Dies könnte 2019 neu auf die Probe gestellt werden», erklärt Gröli. «Ein Selbstläufer ist der Aufschwung inzwischen auf jeden Fall nicht mehr.»

Mehr Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz

Die eingetrübten Konjunkturerwartungen zeigen sich auch bei der Beurteilung der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes. Der Anteil derer, die ihren Arbeitsplatz für sehr sicher halten, ist gegenüber dem Vorjahr von 58 auf 36 Prozent gesunken und damit auf den tiefsten Wert seit 2009.

Zu den grössten Sorgen in Bezug auf die persönliche finanzielle Situation gehören zurzeit eine zunehmende Umweltverschmutzung, Kriege im Ausland sowie die Schuldenkrise in Europa.

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. Right am 12.01.2019 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsum überdenken

    Darum boomt bei der Jungen Generation Starbucks so extrem....jeden Tag diesen teuren Kaffee to Go....da könnte ich mir auch keinen Urlaub mehr leisten. Früher wurde gespart, heute haut man die Kohle raus für unnötigen Konsum und jammert dann, es reicht nicht!

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  • Roli1966 am 12.01.2019 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach

    weniger SALE (am meisten spart man wenn man gar nichts kauft... und weniger Zalando !

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  • augen auf am 12.01.2019 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zukunft

    so richtig unzufrieden werden sie dann erst mal sein, wenn sie das rentenalter erreicht haben mit den anhaltenden negativzinsen auf ahv und co. dann sind zeiten wie in D angesagt, wo man als rentner noch zeitungen austragen muss um über die runden zu kommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jakob am 19.01.2019 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch unzufrieden

    Ich als Rentner bin auch unzufrieden mit dem Einkommen.

  • Jakob Horner am 19.01.2019 04:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeben.

    Wenn Du kaufst, was Du nicht brauchst, wirst Du bald verkaufen müssen was Du brauchst!

  • Giovanni Russo am 17.01.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Total Abgaben.

    Monatlich WohnungsmieteCHF 1500 StromCHF 30 Handy/Internet und andere soziale DiensteCHF 100 KrankenkasseCHF 300 Andere VersicherungenCHF 150 Lebensversicherung MobiliarCHF 40 3 Säule Versicherung CHF 315 Hausrat und Privat VersicherungCHF 25 Auto VersicherungCHF 200 Strassen abgaben (Vignette usw.)CHF 40 Auto (Reifen,Service, Benzin)CHF 270 Haushalts- und LebensmittelCHF 560 KleidungCHF 100 Auto amortisation 500.- FerienCHF ? SteuernCHF 400.- ArztCHF 265 ZahnartztCHF 30 Wir müssen halt Zuviel bezahlen. Andere bezahlen ja noch mehr. Lohn? Vielleicht 5000.-

    • irgend öpper am 18.01.2019 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Tipps

      Günstigere Wohnung .. Ein älteres Auto kaufen . Wenn Sie jetzt sagen , da wo ich wohne sind alle Wohnungen so teuer , brauchen Sie dann ein Auto? MfG

    • Steuerzahler am 20.01.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Giovanni Russo

      Steuern nur 400 Fr?????? Da kommt mir Galle hoch.

    • Mario am 20.01.2019 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Giovanni Russo

      Tja Du jammerst bestimmt dass KK teuer ist. Aber 500 Fr für Leasing da hat man halt das nötige Geld......

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  • Galler am 15.01.2019 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wählen die Jungen denn???

    SP, Grüne, die das Geld der anderen zum Fenster rauswerfen, ohne selbst dafür zu arbeiten. Und wundern sich dann wenn Steuern und Sozialabgaben ins Unerhörte steigen!

  • Blanker Junge am 15.01.2019 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Achja?

    Ich verstehe die ganzen negativen Kommentare gegen die junge Generation, zu der auch ich gehöre, nicht wirklich. Ich bin 22 Jahre alt und bezahle von der Wohnung über die Krankenkasse bis zu den Steuern alles selbst. Und ich bin pleite. Das liegt nicht daran, dass ich mir jedes Jahr ein neues iPhone und nur Markenkleider kaufe (was ich nicht mache). Sondern weil ich "unerfahrener" Arbeitnehmer genau so viel verdiene, dass ich meine Grundversicherung, meine Wohnung, die Steuern und den Wocheneinkauf im Ausland (CH zu teuer) bezahlen kann - dann ist fertig.

    • Antonov am 15.01.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blanker Junge

      Ja, passe bloss auf dass du vor lauter arbeiten noch Geld verdienen kannst, mei jung!

    • Peter M am 15.01.2019 19:54 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr Details bitte

      Wohnort? Wohl Stadt Zürich oder Bern. Was für eine Ausbildung?

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