Nespresso

28. Juni 2010 22:51; Akt: 29.06.2010 07:37 Print

Kapseln von Nachahmern sehr beliebt

von Dajan Roman - Der ehemalige Nespresso-Chef macht mit einem Konkurrenzprodukt in Frankreich Kasse. Jetzt will er auch in die Schweiz. Nur: Wer legt sich mit Nestlé an?

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Starke Konkurrenz für Nespresso: Ex-Chef Jean-Paul Gaillard. (afp)

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George Clooney hat sich entschieden: «Nespresso – what else?», fragt der Schauspieler in der Werbung. Kunden der französischen Supermarkt­kette Casino bleiben keine Antwort schuldig und wählen statt­dessen die Kaffeekapseln des Schweizer Unternehmens Ethical Coffee Company. Denn: ­Einen Monat nach Beginn des Verkaufs in der Pariser Region sind die Kapseln «das meist­verkaufte Produkt in unseren Filialen», wie Casino-Chef Jean-Charles Naouri der französischen Zeitung «Figaro» sagte.

Bald sind die Kaffeekapseln, die auch in die Nespresso-­Maschinen passen, in ganz Frankreich erhältlich. Nestlé selbst hat daran keine Freude und hat die Ethical Coffee Company, die die Kapseln für Casino produziert, bereits wegen Patentrechtsverletzungen verklagt. Besonders brisant: Gegründet wurde die Ethical Coffee Company vom Ex-Nes­presso-Chef Jean-Paul Gaillard. Nestlé geht zudem auch gegen das US-Unternehmen Sara Lee vor, das in Frankreich seit ­April ebenfalls kompatible Kaffeekapseln unter der Marke L’Or vertreibt.

Beide Nestlé-Konkurrenten wollen ihre Kapseln ab 2011 auch in der Schweiz verkaufen. Das dürfte jedoch schwierig werden. «Ein Verkauf ist mit grossen Hürden verbunden, da Nestlé ein sehr gewichtiger Lieferant ist», sagt CS-Ökonom Damian Künzi. Es sei fraglich, ob es jemand mit dem Giganten Nestlé aufnehmen wolle. Tatsächlich: Die Detailhändler zeigen sich abwartend und wollen sich nicht konkret äussern.