UBS vs. SNB

09. Februar 2011 18:56; Akt: 09.02.2011 18:57 Print

Kampf um UBS-Schrottpapiere

von Sandro Spaeth - Die UBS schreibt wieder Gewinne. Die Nationalbank sitzt aber noch auf den ausgelagerten UBS-Schrottpapieren. Diese will die SNB nicht herausrücken. Sie sind ein gutes Geschäft.

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Trotz über 7 Mrd. Gewinn will SNB-Chef Philpp Hildebrand die Schrottpapiere noch nicht an die UBS zurück geben. (Bild: Keystone)

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Der einstige Stolz der Schweiz – die Grossbank UBS B”rsenkurs – ist wieder dick im Geschäft. UBS-CEO Oswald Grübel präsentierte am Dienstag fürs vergangene Jahr einen Gewinn von 7,16 Milliarden Franken – die dunkeln Zeiten mit tiefroten Zahlen (über 20 Mrd. 2009) sind damit zu Ende.

Mit dem positiven Ergebnis fürs 2010 hat die UBS die Grundlage geschaffen, um die Diskussion um die im Herbst 2008 an die Schweizerische Nationalbank (SNB) ausgelagerten Schrottpapiere wieder zu lancieren. Es gilt als offenes Geheimnis, dass UBS-Chef Grübel diese Anlagen gerne zurück möchte. «Damit könnte die UBS ihr Image weiter korrigieren», sagt der ehemalige Bankenprofessor Hans Geiger.

Übernahme wäre möglich

«Theoretisch wäre es möglich, dass die UBS die im Stabilisierungsfonds der Nationalbank ausgelagerten Papiere wieder übernimmt», sagt Banken-Analyst Andreas Venditti von der ZKB. Laut Venditti müsste die UBS aber gemäss Vertrag mit der SNB zuerst das Darlehen vollständig zurückzahlen, womit die Nationalbank den Stabilisierungsfonds finanzierte. Dieses Darlehen beläuft sich auf aktuell noch etwa 11 Milliarden Franken. Der Fonds übernahm im Herbst 2008 toxische UBS-Papiere im Wert von über 38 Milliarden Franken. Weil der Rettungsfonds in den vergangenen zwei Jahren unter anderem immer wieder Anteile veräusserte, reduzierte sich das Darlehen massiv.

«Die UBS hat theoretisch genug Cash, um das verbleibende Darlehen abzulösen», erklärt Venditti. Trotz der Milliardengewinne will SNB-Präsident Philipp Hildebrand die UBS-Schrottpapiere weiterhin bei sich behalten. «Es besteht derzeit keinen Anlass, um an der aktuellen Situation etwas zu ändern», meint die SNB auf Anfrage von 20 Minuten Online. Ähnlich tönt es von Seiten der UBS: «Man habe sich darauf verständigt, dass im Moment für beide Institutionen kein Handlungsbedarf besteht, um über einen Rückkauf der Anlagen zu sprechen». Ein möglicher Grund: Die Papiere werden unter den neuen Regulierungsvorschriften sehr viel Kapital binden, was sich negativ auf die Kapitalquoten von UBS auswirken würde, erklärt Venditti.

Schrottpapiere verbessern SNB Resultat

Ein anderer Grund, weshalb sich die SNB gegen eine Rückübernahme der Schrottpapiere stemmt, sind die guten Geschäfte des StabFund. Fakt ist: Während die Nationalbank im Jahr 2010 einen Verlust von 21 Milliarden einfuhr, entwickelte sich der Stabilisierungsfonds blendend. Im ersten Halbjahr 2010 schloss der Rettungsfonds mit einem Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar ab. «Die Einnahmen aus dem Stabilitätsfonds kommen der SNB in der aktuellen Situation sehr gelegen», sagt Bankenprofessor Geiger. Wie viel Ertrag die SNB mit dem Fonds 2010 einnahm, ist noch unklar. Die SNB publiziert diese Zahlen erst beim ordentlichen Abschluss im März.

Möglicherweise wehrt sich die Nationalbank aber auch aus politischen Gründen gegen eine Rückübernahme der Schrottpapiere durch die UBS: «Es gäbe viel schlechte Presse, wenn die UBS die Papiere – jetzt wo sie wieder im Wert steigen – der als Retterin eingesprungenen Nationalbank entziehen würde», so ein Branchenkenner.

Wenn der StabFund so erfolgreich weiter wirtschaftet wie bisher, dürfte das Darlehen der SNB an den StabFund laut Venditti in zwei Jahren abgebaut sein. Dann wären die Bedingungen für eine Rückübernahmen der Papiere durch die UBS definitiv gegeben.