Eklat bei der Raiffeisen

16. Juni 2018 22:32; Akt: 17.06.2018 15:14 Print

Rita Fuhrer tritt als Verwaltungsrätin ab

von I. Strassheim - Überraschender Wechsel im Verwaltungsrat von Raiffeisen: Rita Fuhrer und weitere zwei Mitglieder treten ab. Und: Die Vergütung des VR wird überprüft.

Raiffeisen-Chef Patrik Gisel zu den Turbulenzen bei der Genossenschaftsbank. Video: SDA
Zum Thema
Fehler gesehen?

Sie dauerte länger als vorgesehen und sorgte für heftige Diskussionen: Die Delegiertenversammlung von Raiffeisen am Samstag in Lugano. Das Ergebnis nach fast 10 Stunden: Drei Verwaltungsratsmitglieder (VR), die sich der Wiederwahl hätten stellen müssen, traten gar nicht erst an. Dies sind SVP-Politikerin Rita Fuhrer sowie Philippe Moeschinger und Angelo Jelmini. Ein «Neustart von Raiffeisen Schweiz» sei nur glaubwürdig mit neuen Personen im VR.

Umfrage
Haben Sie noch Vertrauen in die Raiffeisen?

Rita Fuhrer tritt bei Raiffeisen ab

Ausserdem setzten die Delegierten eine Arbeitsgruppe ein, die das Vergütungsmodell der Verwaltungsräte überprüfen soll. Ihr Bericht soll am 10 November der ausserordentlichen GV vorliegen. Der Verwaltungsrat hatte für das Jahr 2017 eine Vergütungserhöhung um 40 Prozent genehmigt, was vielen Delegierten heute unerklärlich erschien, da den Verwaltungsräten vorgeworfen wird, ihre Kontrollfunktion bei Raiffeisen zu wenig ernst genommen zu haben.

Die Verwaltungsratsmitglieder wurden von den Delegierten nicht entlastet. Das heisst: Rechtliche Schritte gegen sie bleiben möglich. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) bescheinigte dem Gremium in einem Bericht «schwerwiegende Mängel» in der Aufsichtspflicht. Konkret: Der Verwaltungsrat hat die Geschäfte von Ex-CEO Pierin Vincenz nicht genügend im Auge gehabt, zu wenig nachgefragt, zu wenig kontrolliert.

Prüfung von rund 24 Zu- und Verkäufen von Vincenz

Fuhrer war seit 2010 Verwaltungsrätin bei Raiffeisen. Zwischen 2012 und 2015 untersuchte die Finma die Firmenkäufe und Verkäufe von Raiffeisen. Möglicherweise hat sich Vincenz dabei persönlich bereichert. Er bestreitet die Vorwürfe. Während seiner Zeit tätigte Raiffeisen rund 100 Zu- und Verkäufe. Rund zwei Dutzend unterzieht die interne Überprüfungskommission derzeit einer eingehenden Kontrolle, wie es an der Delegiertenversammlung hiess.

Der derzeitige Interims-VR-Präsident Pascal Gantenbein, ein Professor der Universität Basel und Dozent an der Uni St. Gallen, kündigte in Lugano an, bei der Generalversammlung am 10. November zur Wahl als ordentlicher VR-Präsident anzutreten.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hippihip am 16.06.2018 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Saläre

    Eine Frechheit finde ich die unlängst erfolgte Gagen-Erhöhung für die Verwaltungsräte. Diese sind rückgängig zu machen und allfällig bereits erhaltene Gagen sind zurückzuzahlen. Das erwarte ich nun von einem glaubwürdigen VR.

    einklappen einklappen
  • C.E am 16.06.2018 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohnerhöhung selber genehmigen.

    Ist doch eh ein Witz, wenn sich eine Instanz selber die Löhne, Boni, vergütungen etc. erhöhen kann. In der heutigen Zeit wo die meisten den Hals nicht mehr voll genug kriegen können, wird dies logischerweise mit beiden Händen ausgeschöpft. Dies macht man solange man kann, und solange schön jeder seinen Teil kriegt, wird auch niemand was sagen. Und begründet wird es ja mit der riesen Verantwortung die getragen wird. Nur davon wissen die Leute meist nichts mehr wenn was schiefgeht, und ausbaden dürfen es dann die in den tieferen Rängen und die Kunden..

    einklappen einklappen
  • Peter am 16.06.2018 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ob weg oder nicht, noch kräftig in die Kasse langen ist eh mit dabei. Die können ja locker auch schon direkt aufhören, genug zusammen gerafft haben sie sicherlich schon. Aber eben, in der Schweiz ist das nichts verwerfliches, sie zahlen ja Steuern aus dem abgezockten Geld.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dagobert Duck am 19.06.2018 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Moderne Gauner!

    Banken sind ein nötiges übel auf der Welt und leider die grössten Wirtschaftsverbrecher die es gibt. Ständig gebüsst wegen irgendwelchen vergehen. Heute muss man sich schämen wenn man sagt man sei Bänker. Sorry, ist aber so....

  • rolf lehner am 18.06.2018 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Name kommt mir bekannt vor

    War diese Furrer nicht schon bei der Swissair-Sache dabei,oder irre ich mich?

    • Chrissie S. am 19.06.2018 02:42 Report Diesen Beitrag melden

      Rita Fuhrer

      Nein, da war sie noch Hausfrau...

    • fridolin am 19.06.2018 05:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chrissie S.

      oh nein, da war sie regierungsrätin im kanton zürich

    einklappen einklappen
  • Hans Ott am 18.06.2018 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FDP ist Rita Fuhrer

    Aber Hallo. Rita Fuhrer ist FDP. Nicht svp

  • max vontobel am 18.06.2018 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer nach demselben Muster

    Ich frage mich, wieviele Skandale es noch braucht in dieser Art, bis endlich die zuständigen Kontrollorgane an die Kandarre genommen werden, statt sie noch zu belohnen. Folglich würden natürlich die Untersuchungsgremien leer ausgehen.....

  • HRmensch am 18.06.2018 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität

    Na, ob die Qualität in den Verwaltungsräten steigt, wenn nun Quotenfrauen engagiert werden müssen? Mehr als fraglich.

    • Kurt am 20.06.2018 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      Gestern nichts, heute Verwaltungsrat

      Neine nein mit den Quotenfrauen wird sicher alles bestens. Wir hatten früher in der Lehre immer diesen Witz " früher wuste ig noch nicht mal wie man Ingeneur schreibt, heute bin ig einen". Kann man getrost auf die Verwaltumgsräte umschreiben.

    einklappen einklappen