«Flying V»

05. Juni 2019 20:40; Akt: 05.06.2019 20:40 Print

KLM will Passagiere in Flügel verfrachten

Die Airline KLM tüftelt an einem neuen Flugzeugtyp. Die Passagiere sitzen dabei im Flügel. Diese Form reduziert den Treibstoffverbrauch.

«Flying V» ist ein futuristisches Flugzeugkonzept. (Video: SAS, mit Material von Studio Oso)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Sparsame Flugzeuge sind für die unter enormem Kostendruck stehende Aviatikindustrie zentral. Darum experimentiert die Branche laufend an Konzepten mit geringerem Kerosinverbrauch. Ein solches Projekt heisst «Flying V», stammt von der Technischen Universität Delft und wird neu von der niederländischen Fluggesellschaft KLM unterstützt.

Umfrage
Was halten Sie vom Flying-V-Konzept?

Zentral ist dabei der V-förmige Rumpf, wodurch Passagiere und Fracht in den Tragflächen untergebracht werden. Einen konventionellen Rumpf gibt es nicht mehr. Die Triebwerke sind an der Innenseite des V-Rumpfs angebracht. Der Vorteil des futuristischen Fliegers: Er soll rund 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als der aktuelle Langstreckenjet Airbus A350, wie KLM in einer Mitteilung schreibt. Die neuartige Maschine hat 314 Sitzplätze, ein A350 je nach Ausbau 300 bis 350.

Fernziel emissionsfreier Flug

KLM sieht sich laut CEO Pieter Elber als Vorreiter. Das Projekt bezeichnet er als «Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Luftfahrt». «Unser oberstes Ziel ist ein emissionsfreier Flug. Radikal neue Flugzeugkonstruktionen sind ebenso wichtig wie neue Antriebsformen» sagt Henri Werij, Dekan der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik der TU Delft.

Beim Flying-V-Konzept trägt der Rumpf aktiv zum Auftrieb des Flugzeugs bei, was einen geringeren Luftwiderstand erzeugt. Zudem ist der futuristische Flieger aufgrund seiner Konstruktion leichter als ein aktueller Langstreckenjet. Gemäss Konzept wird der Flieger mit Kerosin betrieben, soll aber leicht auf elektrischen Antrieb angepasst werden können. Derzeit ist ein Elektroantrieb für Langstreckenflüge aufgrund des hohen Batteriegewichts unrealisitsch.

Der Flying-V ist gemäss Konzept 55 Meter lang und hat eine Spannweite von 65 Metern. Die holländischen Forscher hoffen, noch in diesem Spätsommer ein massstabgetreues Modell der Maschine fliegen zu können.

Video mit Material von Studio OSO.

(sas)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Commodore am 05.06.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Neuheit...

    So neu ist dieses Design nun auch nicht... Nur-Flügler wurden schon vor Jahrzehnten entworfen und teilweise auch gebaut... Siehe B2 Bomber

    einklappen einklappen
  • Dr Waggis am 05.06.2019 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Name Geschützt?

    Flying V heisst auch eine Gitarre von Gibson. Wenn das mal nicht Ärger gibt.

    einklappen einklappen
  • Daniel S. am 05.06.2019 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nice

    Coole Idee. Sieht optisch jedenfalls sehr ansprechend aus.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • XB70 am 06.06.2019 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Thema

    Nix Neues! Daran ist Boeing schon seit ca 20Jahren! Ist übrigens kein typischer Nurflügler, sondern ein sogenannter "Lifting-body"-Entwurf! Dabei erzeugt der Rumpf selbst Auftrieb, die Flügel sind klein. Ein Nurflügler besitzt quasi keinen Rumpf. Ist für grössere Ladungen aber nicht geeignet. Somit würden die Passagiere auch nicht im Flügel transportiert!

  • Ralf am 06.06.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Cool das ein Land und Uni und Airline was probieren und mutig sind.... besser als jeder mit seinem Gärtlein wie so oft.

  • Pilot am 06.06.2019 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Eher unwahrscheinlich

    Nurflügler gibt es ja schon seit dem 2. WK. Allerdings gibt es ja ein Grund weshalb die nie kommerziell eingesetzt wurden. Aufgrund der unstabilen Fluglage werden dermassen viele Sensoren und Computer benötigt, dass es viel zu teuer wird. Bestes Beispiel ist die B2. Anschaffungskosten von weit über 1Mrd. Franken und die Flugstunde über 130000 Franken. Im Vergleich zum A350 ist das etwa 3.5 mal so viel. Flugzeuge sehen seit 100 Jahren gleich aus und werden es wohl auch in 100 Jahren noch so aussehen.

  • Rheintaler am 06.06.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    das Ding hat nur einen entscheidenden

    Nachteil: Durch die Positionierung der Passagiere im Flügel kriegen diese Bewegungen um die Längsachse (Rollen) viel viel stärker mit!

    • bruno am 06.06.2019 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      genau, der horror für die mit flugangst

      wie mich zum beispiel.........aber versuchen würde ich es auch in dieser kiste :-)

    • die Diskriminierung am 06.06.2019 11:47 Report Diesen Beitrag melden

      Das fördert

      Und man muss die Übergewichtigen gut verteilen. Sonst bekommt der Flieger Schlagseite

    einklappen einklappen
  • Aviatik-Fan 79 am 06.06.2019 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    "soll"

    Soll bis zu 20% weniger Treibstoff benötigen? Können also auch nur 10% oder weniger sein? Rechnet sich dann aber bei der 10% geringeren Kapazität zum A35o (max.) nicht wirklich. Pro Kopf Passagier bleibt es am Ende doch wohl gleich.

    • MaschIng am 06.06.2019 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      Spezifscher Verbrauch gemeint

      Hiermit ist der spezifische Treibstoffverbrauch gemeint, also Liter pro Passagier und 100 km.

    einklappen einklappen